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Fachleute informieren über PFT-Belastung

Kommt die Sanierung der Altlasten jetzt? : Fachleute informieren über PFT-Belastung des Bitburger Flugplatzes

Der Flugplatz Bitburg wird seit Jahren auf Belastungen mit Perfluorierten Tensiden (PFT) untersucht, das Konzept zur Sanierung soll nun vorgestellt werden.

Die Messwerte sind erschreckend. Zwischen 2000 und 3500 Nanogramm Perfluoroctansulfonsäure schwimmen im Brückengraben bei Scharfbillig mit. Die Konzentration der krebserregenden Chemikalie ist rund 70 Mal höher als sie nach EU-Recht sein dürfte. Auch der Thalsgraben, nördlich von Röhl, und der Pfaffenbach, der sich am Bitburger Stadtteil Mötsch vorbeischlängelt, sind mit sogennannten Perfluorierten Tensiden (PFT) belastet.

Das ist seit einigen Jahren klar. 2012 bis 2015 untersuchten Forscher im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord die Gewässer rund um den Flugplatz Bitburg. Und entdeckten dabei, dass sich die gefährlichen Schadstoffe im Umkreis um den ehemaligen Militärstützpunkt massiv verbreitet haben.

Boden- und Sedimentproben bestätigten später den Verdacht der Wissenschaftler: Die Chemikalien haben sich rund um ehemalige Feuerwehrübungsplätze auf dem Flugplatz verbreitet. Denn die heute verbotenen Schadstoffe wurden früher vor allem in Löschschäumen eingesetzt. Seitdem blieben die kontaminierten Flächen unangetastet.

Das soll sich nach Meinung vieler Umweltschützer besser heute als morgen ändern. Doch die Sanierung ließ weiter auf sich warten, die zuständigen Stellen bei Bund und Land verwiesen auf weiter laufender Untersuchungen.  Nun sollen die Ergebnisse dieser jahrelangen Begutachtungen am Donnerstag offenbar einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Bei einer gemeinsamen Sitzung des Kreistags, des Zweckverbandes Flugplatzes, des Stadtrates Bitburg, des Verbandsgemeinderates Bitburger Land sowie der Ortsgemeinderäte Scharfbillig und Röhl wollen Experten von Bund und Land ihre Forschungen zur PFT-Belastung präsentieren. Und die Fachleute wollen auch etwas zur geplanten Sanierung der kontaminierten Bereiche des Gewerbegebietes sagen.

Sprechen wird ab 9 Uhr in der Bitburger Stadthalle unter anderem Joachim Gerke, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft bei der SGD-Nord, der sich seit Jahren mit der Thematik beschäftigt.

Aber auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der große Flächen auf dem Flugplatz gehören, schickt zwei Vertreter zur Veranstaltung: Bernd Garz, den Referenten für Kontaminationsmanagement, und Claus Niebelschütz, Hauptstellenleiter des Ressorts Verkauf.

Ergänzend wird noch Klaus Kleese vom Niedersächsischen landesamt für Bau und Liegenschaften seine Expertise einbringen. Kleeve befasst sich für den Bund mit Altlasten.

Bürger sind eingeladen, sich die Vorträge anzuhören, aber auch Fragen zu stellen. Über die Homepage der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm haben sie im Vorfeld der Veranstaltung die Möglichkeit, dies zu tun. Im Bereich „Pressemitteilungen“ hat die Behörde dazu ein Frageportal eingerichtet.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag um 9 Uhr in der Stadthalle Bitburg.