1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Ideen für das neue Gesicht des Isleks gesucht - Arzfeld erneuert sich

Ländliche Zentren : Ideen für das neue Gesicht des Isleks gesucht

Der Startschuss für die Gestaltung der „Neuen Mitte“ in Arzfeld ist gefallen. Der Ortsgemeinderat beschließt die Einleitung eines Architektenwettbewerbs.

Das fluppt am Mittwoch im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Arzfeld. Dort tagt am Abend der Ortsgemeinderat, um wichtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Und das klappt wie am Schnürchen. Alle Beschlüsse werden einstimmig gefasst, so auch der, bei dem es um die Gestaltung der „Neuen Mitte“ geht.

Damit ist ein großer Schritt in Richtung neues Dorfgemeinschaftshaus (DGH) gemacht. Die Ratsmitglieder beschließen, dafür einen Architektenwettbewerb auszuloben. Über das einheitliche Votum freut sich Ortsbürgermeister Walter Heinisch: „Top Sache.“

Zuvor hatte Helmut Berscheid, Amtsleiter Kreisentwicklung bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, den Rat über das Verfahren informiert. „Der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses ist das Schlüsselprojekt für die Gestaltung der Dorfmitte“, sagt er. Und dann zitiert er Landrat Joachim Streit, der mal gesagt haben soll, dass die „Neue Mitte“ das neue Gesicht des Isleks werden wird. Berscheid empfiehlt dem Rat, einen Architektenwettbewerb auszuloben, da man dann aus mehreren Konzepten auswählen könne.

Die Arzfelder Mitte setzt sich wie folgt zusammen: Ein Teil wird das Gebiet um das neue DGH sein. Dazu werden Pfarrhaus und Pfarrjugendheim abgerissen. Der Dorfplatz soll etwas verschoben werden. Außerdem neu entstehen soll ein urbanes Gebiet, wo sowohl Wohnen als auch Gewerbeansiedlungen möglich sind. Um dafür Platz zu schaffen wird das Arzfelder Eck abgerissen.

Finanziert wird das Vorhaben durch Landesförderungen in Höhe von 75 Prozent der Gesamtsumme, 25 Prozent muss die Gemeinde tragen. Der Bau des neuen DGH wird mit 3,2 Millionen Euro kalkuliert, die Wohn- und Geschäftseinheiten werden rund drei Millionen Euro kosten (der TV berichtete). Arzfeld ist seit 2014 beim Programm „Ländliche Zentren  – kleinere Städte und Gemeinden“ mit dabei.

„Positiv formuliert kann man sagen, dass wir jetzt Teile vom Dorfentwicklungskonzept umsetzen“, sagt Heinisch. Denn schon damals hatte es Kritik an den beengten Räumlichkeiten im DGH gegeben. In den 1990er Jahren wurde die ehemalige Landwirtschaftsschule zum DGH umgebaut. „Mittlerweile haben wir energetische Probleme. Aber auch die Raumkapazitäten reichen nicht mehr aus“, sagt der Dorf-Chef. Es gebe eine Menge von Vereinen, die man dort nicht unterbekomme. Wenn dann, wie am Donnerstagabend, Blutspende sei, müsse man wieder dem Musikverein absagen. „Viele Aktivitäten der Vereine überschneiden sich. Das DGH ist einfach zu klein geworden.“

Eine Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass ein Umbau teurer werden würde, als ein Neubau. Nun soll das alte DGH verkauft werden. Für den Neubau gibt es auch schon Wünsche: Einen großen Saal, eine Bühne mit Nebenräumen für die Instrumente und zum Umziehen und weitere kleinere Räume, die zum Beispiel von Handarbeitsgruppen oder für Sitzungen des Ortsgemeinderats genutzt werden könnten.

„Ein großes Manko in Arzfeld ist die nicht vorhandene Gastronomie“, sagt Heinisch. Deswegen wolle man auch  - ähnlich wie in Irrel und Schönecken – im neuen DGH eine Dorfkneipe mit Restaurant integrieren. Der Pächter könne dann auch bei Veranstaltungen das Catering übernehmen. Und ein ebenfalls geplantes Gästehaus betreiben – denn ein Hotel hat Arzfeld bislang auch nicht.

Grünes Licht für den Architektenwettbewerb gibt es von Herbert Zahnen (CDU): „Wir beschäftigen uns jetzt in der dritten Legislaturperiode damit. Wir wissen recht gut, was wir wollen. Es ist eine große Sache, das neue Gesicht für den Islek zu bauen. Das soll Hand und Fuß haben.“

Auch Gerd Heiles (FWG-Fraktionssprecher) spricht sich dafür aus: „Das ist ein guter Weg. Den sollten wir gehen.“ Das sah auch die SPD-Fraktion so.

Das alte Dorfgemeinschaftshaus in Arzfeld soll verkauft werden. An anderer Stelle wird ein neues gebaut. Foto: Marcia Thielen
Das ehemalige Haus Groben (links im Bild) wird abgerissen. Dort wird stattdessen ein neuer Parkplatz angelegt. Foto: Marcia Thielen

Und in noch einem Punkt waren sich alle einig: Arzfeld braucht neue Baustellen. Denn die Islek-Gemeinde platzt bald aus allen Nähten. Zwar ist mit „Zum Eichelsberg“ bereits ein neues Baugebiet in Aussicht, doch für die 32 Grundstücke, die dort geplant sind, gibt es schon 15 Interessenten. Nun soll das Ingenieurbüro ISU aus Bitburg ein Konzept erstellen, wo eine zukünftige Weiterentwicklung im Ort noch Sinn hat. „Wir wollen Baugrund schaffen, ohne uns zu zersiedeln“, sagt Heinisch, der sich auf „spannende Zeiten“ für Arzfeld freut.