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Corona in der Region Hohe Inzidenz - drohen neue Einschränkungen?

Pandemie : Drohen in der Region wieder neue Corona-Einschränkungen?

Laut neuen Zahlen klettern die Inzidenzen in Trier und Bernkastel-Wittlich über die bedeutende Marke von 35. Welche Folgen das haben könnte und wie das Tempo beim Impfen in der Region weiter zunehmen soll.

In der Stadt Trier und im Kreis Bernkastel-Wittlich drohen wieder strengere Einschränkungen, falls die Zahl an Corona-Neuerkrankungen in den kommenden Tagen nicht zurückgeht. Laut Zahlen des Landesuntersuchungsamtes (LUA) überstiegen beide Kommunen am Sonntag den Wert von 35, ab dem neue Einschnitte drohen wie ein Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Gästen, weniger erlaubte Besucher bei privaten Feiern und Maskenpflicht für Schüler im Unterricht, wenn die Ferien enden.

Trier kletterte nach den LUA-Zahlen auf einen Wert von 38,6, Bernkastel-Wittlich auf 39,4. Die anderen Kommunen in der Region liegen unterhalb dieser Zahlen. Gleichzeitig sprechen die Kliniken davon, genügend freie Betten für die Aufnahme von Covid-19-Patienten zu haben. Bis Freitag meldeten die großen Trierer Kliniken vier Corona-Infizierte, von denen eine auf der Intensivstation beatmet werden mussten und drei auf Normalstation lagen. Bundesweit suchen Länder inzwischen nach Wegen, die Inzidenz nicht als alleinigen Richtwert von Einschränkungen zur Rate zu ziehen.

Ab dem 23. August soll in Regionen, die eine Inzidenz von 35 übersteigen, eine Testpflicht für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene in Innenräumen gelten. Geht es nach dem Beschluss von Bund und Ländern, braucht es Tests dann auch in der Innengastro oder beim Friseur. Die Corona-Bürgertests sollen ab dem 11. Oktober zudem Geld kosten.

Gleichzeitig soll das Tempo beim Impfen weiter zunehmen. Impfbusse sind in dieser Woche auch auf Supermarkt-Plätzen im Raum Trier unterwegs. Sie fahren am Dienstag in Traben-Trarbach den Aldi an (14 bis 18 Uhr), am Donnerstag in Saarburg den Rewe (8 bis 12 Uhr) und den Wasgau (14 bis 18 Uhr) und am Freitag den Wasgau in Hermeskeil und Waldrach (14 bis 18 Uhr). Geht es nach Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD), nimmt das Interesse zu. Fast 900 Menschen in Rheinland-Pfalz ließen sich pro Tag in Impfbussen impfen. 64,4 Prozent aller Rheinland-Pfälzer sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens einmal geimpft.

Seit die regionalen Impfzentren Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren nach ärztlicher Beratung impfen dürfen, steigen auch dort die Zahlen. Im Trierer Impfzentrum seien bislang 956 Jugendliche unter 18 Jahren geimpft worden, davon allein 346 in der vergangenen Woche, sagt Thomas Müller, Sprecher des Kreises Trier-Saarburg. „Aufgrund der Sommerferien und der Urlaubszeit war mit einem solchen Interesse gerechnet worden“, betont er.

Aus dem Wittlicher Impfzentrum heißt es, dass jeden Tag zwischen 15 und 20 Minderjährige erschienen, um sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. 550 Terminpaare seien an diese Altersgruppe bereits vergeben. 558 Menschen unter 18 Jahren haben sich bereits im Bitburger Impfzentrum mindestens einmal Biontech spritzen lassen, in der Vulkaneifel sind es 50. Die Kommunen weisen darauf hin, dass sich Eltern mit ihren Kindern aber mehrheitlich an Ärzte wenden. Pro Woche impften rheinland-pfälzische Hausärzte nach jüngsten Angaben mehrere Tausend Jugendliche.

Künftig dürften es wohl deutlich mehr sein, weil sich nach Medienberichten eine überarbeitete Empfehlung der Ständigen Impfkommission anbahnt, Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren impfen zu lassen. Die deutschen Kinderärzte haben appelliert, auch die psychosozialen Probleme dieser Altersgruppe in den Blick zu nehmen. Die Stiko orientiere sich allein am individuellen Nutzen einer Impfung im Verhältnis zur Gefährlichkeit einer Erkrankung, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Thomas Fischbach, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es gehe auch darum, Kinder vor weiteren Schäden im Falle neuer Corona-Maßnahmen oder eines weiteren Lockdowns im Bildungsbereich zu bewahren.