16. Treffen des Lanzclubs Gusenburg - Bulldogs und Unimogs im Hochwald

Traktoren ziehen hunderte Besucher nach Gusenburg : Bulldogtreffen verbindet Generationen

Das 16. Internationale Treffen des Lanzclubs Gusenburg macht deutlich, dass auch Jugendliche historische Landmaschinentechnik mögen: zum Fahren und Schrauben.

Trecker, Schlepper, Traktoren, Bulldogs, also landwirtschaftliche Zug- und Fahrmaschinen, sind im Hochwald eigentlich ein gewohnter Anblick. Zumindest in dieser Jahreszeit, kurz nach Herbstbeginn. In einer Häufung wie am Samstag  kommt das aber nur alle zwei Jahre vor. Dann nämlich, wenn der Lanzclub Gusenburg mal wieder zu einem internationalen Treffen eingeladen hat. Dann tuckern  sie aus allen Himmelsrichtungen herbei, bestimmen Bild und auch Geschwindigkeit auf den Straßen rund um Gusenburg.

Das Treffen des vor 31 Jahren gegründeten Lanzclubs in dem Hochwaldort ist einfach ein großes Fest der historischen Landmaschinentechnik.  Und derer, die solche prächtigen, gut erhaltenen Derivate ihr Eigen nennen. Viele Teilnehmer, aber auch Mitglieder des ausrichtenden Vereins, haben gleich mehrere Trecker in irgendwelchen Scheunen oder leergeräumten Garagen und Hallen stehen.

So wie auch Thomas Weber. Der Wadriller, unmittelbar hinter der Landesgrenze im Saarland beheimatet, ist seit sechs Jahren Vorsitzender des Gusenburger Vereins. Er nennt einen Unimog U 406, Baujahr 1968 und einen Eicher Geräteträger, der mittlerweile stolze 60 Jahre auf dem Chassis und den Reifen hat, sein eigen.

Dass beide Fahrzeuge zu den rund 500 Treckern und Bulldogs gehörten, die von Freitag bis Sonntag die gemähten Wiesen am Ortseingang bevölkerten, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Wir wollen ja ein möglichst breites Angebot haben. Es geht ja nicht nur um die Teilnehmer, die kennen sich ja größtenteils schon, sondern auch um die vielen Besucher, die am Samstag und Sonntag kommen und ihre Freude an der alten, aber immer noch  tadellos funktionierenden Landmaschinentechnik haben.“ Auch wenn ein Bulldog Jahre überstanden habe, ohne bewegt zu werden, sagt er: „Einer, der was davon versteht, hat den in ein paar Minuten am Laufen.“

Dass die Witterung  an den beiden Tagen  nicht gerade einladend war, machte der Begeisterung und der Freude aller Beteiligten keinen Strich durch die Rechnung. Überall herrschte zwischen Jahrzehnte alten Treckern und Baubuden, die als Schlafgelegenheit dienten, ausgelassene Lagerstimmung. Dafür, dass es genügend Parkplätze gab, dass die Einweisung klappte, dass die Imbiss- und Getränkestände besetzt waren, und  abends und morgens zünftig zum frisch Gezapften aufgespielt wurde, sorgten die Gusenburger Vereine.

„Auf dem Dorf hilft man sich halt gegenseitig, wenn etwas los ist.“ Auffallend ist bei solchen Veranstaltungen der Trend vieler Jugendlicher zur Retro-Technik. Sven, 21 Jahre alt, aus Waldböckelheim in der Nähe von Bad Kreuznach mit Tempo 50 auf einem Güldner angereist, legt davon beredtes Zeugnis ab: „Mein Opa hatte früher Landwirtschaft zu Hause. Diese Dinger sind faszinierend. Es geht nicht nur ums Fahren, sondern auch ums Schrauben. Ums Instandhalten und dass man sich gegenseitig mit Teilen oder Ratschlägen hilft. Trecker fahren, vor allem, wenn es sich um so alte historische Exemplare handelt, verbindet.“

Alte Landmaschinentechnik und begeisterte Menschen: Das 16. internationale Bulldog- und Treckertreffen des Lanzclubs Gusenburg zieht Hunderte Teilnehmer und viele Besucher an. Foto: Jürgen C. Braun/Picasa

Bevor die Gusenburger am Sonntagabend ihre Gäste verabschiedeten, hatten sie noch eine frohe Kunde weiterzugeben. Weber: „Hier wurde das Gerücht in die Welt gesetzt, dass unser 16. Treffen an diesem Wochenende das letzte gewesen sei. Das stimmt nicht. Wir machen weiter.“ Na dann: auf Wiedersehen in zwei Jahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bulldogtreffen in Gusenburg

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