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Stadtentwicklung: Barrierefrei vom Kammerforst bis zum Warsberg

Stadtentwicklung : Barrierefrei vom Kammerforst bis zum Warsberg

Saarburg-Beurig soll einen zentralen Park als neue Mitte und planerisches Verbindungsstück bekommen.

Jürgen Dixius hat einen Plan. Wenn der Saarburger Stadtbürgermeister sich einen Überblick verschaffen will, fährt er in die Weinberge oberhalb der Stadt. Dann hält er inne und lässt den Blick über die Saar, Straßen und Gebäude schweifen: „Da kommen mir die besten Ideen“, sagt er. Bei so einer Gelegenheit fiel ihm das große, grüne Areal oberhalb des Bahnhofes auf der Beuriger Seite ins Auge. Er entwickelte eine Idee, deren Umsetzung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Fremdenverkehr vorgestellt wurde: Das Gebiet im Kirtel, das sich von der Beuriger Sparkassenfiliale bis hinunter an den Bahnhof erstreckt, soll zu einem Generationenplatz werden, ein Park, der dem von Verkehr und dichter Bebauung geprägten Ortsteil ein grünes Zentrum geben soll.

Dazu wird, so des Bürgermeisters Vision, ein befestigter und beleuchteter Fuß- und Radweg in der Verbindungsachse zwischen Kammerforst, Schulzentrum, Marienkirche und Bahnhof ausgebaut beziehungsweise neu angelegt. Von da aus besteht laut Vorplanung schon eine barrierefreie Verbindung bis hinauf zum Warsberg. Links und rechts des momentan als Trampelpfad angelegten Weges soll es auf den bereits von der Stadt erworbenen, kleinen Parzellen eine Begrünung und Bepflanzung (Rasen und pflegeleichte Gehölze) inklusive Spiel- und Ruhezonen geben.

In Fortsetzung der Planungen des Gebietes der ehemaligen Kasernen an der Irscher Straße wurde auch hier das Landschaftsarchitektur-Büro Bierbaum.Aichele aus Mainz (unter fünf Planungsbüros) ausgewählt. Ein Wasserlauf, Kunstobjekte und besondere Verweilorte sollen das Areal aufwerten. Der Schulweg und die Anbindung des Bahnhofs werden verbessert. Ein Erholungszentrum für Familien mit Kindern soll entstehen, auch an touristische Spaziergänger ist gedacht. Und eben auch an Menschen mit Einschränkungen wie Rollstühle oder Rollatoren.

Das erklärte Ziel ist (wie auch schon am Burgberg) eine Steigung von über sechs Prozent zu vermeiden. Günter Schüller vom Planungsbüro sagt: „Das wird uns vielleicht nicht in allen Abschnitten ganz gelingen, Saarburg ist nun mal eine Stadt am Berg, aber es wird sicher barrierearm.“ Um die Finanzierung zu erleichtern, denkt die Stadt darüber nach, die Wiese hinter der Beuriger Sparkasse zur Bebauung mit einem Mehrfamilienhaus (Dixius:“Ich will da aber keine Autos vor der Tür haben, also möglichst mit Tiefgarage.“) freizugeben und zu verkaufen.

Bei einem geschätzten Fördervolumen aus dem Städtebautopf von 75 Prozent schätzt man die von der Stadt Saarburg zu tragenden Kosten auf rund 100 000 Euro. Mit dem angrenzenden Weingut Dr. Wagner und den Anwohnern sei man im Gespräch. „Vielleicht ergeben sich da ja Synergien bei erhöhten Passanten-Aufkommen,“ sagt Dixius. Auch mit den Besitzern der sich noch nicht im Besitz der Stadt befindlichen zwei Grundstücke soll eine Einigung erzielt werden. Das Projekt Kirtel soll noch 2020 gestartet werden.