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Andreas Rösler hat über die Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen gespendet

Medizin : Nicht schlimmer als ein Nadelstich: Gonzerather spendet Stammzellen

Ob er tatsächlich ein Leben retten kann, erfährt Andreas Rösler frühestens in einem halben Jahr. Jedenfalls hat der Gonzerather über die Stefan-Morsch-Stiftung Stammzellen gespendet - für seinen unbekannten genetischen Zwilling.

„Ich würde das jederzeit nochmal machen“, sagt Andreas Rösler. Es sei weder schmerzhaft noch gefährlich gewesen, als ihm im Juli Stammzellen entnommen wurden (Info). Das sei nicht schlimmer als der Nadelstich einer Spritze oder eine Blutentnahme. Er musste lediglich vier Stunden ruhig liegen. Etwas unangenehm sei nur gewesen, sich in den drei Tagen davor Spritzen verpassen zu müssen. Sie gaukelten dem Körper vor, Grippe zu haben, damit weiße Blutkörperchen produziert würden, aus denen dann Stammzellen gewonnen werden. Daher habe er auch Gliederschmerzen wie bei einer Grippe verspürt. Aber auch die seien nicht schlimm gewesen.

Der 39-jährige Gonzerather ließ sich vor Jahren über die Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung typisieren. Als er nun einen Anruf erhielt, seine genetischen Gewebemerkmale und die einer erkrankten Person stimmten zu 100 Prozent überein, stand für ihn sofort fest, dass er helfen wollte.

Schon wenige Tage später gab es Voruntersuchungen, bei denen gecheckt wurde, ob der Hunsrücker gesund ist. Knapp zwei Wochen danach wurden die Stammzellen entnommen. Ob er mit seiner Stammzellspende helfen konnte, erfährt der Tiefbau-Bautechniker frühestens in einem halben Jahr. Außerdem können Empfänger von Stammzellen erst nach cirka zwei Jahren Kontakt zum Spender aufnehmen.

Laut Annika Bier von der Stefan-Morsch-Stiftung entspricht das deutschen Richtlinien, die für andere Länder abweichen könnten. Spender würden aber generell erst nach ihrer Spende über Alter und Geschlecht des Stammzellempfängers oder das Behandlungsland informiert. Spendern entstehende Reisekosten übernehme die Stiftung ebenso wie einen etwaigen Verdienstausfall, den aber oft auch die Arbeitgeber spendeten.

Infolge der Corona-Pandemie sieht sich die Stiftung derzeit allerdings vor neuen Herausforderungen. Denn Typisierungsaktionen wie an Schulen, in Firmen oder über Vereine sind wegen aktueller Einschränkungen kaum möglich. Laut Bier fehlen der Stiftung im Vergleich zum Jahr 2019 „mehr als 9000 Spender“ – und das bei unverändert hohem Bedarf. Es gebe zwar die Alternative einer Online-Registrierung (https://stefan-morsch-stiftung.com/online), was aber noch wenig bekannt sei. Wer sich typisieren lassen möchte, kann seine Daten über die Internetseite eingeben und erhält dann per Post alles, was es dafür braucht – einschließlich einer Anleitung, wie weiter zu verfahren ist.