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Der Wittlicher Pichterberg: der 50. Breitengrad verläuft hier.

Landmarke : Des Pichtermännchens Heimatberg

Vom Wittlicher Pichterberg hat man einen der schönsten Ausblicke über die Kreisstadt. Außerdem haben hier Trauben sehr gute klimatische Bedingungen, der 50. Breitengrad verläuft hier. Und ein geheimnisvolles Männchen soll dort wohnen.

Der Pichterberg führt vom Wittlicher Tal hinauf auf die Eifelhöhen. An seinen unteren Hängen liegen Weinberge. Weiter oberhalb ist er bewaldet und grenzt später an die Wiesen und Äcker der Eifellandschaft bei Minderlittgen und Hupperath. Insgesamt verlaufen vier Wege im Pichterberg, die Spaziergänger gerne nutzen.

Rund 23 Hektar Weinberge gibt es, in vier verschiedenen Lagen, dem Portnersberg, dem Klosterweg, dem Bottchen und dem Felsentreppchen. Wurde früher fast ausschließlich Riesling dort angebaut, sind es inzwischen auch Burgundersorten und Rotweine, die auf den Schieferböden von den drei Wittlicher Weingütern angebaut werden. Thomas Losen vom Weingut Losen-Bocktanz erklärt: „Die Weinberge am Pichterberg haben Süd-Südwestlage, damit eine intensive Sonneneinstrahlung und dort sind Schieferböden. Das sind sehr gute Vorausetzungen für die Trauben, um zu hervorragenden Weinen zu reifen.“

Woher der Name Pichterberg kommt, ist nicht eindeutig geklärt. Ein Ansatz wird aus der Gewinnung neuer Weinberge hergeleitet und kommt womöglich vom lateinischen „petitura“. Das bedeutet: das zu Gewinnende. Wildland wurde für die Weinberge gerodet und so „gewonnen“. Eine andere Erklärung verweist auf Wasseradern oder einen wasserführenden Berg. „Möglich wäre auch letzteres, weil es hier Wasseradern gibt“, so Thomas Losen.

Besonders ist am Pichterberg auch, dass hier eine Markierung des 50. Breitegrads verläuft. Vor 23 Jahren hat die Stadt Wittlich, die auf dem 50. Breitengrad liegt, zehn Markierungen angebracht, die den Verlauf durch das Stadtgebiet aufzeigen. Am Pichterberg ist eine davon, neben einer Schautafel im Obersten Weinbergsweg.

Eine wunderschöne Aussicht hat man vom Pichterberg. Viele sehr schöne Fotos von der Säubrennerstadt entstehen von hier. Man erkennt das Krankenhaus, den markanten Turm der St. Markuskirche bis hin zum Hotel Lindenhof.

Bekannt ist der Berg bei jungen und älteren Wittlichern wegen des Pichtermännchens. Der kauzige Geist stand bei der Narrenzunft schon auf der Bühne und wirkte schon beim Säubrennerschauspiel an der Kirmes mit. Ansonsten ist es aber sehr scheu und nur schwer vor die Kamera zu bekommen.

Das Pichtermännchen soll ein Waldgnom sein, der einerseits hilfsbereit ist, andererseits denjenigen, die seine Ruhe stören oder ungerecht sind, listig und boshaft gegenübertritt. Die Erzählungen vom Pichtermännchen sind Volksüberlieferungen und wurden den Wittlicher Kindern von Generation zu Generation weitererzählt. Von 1965 bis 1967 sind sie von Paul Verbeeck im Eifeljahrbuch veröffentlicht worden.

Ein Buch mit allen Geschichten ist 1981 im Herder Verlag erschienen. Dabei wurde Wittlich nicht namentlich erwähnt, sondern es wurde von einer Stadt im Tal und von dem Dorf auf dem Berg gesprochen. Das Pichtermännchen wohne in einer Schlucht zwischen der Stadt und dem Dorf. Damit könnte die Schlucht, die am Startpunkt des Trimm-Dich-Pfads auf halber Höhe des Pichterbergs beginnt und gelegentlich steil abfallend durch den Wald fast bis zur Lieser führt, gemeint sein.

Das Landesamt für Geologie beschreibt den Pichterberg als 367 Meter hoch und am Rand der Wittlicher Senke liegend. Sie ist zur Zeit des Unterperm vor fast 300 Millionen Jahren durch tektonische Prozesse und dem zeitgleichen Auffüllen von Sedimenten entstanden. Die Gesteine, die den Pichterberg aufbauen, liegen im Nordwesten dieses Beckens und sind noch älter, um die 400 Millionen Jahre.

Und Christian Heinz vom Landesamt für Geologie und Bergbau Mainz ergänzt: „An Gesteinen finden sich Quarzit, Sandsteine, Silt- und Tonschiefer.“