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Bei Kloster Machern hat ein Wolf eine Kuh gerissen

Tiere : Hat der Wolf wieder zugeschlagen? Landwirt findet gerissenes Kalb

Auf einer Weide zwischen Platten und Bernkastel-Kues/Machern fand ein Landwirt am Freitagmorgen ein gerissenes Rind. Das teilt Thomas Schwarz, Jagdpächter dieses Bereiches, dem TV mit.

Der betroffene Landwirt, Christian Zilz, habe ihm das tote Tier gemeldet. Möglicherweise könnte es sich dabei um einen Angriff eines Wolfes gehandelt haben, mutmaßt Schwarz. Die Bissspuren am Tier würden darauf hindeuten. Bei dem Opfer handelt es sich um ein erst ein paar Tage altes weibliches Kalb. Es kam vor Ostern zur Welt und war gerade erst registriert worden.

„Das Tier stand am Tag zuvor noch gesund auf der Weide,“ sagt Christian Zilz, der auf der Weide Rinder der Limousin-Rasse hält. Ein natürlicher Tod, woraufhin möglicherweise ein Aasfresser das Tier gebissen hat, sei sehr unwahrscheinlich.

Limousin-Rinder gelten als sehr robust und die Muttertiere sind meistens auch sehr aggressiv, wenn es um die Verteidigung ihrer Kälber geht. Das würde auch die geringe Fleischentnahme erklären - das Tier wurde nur in den Hals gebissen, woraufhin es gestorben ist.

„Es kann sein, dass das Muttertier versucht hat, das Kalb zu verteidigen und das angreifende Tier deshalb flüchtete,“ sagt Zilz. Normalerweise würden Wölfe mehrere Kilo Fleisch von ihrer Beute fressen.

Ob es sich nun tatsächlich um einen Wolf oder ein anderes Tier gehandelt hat, wird eine DNA-Analyse klären. Dazu werden Gewebeproben an das Landesuntersuchungsamt nach Koblenz geschickt, die nächste Woche untersucht werden, um herauszufinden, welches Tier das Kalb getötet hat.

Der Wolf breitet sich mittlerweile stärker im Landkreis aus, da inzwischen auch in Enkirch und in Morbach Wolfspuren nachgewiesen worden seien, bemerkt Schwarz.

Diese Entwicklung sei bedenklich, so der Jäger. Viele Weinbergsbrachen an der Mosel würden von Schafen frei gehalten und gepflegt. Sollte der Wolf sich weiter im Landkreis verbreiten und diese Herden angreifen, dann bestünde die Gefahr, dass die Schäfer sich zurückziehen und die Weinbergsbrachen nicht mehr gepflegt werden könnten.