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Deuselbacher laden zum ersten Autogottesdienst ein

Kirche : Autogottesdienst: Jeder für sich und doch gemeinsam

Bei der Erstauflage einer Alternative zum üblichen Kirchenbesuch sind in Deuselbach nur wenige Gläubige zum Haus der Begegnung gekommen.

Nach dem Schlusswort von Michael Jörg ertönt ein langes Hupen der Autos, die am Sonntagnachmittag vor dem Deuselbacher Haus der Begegnung stehen. Sie bedanken sich für den ersten Autogottesdienst, den der Prädikant aus Schweich für die evangelische Kirche in der VG Thalfang gehalten hat.

Jörg hielt den Gottesdienst aus einer offenen Tür des Hauses der Begegnung. Mitglieder der Kirchengemeinde hatten dort einen Altar aufgestellt, flankiert von Lautsprechern, die aus dem lokalen Jugendraum ausgeliehen waren. So konnten die Gläubigen in ihren Fahrzeugen den Gottesdienst problemlos mitverfolgen, „getrennt und doch gemeinsam, gemeinsam und jeder für sich allein in seinem Auto“, wie Jörg das Geschehen beschrieb. „Danke, dass ihr gekommen seid in euren Karossen.“

Dadurch, dass jeder Gottesdienstbesucher für sich in seinem Fahrzeug saß, konnten diese die Musik aus den Lautsprechern nicht nur mitverfolgen, sondern die Lieder ohne Infektionsgefahr mitsingen. „Eine supertolle Idee. Das muss man unterstützen“, sagt Marion Kube aus Deuselbach. In dieser Zeit müsse man sich was einfallen lassen, sagt sie. Philipp Kurz nutzt den Gottesdienst als Vorbereitung auf seine Konfirmation im Sommer. „Was Neues, das hatten wir noch nicht“, sagt sein Vater, der seinen Sprössling zum Gottesdienst gefahren hat. Und auch Anna Kube hat die Alternative zum üblichen Gottesdienst gefallen. „Wenn es nochmal einen Autogottesdienst gibt, komme ich wieder.“

Die Idee dazu hatten Iris Kube und ihr Sohn Lukas aus Deuselbach. Denn in der kleinen Kirche sei aufgrund der Corona-Auflagen ein Präsenzgottesdienst kaum möglich. Im Lektorenteam habe man die Idee diskutiert und sich schließlich dafür entschieden. Man müsse für neue Wege offen sein.

Doch beim ersten Anlauf sind Gläubige lediglich in elf Autos   zum Gottesdienst auf dem Parkplatz vor dem Haus der Begegnung gekommen. Iris Kube glaubt, dass die schlechte Wettervorhersage weitere Interessierte abgehalten habe. Doch sei sie im Vorfeld von vielen Leuten auf die „gute“, von manchen Personen auch als „verrückt“ bezeichnete Idee angesprochen worden. „Das war in aller Munde“, sagt sie. Eine Wiederholung sei auf jeden Fall vorgesehen. „Dann aber mit mehr Autos“, sagt sie.