Kommunales : Mehr Gäste kommen nach Morbach

Die Tourismusbilanz der Einheitsgemeinde zeigt: Besonders Kurz- und Wanderurlauber zieht es oft in den Hunsrück.

„Die wenigsten Urlauber bleiben ein bis zwei Wochen hier. Darauf muss man sich einstellen,“ erklärt Kerstin Thommes, Chefin der Morbacher Tourist-Information, als sie dem Tourismus-Ausschuss der Einheitsgemeinde Bericht erstattet. Alljährlich trifft das Gremium unter dem Vorsitz des Bürgermeisters im Rathaus zusammen, um die vergangene Saison zu besprechen und Strategien für die Zukunft zu finden.

Kurzzeitgäste im Hunsrück: Im Durchschnitt bleiben die Gäste 3,3 Tage in der Gemeinde. Diese Aufenthalsdauer sei geradezu konstant, sagt Thommes: 2015 waren es 3,1 Tage 2016 und 2017 3,4 Tage und 2018 3,3 Tage. Die Gästezahlen konnten sich steigern: 2016 besuchten 19 830 Gäste die Gemeinde, 2017 waren es schon 20 411 und 2018 21 408. Die Zahlen für dieses Jahr sind noch nicht komplett, aber der Trend gehe eindeutig nach oben, versichert die TI-Chefin. Auch die Zahl der Übernachtungen ist im Aufwärtstrend 2016 waren es 67 237, 2017 69 259 und 2018 69 889. „Dabei handelt es sich um Tagesgäste, Wochenendausflügler und Kurzurlauber,“ erklärt Thommes. Dem komme das Angebot in Morbach entgegen: Insgesamt gebe es 66 Gastgeber in Morbach, von denen 17 Betriebe vom Deutschen Tourismusverband zertifiziert seien.

Hochwertige Unterkünfte gefragt: Die Nachfrage nach jungen und hochwertigen Unterkünften sei groß. Vor allem die Themen Natur, Wandern und Kulinarik seien von Bedeutung. „Diese Themen werden immer wichtiger. Dafür werden zum Beispiel Kulinarik-Wanderungen angeboten,“ sagt Thommes. So sei es in diesem Jahr erstmalig gelungen, mit Bernkastel-Kues gemeinsam eine 24-Stunden-Wanderung anzubieten, die von Bernkastel-Kues nach Gonzerath und zur Burg Baldenau geführt habe.

Wandern und E-Bikes: Entschleunigung, Natur und Bewegung sind die Themen, die die Urlauber im Hunsrück erwarten. Auch das Thema Radfahren gewinne zunehmend an Bedeutung. Durch die neuen E-Bikes sei es nun auch möglich, im hügeligen Hunsrück weite Strecken zurückzulegen, wobei häufig nach Einkehrmöglichkeiten gefragt werde. Das gelte auch für die Wanderer, die vor allem die gut ausgebauten Traumschleifen der Gemeinde nutzen. Davon soll die Traumschleife Jakob-Maria-Mierscheid komplett umgebaut werden, um sie aufzuwerten, die Hunolsteiner Klamm-Tour und die Land-Zeit-Tour sei gerade nachzertifiziert worden und hätten eine bessere Bewertung erhalten. Das geplante Traumschleifchen in Gonzerath (der TV berichtete) soll als kurze, familienfreundliche Strecke auch junge Familien mit Kinderwagen ansprechen. „Das soll ein Spazier-Wanderweg werden,“ sagt Thommes.

Mehr Niederländer: Neben Tagestouristen aus der näheren Umgebung liegen die sogenannten Quell-Märkte der Morbacher Touristiker im Ruhrgebiet, Belgien, Luxemburg, dem Rhein-Main-Gebiet und zunehmend in den Niederlanden.