Bürger erzürnt: Alte Eichen müssen in Trier-Euren einem Parkplatz weichen

Umwelt : Bürger erzürnt: Alte Eichen müssen in Trier-Euren einem Parkplatz weichen

In Trier-Euren wurden Bäume gefällt, um einen Parkplatz zu bauen. Manche Anwohner sind sauer. Die Wohnungsbaugesellschaft ist sich der Problematik bewusst.

Jahrzehntelang hatten die fünf Eichen in der Lenus-Mars-Straße 5 – 7 in Trier-Euren gestanden, hatten in heißen Sommern Schatten gespendet und den Anwohnern ein Stück weit Natur in die Stadt gebracht. Dann rückten im Dezember Landschaftsgärtner an und fällten die Eichen, die so hoch waren wie die mehrstöckigen Mehrfamilienhäuser um sie herum. Die Anwohner waren nach eigenen Angaben darüber nicht informiert worden. Für manche war es ein Schock.

Hört man sich um, erfährt man, dass die Bäume gerade in den vergangenen beiden heißen Sommern ein großer Segen gewesen seien. Nun sei insbesondere die Südseite eines der Gebäude der Mittagssonne voll ausgesetzt. Viele ältere Menschen würden dort wohnen. Und wie passe es damit zusammen, fragen sich Anwohner, dass vergangenen August in Trier der Klimanotstand ausgerufen wurde und nun fünf große Bäume gefällt wurden?

Namentlich möchte keiner der Anwohner genannt werden, etwa weil sie Angst vor einer Wohnungskündigung haben. Mit der Kommunikation mit der Wohnungsbau und Treuhand AG (gbt) stehe es nicht zum Besten, ist etwa von einem Mieter zu hören.

Stefan Ahrling, Vorstand der gbt, widerspricht dem und sagt, dass es neben den üblichen Kontaktkanälen alle drei Monate den sogenannten „heißen Draht“ gebe, der über die Mieterzeitung angekündigt werde. „Da haben Mieter die Möglichkeit, mich direkt anzurufen.“ Jedem Anliegen gehe er dann persönlich nach. Vertragliche Zusicherungen würden eingehalten. Man könne es aber natürlich nicht jedem recht machen. „Was Mieter gerne wollen, ist nicht immer umsetzbar. Wir haben bestimmte Budgets, man kann nicht alles gleichzeitig machen“, sagt Ahrling.

Zu den Fällungen sagt er: „Die Entfernung der Bäume geschah aufgrund der seit Jahren herrschenden Parkplatznot an dieser Stelle.“ Es habe auch immer wieder Beschwerden über Dellen in den Autos wegen fallender Baumfrüchte gegeben. Aufgrund mangelnder Alternativen hätten die Leute ihre Autos teils sogar direkt über den Baumwurzeln geparkt. Nun sollen dort, wo die Bäume standen, zusätzliche Stellplätze entstehen, sagt Ahrling. Manche Anwohner begrüßen das, für andere ist es ein Schock, dass ein Teil der Wiese nun auch noch asphaltiert werden soll.

„Wir hatten fast inmitten der Stadt eine grüne Oase. Morgens zwitscherten die Vögel. Die Kinder spielten im Sommer auf der schattigen Wiese. Manchmal merkt man erst, wie wichtig etwas war, wenn es weg ist“, sagt eine Anwohnerin.

 Ahrling bedauert, dass gesunde Bäume gefällt wurden. „Es ist uns ein Anliegen, möglichst viele Bäume zu erhalten.“ Und auch darüber hinaus setze sich die gbt für Nachhaltigkeit und Naturschutz ein. So habe man etwa auf Grundstücken Bienenwiesen errichtet, um Insekten mehr Lebensraum zu geben. „Auch die zunehmende Elektrifizierung unseres Fuhrparks, der große Anteil an mit Photovoltaik ausgestatteten Dächern und der Einsatz von vielen Blockheizkraftwerken sprechen für sich“, findet Ahrling.

Der Parkplatz in der Lenus-Mars-Straße werde gebraucht, sagt der Vorstand. Aber im Gegenzug werde  die gbt zumindest auf einem anderen Grundstück eine Stelle suchen, „auf der wir neue Bäume pflanzen können“.