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Kommunalwahl: Die Neuen punkten in den Städten

Kommunalwahl : Die Neuen punkten in den Städten

Bei der Stadtratswahl in Gerolstein bleibt die CDU trotz Verlusten stärkste Kraft, die UWG Kylltal kommt auf Anhieb auf 17 Prozent. In Hillesheim bricht die FWG um über 12 Prozent ein, die Grüne und FDP für sich verbuchen.

In der noch jungen und großen Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein wurde zwar kein neuer VG-Rat gewählt, da das wegen der Fusion der neuen Gebietskörperschaft erst im vergangenen Herbst getan wurde, dennoch ging es auch bei den aktuellen Kommunalwahlen dort spannend zu – vor allem bei den Stadtratswahlen in Gerolstein und Hillesheim.

Bei der Stadtratswahl in Gerolstein heißt der große Wahlgewinner: UWG Kylltal. Die neuformierte Gruppierung, die sich von der FWG abgespalten hat, hat auf Anhieb 17,1 Prozent und somit vier Sitze im 24-köpfigen Gremium erzielt – ebenso viele Plätze wie zuvor FWG und die inzwischen aufgelöste BUV hatten. Mit Gerlinde Blaumeiser in ihren Reihen hatte die junge Truppe ein starkes Zugpferd, obwohl die Unternehmerin als parteilose Kandidatin bei der Stadtbürgermeisterwahl angetreten war.

Zugewinne auch bei den Grünen (+3 Prozent), die künftig vier statt drei Sitze im Rat haben sowie auch bei der FDP (+1,6 Prozent), bei der es aber weiter nur für ein Stadtratsmandat reicht.

Selbst die SPD hat gewonnen. Während die Sozialdemokraten beinahe überall abgewatscht worden sind, erzielen sie in der Brunnenstadt 0,6 Prozent mehr und landen bei  25,2 Prozent. Sicherlich ein Verdienst von Stadtbürgermeisterkandidat Uwe Schneider. Doch trotz Zugewinns reicht es weiter nur für  sechs Sitze. Die verjüngte CDU bleibt mit 38,5 Prozent zwar klar stärkste Kraft, muss aber Einbußen von  3,6 Prozent und einem Sitz im Rat hinnehmen. Neun Schwarze ziehen in den neuen Stadtrat ein. Egal ob sich Friedhelm Bongartz (CDU) oder Uwe Schneider (SPD) bei der Stichwahl am 16. Juni durchsetzt: Der künftige Stadtbürgermeister muss Koalitionen schmieden, um seine Idee durchsetzen zu können.

Bei der Stadtratswahl in Hillesheim lautet das Ergebnis fernab aller Zahlen: Der Rat wird bunter. Anstatt drei sind nun fünf Gruppierungen vertreten, da Grüne und FDP neu einziehen. Die FWG verliert ihren Status als stärkste Kraft – und zwar mächtig. Sie bricht um 12,2 Prozent ein und landet bei 36,3 Prozent. In etwa so viel gewinnen zusammen Grüne (8,2 Prozent) und FDP (4,85 Prozent). Stärkste Kraft wird mit hauchdünnen Vorsprung die CDU: 36,45 Prozent bedeuten dennoch einen Stimmenverlust von 4,65 Prozent. Die SPD legt um 3,85 auf 14,25 Prozent zu.

Auf die Sitzverteilung im 20-köpfigen Rat wirkt sich das wie folgt aus. FWG (-3) und CDU (-1) erreichen jeweils jeweils sieben Sitze, die SPD drei (+1), die Grünen zwei und die FDP einen Sitz.

Die FWG-Fraktion um ihren Sprecher Dieter Bernardy steht besonders einer ortsnahem Umgehung kritisch gegenüber. Mit dem Thema wird sich der Stadtrat sowie die neugewählte Stadtbürgermeisterin Gabi Braun zeitnah auseinandersetzen müssen. Denn als eine seiner letzten Amtshandlungen hat der langjährige Amtsinhaber eine erneute Bürgerbefragung zum wichtigen Verkehrsthema in Hillesheim veranlasst. Die Befragung endete am Wahlsonntag mit Schließung der Wahllokale. Das Ergebnis liegt aber noch nicht vor.

 Stadtrat Gerolstein
Stadtrat Gerolstein Foto: TV/Schramm, Johannes
 Stadtrat Hillesheim
Stadtrat Hillesheim Foto: TV/Schmitz, Alexandra

Während Bernardy gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, äußerte sich CDU-Listenführer Stephan Hoffmann, der zunächst als Stadtbürgermeisterkandidat gehandelt worden war, aber im letzten Moment zurückzog.  Er sagte: „Wir sind happy: Wir sind stärkste Kraft im Hillesheimer Stadt und ,unsere’ Kandidatin ist zur neuen Stadtbürgermeisterin gewählt worden.“ Die Stimmverluste von 4,65 Prozent ergeben sich laut Hoffmann aus dem Umstand, dass nun mehrere Gruppen in den Rat eingezogen seien. Für ihn ist das Gesamtresultat ein klares Signal. Hoffmann betont: „Das Wahlergebnis ist eine klare Aussage für die Ortsumgehung, und es ist eine deutliche Watschn für den FWG-Vorsitzenden, der sich mit seinem Flugblatt gegen die Umgehung kurz vor der Wahl ein Eigentor geschossen hat.“ Auf die Frage, ob er erneut den Fraktionsvorsitz übernehmen wird, meinte Hoffmann: „Erst müssen wir sehen, wer von uns wie viele Einzelstimmen erzielt hat. Und dann ist es ja auch so, dass die stärkste Fraktion den Ersten Beigeordneten stellt.“