Ein Aufstieg fehlt noch in seiner Karriere

Ein Aufstieg fehlt noch in seiner Karriere

Besser kann ein Einstand kaum laufen: Neuzugang Martin Hauswald war bei Eintracht Trier der gefeierte Siegtorschütze im DFB-Pokalspiel gegen St. Pauli. An der Mosel will der 29-Jährige die Lust am Fußball zurückgewinnen.

Trier. Diese Wertschätzung genoss Martin Hauswald schon länger nicht mehr. Gegen St. Pauli durfte der Eintracht-Neuzugang von der ersten bis zur letzten Minute ran. Bei Rot-Weiß Erfurt war ihm das in der Vorsaison nur drei Mal vergönnt. Hauswald - meist ein- oder ausgewechselt. Und das trotz seiner Erfahrung aus mehr als 200 Partien in Deutschlands dritthöchster Spielklasse. "Obwohl ich regelmäßig zum Einsatz kam, wurde am Ende in Erfurt nicht wirklich auf mich gesetzt", blickt der 29-Jährige zurück.
Deshalb der Tapetenwechsel. Nach vier Jahren bei den Thüringern. Umzüge sind für Hauswald nichts Außergewöhnliches. Bei acht Vereinen stand der im sächsischen Sebnitz an der tschechischen Grenze geborene Mittelfeldspieler seit dem Jahr 2000 unter Vertrag. SC Borea Dresden, Tennis Borussia Berlin, Rot-Weiss Essen, Preußen Münster, Union Berlin, Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel, Erfurt. Hauswald galt lange Zeit als Wandervogel.
Jetzt also Trier. Regionalliga. "Ich hatte im Sommer auch Anfragen aus der dritten Liga. Aber der Markt ist momentan schwierig. Ich habe gesagt: Wenn ich in die vierte Liga gehe, dann nur zu einem ambitionierten Verein. Den habe ich mit Eintracht Trier gefunden", sagt der Poker-Fan.
Vom Umfeld machte er sich in der Vorbereitung eine Woche lang als Trainingsgast ein Bild. Er ließ sich sportlich überzeugen, klärte das Finanzielle und das Private. Seine Frau - eine selbstständige Maskenbildnerin - bleibt vorerst in Erfurt. Hauswald hat in Fell (Kreis Trier-Saarburg) mit Familienhündin Lexa (zweieinhalbjähriger Labrador) ein Appartement bezogen. Als Wirbelwind im Mittelfeld und Standard-Spezialist will der 25-fache Zweitliga-Spieler dazu beitragen, dass die Eintracht auch in der am Samstag mit dem Heimspiel gegen Wiedenbrück beginnenden Regionalliga-Saison eine gute Figur abgibt. In Erfurt spielte Hauswald zuletzt auf der rechten Seite, in Trier ist für ihn die linke Seite vorgesehen. "Wo ich spiele, ist mir egal. Ich habe die gute Ostfußball-Ausbildung genossen. Da wurde sehr auf Beidfüßigkeit geachtet", sagt der Offensiv-Allrounder.
Drei Abstiege (mit TeBe, Union und Kiel) werfen einen Schatten auf seine Karriere. Ein Aufstieg fehlt ihm noch. "Natürlich habe ich etwas vor in Trier. Aber ich will die dritte Liga nicht als Ziel herausposaunen", sagt Hauswald. Zunächst einmal wäre er froh, wenn weiter auf ihn gebaut wird: "Ich bin nach Trier gekommen, um zu spielen. Und wenn es geht, so oft wie möglich über 90 Minuten." bl
Prominenter Trainings-Gast: Der türkische Ex-Nationalspieler Serhat Akin nimmt seit gestern als Probespieler am Training von Eintracht Trier teil. "Geplant ist, dass er bis Freitag bleibt", sagt Trainer Roland Seitz zum TV. Der 30-jährige Stürmer spielte zuletzt beim Karlsruher SC, wo er nach insgesamt knapp 20 enttäuschenden Monaten (18 Zweitligaeinsätze) keinen neuen Vertrag erhielt. Akins Stationen davor: Fe nerbahce Istanbul, RSC Anderlecht, 1. FC Köln, Kocaelispor und Konyaspor. Akin, der Champions-League-Erfahrung hat, würde zwar nicht ins Profil des gesuchten kopfballstarken, bulligen Mittelstürmers passen, doch Seitz sagt: "Wenn wir einen anderen Spielertyp an Land ziehen könnten, der ein Top-Niveau verkörpert, wären wir dumm, es nicht zu tun." bl

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