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Franzenheim: Irsch beeindruckt in Unterzahl

Franzenheim : Irsch beeindruckt in Unterzahl

Fußball-Kreisliga B Trier/Saar: Der SV Trier-Irsch gewinnt  das Spitzenspiel in Franzenheim mit 3:1. Dabei überstanden die Gäste fast eine Hälfte zu zehnt – und sind nun Verfolger Nummer eins des VfL Trier.

Abgesehen von den Akteuren auf dem Platz hatte ein Mann am Sonntagnachmittag Schwerstarbeit zu verrichten: Günter Franzen, der Platzkassierer der SG Pellingen/Franzenheim, bahnte sich in der zweiten Hälfte des Spitzenspiels in der Kreisliga B Trier/Saar gegen den SV Trier-Irsch den Weg durch die Zuschauer, die fast allesamt dichtgedrängt auf der dem Dorf zugewandten Seite des Sportplatzes standen. „Seit Jahren hatten wir nicht mehr so viele Leute bei einem unserer Spiele“, stellte Franzen fest. Am Ende sollte er 255 Besucher gezählt haben. Rund 150 davon hielten es mit den Blau-Weißen aus Irsch. Viele von ihnen waren passend zum 1. Mai mit dem Bollerwagen die wenigen Kilometer nach Franzenheim gewandert.

Nach den gut 90 intensiven Minuten des Verfolgerduells zwischen dem bis dahin punktgleichen Tabellendritten und -zweiten feierten die Gäste den 14. Sieg in Folge (!) ausgelassen. Die Freude der Irscher war umso ausgeprägter, da sie fast eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren mussten: Drei Minuten waren im zweiten Durchgang absolviert, da unterschätzte Irschs Verteidiger Linus von Keutz einen Diagonalball der Pellinger etwas und brachte dann den sonst wohl frei aufs Tor laufenden Andreas Hennen zu Fall. Spielertrainer Philipp Hermes war noch auf gleicher Höhe mitgelaufen, Schiedsrichter Arndt Collmann wertete das Vergehen aber als Verhinderung einer klaren Torchance und zeigte Rot.

Bereits kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts war Collmann voll gefordert, als er auf Elfmeter für Irsch entschied. Hier traf SG-Spielertrainer Michael Hassani seinen Irscher Kollegen Hermes beim Schussversuch und brachte ihn zu Fall. Die Entscheidung war vertretbar, für Pellingen/Franzenheims Coach aber nicht so recht verständlich: „Ich kreuze mit Philipp. Er tritt mir dann von hinten ans Bein.“ Am von Goalgetter Christoph Nickl geschossenen Strafstoß war Torwart Marc Berenz noch dran, konnte das 1:2 aus Sicht seiner Elf aber nicht verhindern.

Die Gäste hatten einen Topstart erwischt und gingen bereits in der zweiten Minute in Führung. Nach Nickl-Ecke war der aufgerückte Innenverteidiger Nico Herz zur Stelle und köpfte aus drei Metern zum 0:1 ein. Irsch versuchte die Partie spielerisch zu kontrollieren, musste dem stumpfen Rasenplatz aber ein ums andere Mal Tribut zollen.

Hassani war der Antreiber im Pellinger Spiel. Lang nach vorne geschlagene Bälle sollten die Abwehr der Irscher knacken – oder Standards. Fast nach jedem Freistoß oder jeder Ecke wurde es gefährlich im Strafraum der Irscher. So etwa in der sechsten Minute, als Hassani nach einer Ecke nur knapp vorbeiköpfte. Auf der Gegenseite verpasste der agile Marco Döring einen Torerfolg zunächst mehrfach knapp. Mal machte sich Berenz bei einem gefühlvollen Schlenzer lang (15.), mal kam er nach einem Zuspiel von Spruck einen Schritt zu spät (16.). Dann rettete Sven Schettgen auf der Torlinie (38.). Pellingen lauerte auf seine Chancen und kam in der 43. Minute zum Ausgleich. Beim Pass in die Tiefe von Hennen auf Adrian Meier reihten sich Stellungsfehler und mangelndes Zweikampfverhalten fast von der gesamten Irscher Hintermannschaft aneinander, und der Pellinger Angreifer traf an Torwart Nicolas Kimmlingen vorbei zum 1:1. Der Elfmetertreffer von Nickl war die schnelle Antwort, und auch vom Platzverweis kurz nach der Pause ließen sich die Irscher nicht beeindrucken. „Wir sind weiter früh draufgegangen. Was wir für eine Reaktion gezeigt haben, war klasse“, lobte Coach Spruck. Torschütze Herz ergänzte: „Wir sind nach der Roten Karte noch stärker zurückgekommen.“

Pellingen schaffte es nicht, das Spiel schnell zu machen und Lücken unter den zehn Irschern aufzureißen. Mitte der zweiten Hälfte legte der SVI sogar noch nach: Auf Flanke von Thomas Wagner war Döring am langen Pfosten zur Stelle und köpfte zum 1:3 ein.  Die Hausherren machten auf, alleine Nickl hatte noch zwei, drei Mal eine Resultatserhöhung auf dem Fuß. Auf der Gegenseite wurde es dagegen nur noch mal brenzlig, als Kimmlingen der Ball nach einem relativ harmlosen Hennen-Schuss durchflutschte und fast im Tor gelandet wäre (74.).

Den verdienten Sieg der Irscher erkannte Michael Hassani an. „Nach der Roten Karte haben wir in Überzahl einfach nicht clever gespielt und waren nicht sicher genug.“ Das Aufstiegsrennen schreibt der vor der Saison nach Franzenheim zurückgekehrte, frühere Tarforster Rheinlandligaspieler aber noch nicht ab: „Es sind noch vier Spiele, in denen es zwölf Punkte zu verteilen gibt. Das war ein Rückschritt, wir werden aber den Kopf nicht in den Sand stecken.“

Beim SV Trier-Irsch rückt indes das finale und möglicherweise alles entscheidende Spiel Ende des Monats beim VfL Trier in den Fokus. Für Nico Herz ist die Marschrichtung klar: „Wir werden jetzt weiter alles gewinnen, und dann steigen wir auf.“ Auf ihre Zuschauer werden sich die Blau-Weißen sicher auch in den nächsten Wochen verlassen können. „Wie viel Leute uns hier wieder unterstützt haben, war einfach überragend. Das hat uns noch einmal besonders motiviert. Einfach richtig geil“, war auch Spielertrainer Spruck völlig begeistert vom großen Rückhalt.

SG Pellingen/Franzenheim - SV Trier-Irsch 1:3 (1:2)

Pellingen: Marc Berenz . Simon Müller (71. Sebastian Thein), Christian Dres, Benedikt Mai, Luca Franzen, Sven Schettgen, Michael Hassani, Philip Mendgen, Pascal Willems-Theisen (71. Marc Schuh), Adrian Meier, Andreas Hennen.

Trier-Irsch: Nicolas Kimmlingen - Joah Wallerius, Linus von Keutz, Marvin Theis (88. Ulf Müller), Steven Becker, Christoph Nickl, Thomas Wagner (65. Florian Meo), Tobias Spruck, Philipp Hermes (88. Yannik Briesch), Marco Döring (77. Konstantin Arens), Nico Herz.

Schiedsrichter: Arndt Collmann (Welschbillig) - Zuschauer: 255

Tore: 0:1 Nico Herz (2.) 1:1 Adrian Meier (43.), 1:2 Christoph Nickl (45.+2, Foulelfmeter), 1:2 Marco Döring (64.).

Rot: Linus von Keutz (48., Notbremse)