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Trier: Kellerkinder planen den Aufstand

Fußball : Kellerkinder planen den Aufstand

Fußball-Bezirksliga im Wintercheck, Teil V: Lüxem, Baustert und Speicher haben sich im Abstiegskampf längst noch nicht aufgegeben.

SV Lüxem (16. Platz, 9 Punkte/16 Spiele, 23:40-Tore)

Zur Überraschung vieler steht das Team aus dem Wittlicher Stadtteil nur auf dem drittletzten Tabellenplatz. Nach vier Niederlagen zum Start folgten die beiden bislang einzigen Siege gegen Schoden (2:1) und Speicher (6:1), ehe dann mit zehn Partien in Folge bis zur Winterpause ohne Sieg ein Absturz folgte. „Die Ausfälle von Benny Sorge, Paddy Schmidt, Nils Thörner, teilweise auch Daniel Mehrfeld und Janek Laas bekommst du nicht ersetzt, obwohl das keine Entschuldigungen sind. Wir hätten deutlich mehr Punkte holen müssen, doch mitunter haben auch die Seriosität und die Einstellung zum Fußball gefehlt“, muss Trainer Christoph Krähling eine eher magere Bilanz ziehen.

Für den 40-Jährigen gilt es, den Negativlauf zu beenden, das Selbstbewusstsein zu stärken und die Siegermentalität wieder zu finden: „Wir wollen die defensiven sowie offensiven Umschaltmomente wieder hinbekommen sowie die Spielkultur verbessern. Die jungen Spieler sollten einfach ihre Nervosität ablegen. Ziel ist es, die verkorkste Saison mit dem Klassenerhalt versöhnlich ausklingen zu lassen.“

Neu im Team ist seit kurzem Benedikt Schönhofen, der studienbedingt aus Münster zurück ist, sowie Florian Schmitt, den Krähling aus der so starken zweiten Mannschaft (Kreisliga C II Mosel) hochgezogen hat. Während das Comeback von Patrick Schmidt nach aktuellem Stand noch ein ganzes Jahr auf sich warten lässt (Folgen eines Kreuzbandrisses), sind Mehrfeld und Thörner zurück. Sorge befindet sich im Aufbautraining.

Nach den bisherigen Tests beim Rheinlandligisten FV Hunsrückhöhe Morbach (2:3) und gegen A-Ligist SG Moseltal-Maring (6:0) stehen Mitte-Bezirksligist SG Vordereifel Müllenbach (Samstag, 16 Uhr, Kunstrasenplatz am Bürgerwehr in Wittlich) und tags darauf, 13.30 Uhr, in Bekond A-Ligist SV Föhren als weitere Testspielpartner fest. Auf dem Weg zum Klassenverbleib sollen möglichst viele Punkte aus den drei Heimspielen Ende Februar/Anfang März gegen Ruwertal, Ralingen und Ehrang/Pfalzel die Grundlage liefern. „Diese drei Spiele werden vorentscheidend  sein, wir hoffen auf eine kleine Serie“, so Krähling.

 

SG Baustert (17. Platz, 8 Punkte/16 Spielen, 19:42-Tore)

Die Vereinigten aus Baustert, Oberweis und Bettingen (Bob) kamen nach stets knappen Niederlagen im siebten Spiel gegen Wallendorf (2:1) zum ersten Dreier und legten mit dem folgenden 1:0-Sieg gegen Schillingen nach. Einsatz und Mentalität passten, doch das Spielglück fehlte danach (wieder). In den acht anschließenden Partien danach gelang der SG Bob kein Sieg mehr. Lediglich die Nullnummer in Lüxem brachte noch etwas Zählbares. Weil man vor der Winterpause auf den vorletzten Tabellenplatz zurückfiel, trennten sich Trainer Thorsten Schmitz und die SG einvernehmlich. Mit Claudio Zornio wurde ein Mann verpflichtet, der 2019/20 den damals (gerade wieder) eigenständigen SV Baustert in der Eifel- Kreisliga B II erfolgreich betreut hatte.

„Den Großteil der Mannschaft kannte ich noch über den SV Baustert. Das Teamgefüge ist sehr gut, alle Spieler zeigen in den Trainingseinheiten eine hohe Bereitschaft. Jetzt geht es darum, die Jungs körperlich fit zu machen und wieder eine Bezirksliga-taugliche Mannschaft zu sein. Der spielerische Feinschliff wird jetzt folgen“, weiß Zornio, welche Hebel er zu bedienen hat – und ergänzt: „Wir wollen wieder stabil und kompakt stehen und die Anzahl der Gegentore verringern. Der Klassenerhalt steht absolut im Fokus. Zudem möchte ich eine Entwicklung sehen. Wir versuchen natürlich, jedes Spiel zu gewinnen.“

Luca Schilz (SV Schleid) und Johannes Enders (SG Echtersbach-Biersdorf) haben das Team verlassen. Aus Verletzungen zurück sind Torwart Simon Esch, Goalgetter Martin Esch, Mario Hoffmann und Tom Freitas. Wohl länger werden nach Angaben von Zornio noch die verletzten Simon Lehnen und Tobias Bales fehlen. Ein erstes Testspiel ging in Luxemburg beim Drittligisten FC  Daring Echternach (2:4) verloren, ein weiterer Vergleich im Großherzogtum beim Viertligisten Jeunesse Gilsdorf und Spiele gegen die beiden A-Ligisten SG Prümer Land Prüm und TuS Ahbach sollen folgen. Ab 27. Februar geht es dann wieder in der Bezirksliga um Punkte. „Im ersten Spiel gegen Wallenborn als direkten Konkurrenten heißt es nur, drei Punkte einzufahren. Dann müssen wir unbedingt auch gegen Speicher nachlegen, um ein gutes Gefühl für die Wochen danach zu bekommen“, betont Zornio.

 

SV Speicher (18. Platz, 6 Punkte/15 Spiele, 17:54-Tore)

Die Töpferstädter stellen offensiv wie defensiv jeweils das zweitschlechteste Team. Bis zum ersten Sieg vergingen zwölf Spieltage, ehe es zu einem 2:0 gegen Wallenborn kam. Gegen Wittlich (1:8), Schoden (0:6) und Lüxem (1:6) zeigte sich die Defensive nicht Bezirksliga-tauglich. „Klar sind wir mit dieser Ausbeute nicht zufrieden und sehr enttäuscht. Wir hatten vergangene Saison bis zum Abbruch eine gute Runde gespielt und wollten auch heuer nicht in Abstiegsnot geraten. Leider haben wir uns vom ersten Spieltag an in der Abstiegszone aufgehalten und es nicht geschafft, uns dort rauszuziehen“, lautet die Zwischenbilanz von Trainer Martin Wagener.

Aufgeben wollen sich die Töpferstädter aber nicht. „Den Klassenerhalt können wir nur packen, wenn uns eine Serie gelingt. Zwei, drei Siege können reichen, den Anschluss wieder zu finden“, weiß der Coach. In Sachen Fitness, Kondition, Defensivstabilität und im Verhalten bei Ballbesitz sieht Wagener Verbesserungsbedarf. Mit Harald Keilen, einst beim FC Bitburg und der SG Echtersbach an der Seitenlinie, kam ein erfahrener Co-Trainer hinzu. Den Abgang von Julian Ewen nach Schleid  will man über die Neuverpflichtungen Markus Nikolay (SG Dist/Röhl) und Eric Heinen (SG Nattenheim) kompensieren.

Aus einer zweijährigen Verletzungspause zurück ist Johannes Steinbach, auch Timo Hoffmann ist wieder einsatzfähig. Einen Schub verspricht sich der Coach vom reaktivierten Gabriel Thomsen, der zuletzt beruflich ein halbes Jahr pausieren musste. Till Schiffmann spielt fortan in der zweiten Mannschaft. Auf dem Weg der Besserung befindet sich Artur Poloshenko, der mit dem Lauftraining begonnen hat und zumindest für das Saisonfinale wieder ein Thema scheint. Bis zum Saisonende werden indes Marcel Selmane und Tobias Berlin ausfallen, Thomas Schütz fällt wegen eines Muskelfaserrisses drei Wochen lang aus. Die Tests gegen Mehring (3:0), Bitburg (2:3) und Hetzerath (4:1) waren „sehr zufriedenstellend hinsichtlich der Defensivstabilität und der guten Umschaltmomente. Jetzt müssen wir es hinkriegen, über 90 Minuten konstant zu sein“, so Wagener.

Nach der Winterpause warten direkt vier Auswärtsspiele am Stück. Wagener ist das egal: „Jedes Spiel ist ein Finale für uns. Team und Verein glauben jedenfalls an eine Wende.“