Weide oder Stall

WITTLICH. Zum Thema "Landwirtschaft in der Eifel – der Bauernhof vor meiner Haustür" veranstaltete unsere Klasse 6b des Peter-Wust-Gymnasiums eine Exkursion zu zwei Bauernhöfen in Wittlich.

Zuerst erkundeten wir den Bio-Bauernhof Breit an der Bundesstraße zwischen Trier und Wittlich. Herr Brandsma zeigte uns zunächst seine Lagerhallen, Ställe, Maschinen, Weiden und Felder. Dann erklärte er uns, dass er ökologische Landwirtschaft im Einklang mit der Natur betreibt. Er legt mehr Wert auf den Schutz der Umwelt und auf einen geschlossenen Stoffkreislauf statt auf absolute Höchsterträge. Deshalb sind Tierhaltung und Ackerbau eng miteinander verbunden. Ein Teil der angebauten Pflanzen dient als Viehfutter, und der anfallende Kot und Harn der Tiere liefert Nährstoffe für die Pflanzen auf dem Acker. Grundsätzlich werden nur so viele Tiere gehalten, dass der Stoffkreislauf im Gleichgewicht bleibt. Felder werden ausschließlich mit Kompost, Mist oder Jauche gedüngt. Gleichzeitig wird durch vielseitige Fruchtfolgen, Mischkulturen und einen hohen Anteil an Stickstoff spendenden Pflanzen wie Klee für eine natürliche Nährstoffanreicherung des Bodens gesorgt. Im Vergleich zur üblichen Landwirtschaft verursacht ökologischer Landbau mehr Arbeit. Die Erträge sind etwa um 30 Prozent geringer. Produkte aus ökologischem Anbau kosten daher immer etwas mehr Geld. Familie Brandsma hält 21 Milchkühe, Kälber, Stiere, Pferde und Hühner auf dem Hof. Die Kühe sind überwiegend auf der Weide. 55 Hektar Weideland sorgen dafür, dass sie viel Bewegung, Licht und frische Luft haben. Um von der Landwirtschaft leben zu können, stellt die Familie zusätzlich eigenen Käse her, den sie in ihrem Laden auf dem Hof auch selbst verkauft. Der Laden gehört einem Verein, der aus 60 Familien besteht. Zum Abschluss auf dem Bio-Hof durfte jeder von uns noch ein Stückchen Käse aus eigener Herstellung probieren. Danach wanderten wir zum Helenenhof am Rand des Mundwaldes. Familie Zelder hat sich auf Rinderhaltung spezialisiert. In ihrem Boxenlaufstall halten sie neun Milchkühe, im Rinderstall 35 Mastbullen und 112 Jungtiere. Die meiste Zeit des Jahres verbringen die Tiere im Stall, wo sie zwei Mal täglich gefüttert werden. Die Kühe können frei herumlaufen, fressen, ruhen oder schlafen. Für jede Kuh gibt es einen mit Stroh eingestreuten Liegeplatz. Kot und Harn fallen meistens außerhalb der Liegeboxen auf die Laufgänge. Benedikt Schütz, Klasse 6b, Peter-Wust-Gymnasium Wittlich