Fahrbericht: Einer fürs Sportabzeichen

Fahrbericht : Einer fürs Sportabzeichen

Der in Saarlouis gebaute Focus ist der Kassenschlager von Ford. Der Kompaktwagen gilt als Konkurrent auf Augenhöhe für den Platzhirsch aus Wolfsburg, den  VW Golf, und den  direkten Rüsselsheimer Gegenspieler, den  Opel Astra.

Kein Wunder also, wenn die Kölner da auch mit einem besonders sportlichen Exemplar nicht hintenan stehen möchten. Was sich in Wolfsburg GTI und in Rüsselsheim GSI nennt, das firmiert bei  Ford unter dem Kürzel „ST“. Und der neue Ford Focus ST zeigt, dass er das Zeug zum Herausforderer  hat.

Bereits seit 2002 bieten die Kölner mit der Modellvariante „ST“ den „Klassenkameraden“ in diesem Segment erfolgreich die Stirn.  Doch die Luft in diesem Bereich ist dünner geworden. Längst gibt es nicht nur GTI oder GSI. Auch andere Hersteller haben erkannt, dass sich unter den sportlichen Kompakten viele Kaufwillige tummeln. Modelle wie der Peugeot 308 GTI, der Hyundai i30N oder auch der Renault Mégane machen der Schar der „kompakten Wilden“ – um nur drei stellvertretend zu nennen – das Leben schwer.

Deswegen reicht es auch nicht mehr, den Triebwerken mehr Leistung einzuverleiben. Es geht auch um Dinge wie Fahrwerkstechnik, um Beherrschbarkeit, aber auch um Nachhaltigkeit. Zudem müssen derlei Autos halbe Alleskönner sein. Sie müssen die Vorgaben als ziviles  Familienfahrzeug in Sachen Platz und Komfort mit jede Menge Spaß bei der Vorwärtsbewegung verbinden. Auch ein ST soll und muss immer noch ein Focus bleiben. Wenn auch ein etwas anderer.

An diesem Punkt beginnt die Arbeit von Ford Performance.  Das geht schon bei der Optik los, denn Ausstattungsfeatures wie doppelte Auspuff-Endrohre,  ein  auffallend großer Dachspoiler und ein besonderer Kühlergrill verleihen dem ST seine eigene Note. Hinzu kommen die beiden  18- und 19-Zoll-Alufelgen sowie die  Lackierungen „Performance Blau“ und „Tropical Orange“. Beide gibt es nur in Verbindung mit einem „ST“-Modell.

Diese „Umkleide-Arbeiten“ am Blechkleid setzen sich auch unter der Haut fort. Im Interieur findet man Instrumente für den Lade- und Öldruck. Nichts geht auch bei einem Fahrzeug mit diesem Anspruch ohne  Alu-Pedalerie, Lederlenkrad und viel Chrom, verteilt über Schalthebel und andere Bedien-Elemente.  Drückt man den obligatorischen Startknopf, der längst den Schlüssel ersetzt hat, nimmt man zudem in gut geformten Recaro-Sitzen Platz.

Am wichtigsten aber sind natürlich die Fahrdaten: Der neue 2,3-Liter-Eco-Boost-Turbobenziner holt mit 280 PS 30 „Pferdchen“ mehr an Leistung aus seinen vier Brennräumen heraus als sein Vorgänger.  Ein Drehmoment von 420 Newtonmetern sorgt für ordentlichen Vorwärtsdrang.  Der zwei Liter große Selbstzünder als Pendant zum Ottomotor bringt es im neuen ST jetzt auf 190 (vorher 185) PS: Beide Triebwerke erfüllen die strengste Abgasnorm Euro 6 d-temp.

Die Preislisten für den neuen Ford Focus ST beginnt bei 31 900 Euro für die Diesel-Variante. Den Kombi  „Turnier“ mit dem gleichen Aggregat gibt es ab 33 100 Euro. Der kostengünstigste Benziner beginnt bei 32 900 Euro, auch hier kostet die Kombi-Variante „Turnier“  1200 Euro mehr, also 34 100 Euro.

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