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Glaube im Alltag
Eine besondere Zeit 

Manche sind schon in Vorfreude auf Weihnachten, manche fühlen sich gehetzt, weil noch so viel zu erledigen und zu besorgen ist. Die Weihnachtsmärkte in den Städten sind mit ihren bunten Buden schon seit einer Woche geöffnet.

Der Advent hat für mich einen eigenen Zauber: Lichter und Gerüche wecken Kindheitserinnerungen. Mich begleiten die adventlichen Lieder, die von Erwartung und Vorfreude erzählen. „Wir sagen Euch an den lieben Advent. Sehet, die erste Kerze brennt. Wir sagen Euch an eine heilige Zeit. Machet dem Herrn die Wege bereit.“

Die Adventsbotschaft wird für mich in zwei Worten ausgedrückt: „Seid wachsam!“ Oder anders gesagt, lass dich nicht zu sehr einlullen vom schönen Schein. Was wir im Advent erwarten, ist und war zu allen Zeiten ein Geschenk und eine Provokation. Friede und Liebe werden in unserer Mitte in der Weihnachtsgeschichte greifbar. Zu allen Zeiten eine Botschaft, ein Hoffnungszeichen in einer unfriedlichen und oft herzlosen Welt!

Der Advent will uns wachrütteln, will unsere Augen öffnen für das Schöne und Gute und für die Hoffnung gegen das Dunkel der Welt. Ich muss wach und wachsam sein, damit ich die kleinen Lichter der Freude um mich herum entdecken kann.

Ich habe die Hoffnung, dass ich nicht nur in der Hektik mitlaufe, sondern zwischendurch Halt machen kann, um zur Besinnung zu kommen, und mir Zeit lasse für die Menschen, die mir wichtig sind, für ein Lächeln mitten im Arbeitsstress, für die lieben und netten Worte, die ich sonst einfach überhöre, für eine Begegnung oder einen Besuch, die schon lange ausstehen.

„Seid wachsam“ ist für mich eine Herausforderung, die über meine privaten und persönlichen Dinge hinausgeht. Wach und achtsam sein, wie wir auch im öffentlichen Leben über andere – Nahe und Fremde – reden, wie wir Hoffnungszeichen setzen und ein offenes und herzliches Miteinander fördern oder doch nur den eigenen Vorteil suchen.

Ich wünsche mir und Ihnen eine gute Balance in den kommenden Wochen und etwas Zeit, sich von der Botschaft von Weihnachten, von Friede und Liebe ansprechen und betreffen zu lassen. Damit wir in das Adventslied einstimmen können: „Freut Euch, freuet Euch sehr! Schon ist nahe der Herr!“ Eine gute und gesegnete Adventszeit.