Bildung

Zum Leserbrief "Wir müssen eh alle sterben" (TV vom 21. Dezember):

Die Leserbriefschreiberin argumentiert zum Thema Unterrichtsversorgung sehr undifferenziert. Es ist unbestritten, dass guter Unterricht an Schulen wichtiger ist als jede Statistik - Ministerin Ahnen hat recht. Aber warum werden denn diese Statistiken überhaupt gemacht: weil es von Eltern, Verbänden, Lehrern und auch von der Politik gewollt ist. Will die Schulelternsprecherin etwa keine Zahlen? Oder nur solche, die die eigene vorurteilsbeladende Argumentation bestätigen? Und hier muss man schon sagen, dass das Land sehr transparent ist. Wer die Aussagen der Ministerin genau liest, sieht, dass im Stundensoll neben den Pflichtstunden auch Förderangebote und AG enthalten sind. Traurig finde ich die unsägliche polemische Auseinandersetzung mit dem Thema, die sich auch in der Überschrift des Leserbriefes festmacht. Denn nach meinen Informationen ist die Schweicher Schule genauso gut mit Lehrern versorgt wie im letzten Jahr. Schlichtweg falsch ist die Behauptung, junge Lehrkräfte müssten sich mit Zeitverträgen zufriedengeben. Wer sich nur ein bisschen mit der Materie beschäftigt, der weiß, dass alle zu besetzenden Stellen im Land auch wieder besetzt wurden. Nach meinen Recherchen sind das in diesem Schuljahr bereits jetzt mehr als 600 feste Stellen, plus Vertretungslehrerpool mit 200 Stellen. Weitere mehrere Hundert Einstellungen zum zweiten Schulhalbjahr wurden angekündigt. Um Krankheiten zu überbrücken, gibt es Vertretungslehrer mit befristeten Verträgen. Das ist aus meiner Sicht ein flexibles Instrument, um einer kranken Lehrkraft oder einer Lehrerin, die Mutter wird, die Sicherheit zu geben, wieder an ihre alte Schule zurückkommen zu können. In jeder Firma wird mal jemand krank, dennoch hält kein Firmeninhaber für alle Eventualitäten zu jeder Zeit hundert Prozent Ersatz bereit. Andrée Nebe, Mehring