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Wald und Wirtschaft: Gutes Holz, schlechtes Holz

Wald und Wirtschaft : Gutes Holz, schlechtes Holz

Zum Artikel „Zu viel Nachfrage nach zu wenig Holz“ (TV vom 19. April) schreibt Reinhold Werner:

Die Holzpreise sind am Boden, der Wald schwer geschädigt. Bei jedem Sturm und hohem Borkenkäferbefall sinken die Preise ins Uferlose. In den 80er Jahren waren die Holzpreise sehr schlecht und die Aufarbeitung sehr teuer, weil die großen Aufarbeitungsmaschinen noch wenig im Einsatz waren. „Nordische Fichte“ war das Schlagwort. Unser Holz war nicht gefragt. Die Zeiten haben sich geändert, von nordischen Fichten hört man nichts mehr. Plötzlich war unser Holz sehr gut und die Preise stiegen. Durch maschinellen Einsatz war die Aufarbeitung viel günstiger. Die Waldbesitzer – „Gemeinden, Staatsforst und Privatwaldbesitzer“ – schrieben schwarze Zahlen, was über Jahrzehnte zuvor nicht so war. Das Holz wurde von Staatsforstämtern verkauft, auch im Auftrag der Gemeinden und Privatwaldbesitzer. Die Holzwirtschaft klagt zum Kartellrecht. Nun darf das Holz nicht mehr gemeinsam verkauft werden. Nun kann jeder Waldbesitzer selbst verkaufen, was nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Im Volksfreund-Artikel beschwert sich die Holzindustrie zu leicht steigenden Preisen. China und die USA zahlten etwas mehr. Die Waldbesitzer brauchen unbedingt die steigenden Preise. Der Wald ist schwer geschädigt, die Aufforstung sehr schwierig und teuer. Es wird in Zukunft viel weniger Holz auf dem Markt sein.

Man muss sich 100 Jahre um seinen Wald kümmern – und man kann sein Holz nicht für „einen Apfel und ein Ei“ verramschen.

Reinhold Werner, Schillingen