Leserbriefe: Warum ein sinnvolles System ändern?

Leserbriefe : Warum ein sinnvolles System ändern?

Zu den Änderungen bei der Müllentsorgung im Landkreis Vulkaneifel schreibt dieser Leser:

Änderungen bei der Abfallentsorgung haben in den letzten Jahrzehnten schön öfter die Gemüter erregt. In der Praxis hat sich vieles nachher als nicht so dramatisch dargestellt, wie befürchtet. Ich erinnere mich an den Austausch der Blecheimer gegen die grauen Riesen.
Damals musste der Landrat des Kreises Daun Karl-Adolf Orth nach erheblicher Kritik viel Überzeugungsarbeit leisten. Heute will wohl keiner mehr auf die gut handhabbaren Kunststoffbehälter verzichten. Wenn allerdings nunmehr ein Austausch von den 240-Liter-Tonnen auf 80-Liter-Behälter vorgesehen ist, stellen sich mir grundsätzliche Fragen. Bisher war es im Vulkaneifelkreis die einhellige politische Meinung, den Großbehältern den Vorrang einzuräumen, um insbesondere wilden Müllablagerungen vorzubeugen. Auf Verwiegung und sonstige Möglichkeiten zur Reduzierung der Abfallmengen wurde bewusst verzichtet. Nun entsteht der Eindruck, dass über zusätzliche Abfuhren wegen der massiv reduzierten Behältergröße höhere Gebühren erzielt werden sollen. Kostensteigerungen dürften Familien mit Kleinkindern und pflegebedürftigen Personen durch den Anfall von Windeln drohen. Das Ziel der verursachergerechten Kostenverteilung ist zwar grundsätzlich zu begrüßen; zu bezweifeln ist jedoch, ob insgesamt eine Kostenersparnis erreicht wird, wenn die Gemeinden und Straßenverwaltungen die Beseitigung von Müll in der Landschaft besorgen müssen.
Zur Abschaffung der Biotonne im Kreis Vulkaneifel und Einführung der Biotüte hatte ich mich in einem am 14. März 2018 veröffentlichten Leserbrief kritisch geäußert. Der TV überschrieb diesen damals mit „Fauler Kompromiss“. Es ist für mich nach wie vor nicht einsichtig, warum ein sinnvolles, gesetzmäßiges und akzeptiertes System einem Verfahren weichen muss, das mit erheblichen Problemen behaftet sein wird. Dabei steht im Vordergrund die Frage nach der Bereitschaft der Bevölkerung, mit Biotüten durch die Gegend zu reisen.
Weiterhin werden die Sammelbehälter mit örtlichen Standorten verständlicherweise ein erhebliches Akzeptanzproblem bei der Nachbarschaft hervorrufen. Letztlich könnte die A.R.T. das Ziel erreichen, auch den Bio-Abfall im Ganzen zur Optimierung des Restmülls in die Verbrennung zu bringen. Die Abläufe machen insgesamt deutlich, dass Zusammenschlüsse und Fusionen nicht zwingend zu mehr Effizienz und geringeren Gebühren beziehungsweise Kosten führen.