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Auf Corona-Streife mit der Polizei

Eifeler halten sich weiterhin an Regeln : Auf Corona-Streife mit der Polizei durch Bitburg

Streifen der Polizei sind seit Wochen im öffentlichen Raum präsent, um für die Bürger in der Pandemie ansprechbar zu sein, aber auch zur Kontrolle der Abstandsregeln und nun auch der Maskenpflicht. Wir haben mit zwei Beamten eine Runde durch Bitburg gedreht.

Wenn die Polizei auftaucht, werden manche Menschen nervös: Raser fahren plötzlich anständig, Ladendiebe lassen die Finger von den Supermarktregalen, Drogendealer suchen das Weite. Und wer dieser Tage einen Uniformierten sieht, achtet natürlich peinlichst genau auf die neuen Corona-Regeln.

Auch eine Frau, die in der Trierer Straße mit ihrem Mann auf Einkaufstour unterwegs ist, wird beim Anblick der Beamten hektisch. Sie schaut sich um, ihre Schritte werden schneller, während sie in ihrer Jackentasche kramt. Dann endlich hat sie die weiße Maske und zurrt sie hinter den Ohren fest.

Es ist ein Verhalten, das wir an diesem Tag öfter sehen, als wir Hauptkommissar Dennis Dussa und Oberkommissar Manfred Heinen auf ihrer Streife durch Bitburg begleiten. Die beiden müssen darüber schmunzeln. Auch wenn das in diese Zeiten nur schwer zu erkennen ist. Denn auch das Lächeln der Beamten wird von einem Mundschutz bedeckt. „Die denken wahrscheinlich, dass sie was verkehrt machen“, sagt Heinen. Dabei gilt die Maskenpflicht derzeit gar nicht im öffentlichen Raum, sondern nur in Geschäften, Banken, Arztpraxen und dergleichen.

Auch Polizisten müssen bislang grundsätzlich keinen Mundschutz tragen. Warum sie es trotzdem tun, erklärt Hauptkommissar Dussa so: „Wir wollen einerseits Vorbild sei. Und den Bürgern andererseits vermitteln, dass wir mit ihnen auf einer Stufe stehen und uns wie unser Gegenüber schützen.“

Letztlich sei das Tragen der Masken für die Beamten auch genauso neu und auch unangenehm, sagt Heinen: „An der Nase zwickt der Draht der Maske ein bisschen.“ Kollege Dussa ergänzt: „Ich habe einen recht langen Bart, da schwitzt man dann schon unter so einem Ding.“ Aber hilft ja nichts.

Auf ihrem Marsch durch die Stadt scannen die Beamten das Umfeld. Viel zu beanstanden gibt es allerdings nicht. Die Leute, das zeigt ein Blick auf die Straßen aber auch durch die Schaufenster der Geschäfte, halten sich an die Regeln.

Eineinhalb bis zwei Meter Abstand, keine Gruppen bilden, Hände desinfizieren, Maske tragen — das müssen die Polizisten kaum noch jemandem erklären. Die Botschaft bei den Eifelern: angekommen. „Es hat uns als Polizei wirklich gefreut, wie viel Verständnis die Bürger für die doch sehr großen Einschränkungen haben“, findet Dussa. Auch die Zahl der Verstöße wegen sogenannter Corona-Parties sei in den vergangenen Wochen zurückgegangen.

Mitte März habe man noch den ein oder anderen Jugendlichen bei einer Feier in der Stadt aufgegriffen (der TV berichtete), und auch Bußgelder verhängt. Doch inzwischen sei „alles ruhig“. Das bestätigt sich bei unserem Streifzug, der auch durch den Kaufland-Markt in der Kölner Straße führt. Wohin man auch schaut, von der Obstabteilung bis zum Tierfutter: Überall maskierte Gesichter. Bis die Beamten an der Kasse dann auch eine ältere Frau ohne Mundschutz antreffen.

Dussa geht auf sie zu. „Sie wissen schon, dass Sie eine Maske tragen müssen?“, fragt er die Seniorin. Sie erschrickt kurz und schüttelt dann aber den Kopf: „Ist das jetzt Pflicht? Das wusste ich nicht.“ Sie beginnt in ihrer Jackentasche zu wühlen: „Ich hab aber eine“, sagt sie und versucht sich das Ding überzustreifen, was allerdings nur leidlich gelingt. Der blaue Stoff ist verdreht und verheddert sich an der Nase der Frau.

Mit ein wenig Hilfe gelingt es aber dann doch endlich. Als die Polizisten ihr den Rücken kehren, sagt Heinen noch: „Die Dame hat die Maske wahrscheinlich noch nicht oft angehabt.“ Dussa: „Das wird sie jetzt aber hoffentlich machen.“

Ein Bußgeld wird erstmal nicht fällig. In der ersten Woche, sagt Hauptkommissar Dussa, würden die Bürger nur verwarnt und über die Sinnhaftigkeit der neuen Regel aufgeklärt, um im besten Fall Akzeptanz und eine Verhaltensänderung zu erreichen. Danach sind 10 Euro bei allen fällig, die sich nicht an die Regeln halten. Zumindest in Bitburg haben Polizei und Ordnungsamt hier aber wohl kaum Grund für Kontrollen.