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So berichtet die Presse über die "Untergang"-Landesausstellung in Trier

Untergang des römischen Reiches : „Alle Wege sollten nach Trier führen“ - Viel Lob für Römer-Ausstellung von Spiegel, Welt und Co (Fotos/Video)

„Wie im Blockbuster durch die Spätantike“ und „wichtigste kulturhistorische Ausstellung des Jahres“: Wie Spiegel, Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung oder der General-Anzeiger über den „Untergang des Römischen Reiches“ berichten.

Der „Spiegel“ berichtet in der aktuellen Ausgabe gleich auf vier Seiten, die „Welt am Sonntag“ widmet dem Thema eine Seite, so macht es auch die „Die Zeit“ – und auch in vielen regionalen Zeitungen ist die Lust aufs römische Ende von Anfang an groß. Auf Trier und seine Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“. Bei den Schwerpunkten, den die Kulturjournalisten setzen, gibt es zwar durchaus Unterschiede – die einhellige Meinung ist aber: Trier lohnt sich in diesem Jahr.

Was Trier zur wohl wichtigsten kulturhistorischen Ausstellung des Jahres macht

Ausstellung Untergang des Römischen Reiches: Ein Prachtstück kommt im Landesmuseum in Trier an

So resümiert Berthold Seewald, leitender Redakteur Kulturgeschichte bei der „Welt“: „Gleichwohl wirkt vieles am Untergang Roms und dem Umgang der Nachgeborenen erschreckend vertraut. Das aufzuzeigen macht Trier zur wohl wichtigsten kulturhistorischen Ausstellung des Jahres – das gilt für Berufshistoriker genauso wie für alle, die sich privat für Geschichte interessieren.“

Im General-Anzeiger (Bonn) schreibt Martin Wein unter dem Titel „Requiem für ein Weltreich“ einer effektvollen Inszenierung in 14 Räumen des Landesmuseums: „Etwas mehr als ein Jahrhundert lang war Trier anstelle Roms eine Hauptstadt des Römischen Reiches und mit mindestens 70.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. Ihr Luxus war legendär. Die Barbarathermen übertrafen fast alles, was man im Imperium kannte. Die ersten Säle der Hauptschau fangen diese Stimmung gelungen ein.“ Sein Fazit: „Wer sich Zeit für dieses Panoptikum des Unter- und Übergangs nimmt, der reist durch die Spätan- tike wie in einem Blockbuster. Auch der Etat der Groß-Schau ist mit vier Millionen Euro allein im Landesmuseum ähnlich bemessen. Das Haus in der Provinz etabliert sich nach den Vorgänger-Ausstellungen zu Konstantin und Nero damit erneut als zentraler Deutungsort der römischen Antike in Deutschland.“

Auch für die „Rheinpfalz“ und Autorin Dagmar Gilcher ist Trier der perfekte Ort die Untergangsszenarien: „Es spricht für alle drei Ausstellungen, dass sie ohne Pathos, ja fast nüchtern, und zugleich optisch ansprechend wissenschaftliche Erkenntnisse mit klug ausgewählten Objekten präsentieren und dabei gleichzeitig viel zum Nachdenken anregen. Alle Wege sollten demnächst also nicht nach Rom, sondern erst einmal nach Trier führen.“

„Spiegel“-Autor Frank Thadeusz, der schon in den vergangenen Monaten mehrfach über verschiedene Aspekte des Untergangs geschrieben hat, rückt im aktuellen Artikel den Trierer Experten für alte lateinische Quellen, Lothar Schwinden, und seine „extra für die Schau angefertigte Fleißarbeit“ in den Fokus – und das „Ost-West-Problem der Römer“: „Die Ausstellung in Trier zeigt nun die herzliche Abneigung, mit der West- und Ostrom einander verbunden waren.“

Besondere Optik der Ausstellung macht Geschichte des Untergangs lebendig

Claudia Krell vom SWR lobt unter anderem die Optik der „außergewöhnlichen Ausstellug“: „ Die Räume (im Landesmuseum) sind von ganz hell bis dunkel gestaltet - bis zum Untergang des Römischen Reiches. Jeder Raum hat eine eigene Farbe und Architektur“, schreibt sie. Das mache es abwechslungsreich. „Die Geschichte des Untergangs wird lebendig und zeigt, welche historischen Ereignisse und Entwicklungen zum Niedergang des römischen Staates führten.“

„Die Zeit“ widmete in der aktuellen Ausgabe eine Seite der Totenreise des Paulinus.

Tilman Spreckelsen hat sich für die Frankfurter Allgemeine Zeitung die Ausstellung angeschaut. Trier sei ein „exzellenter Ort“, um den Gründen für den Untergang nachzugehen: „Die kaiserliche Residenz steht für die Fragmentierung der Macht ebenso wie für die Schwächung des Reiches, indem sie eine Reihe von Germanenüberfällen erleiden musste und nicht mehr als sicher genug galt.“ Ein Exponat hat ihn besonders beeindruckt: „So wie Beobachtungen am Zerfall des Römerreichs durchaus den Blick für die Gegenwart schärfen können, so ist das berühmte Gemälde von Joseph-Noel Sylvestre (...) erschreckend in seiner zeitlosen Aktualität. Einer von Alarichs Barbaren schlingt im eroberten Rom ein Seil um ein marmornes Standbild, um es zu zerstören, einfach so.“