Michael Denzer organisiert das 71. Weinfest der Mittelmosel

Veranstaltung : Die größte Veranstaltung an der Mittelmosel hat einen neuen Macher

Michael Denzer feiert beim 71. Weinfest der Mittelmosel seine Premiere als Organisator. Er geht mit Respekt an die größte Veranstaltung der Region heran. Auf die Weinfreunde wartet eine Besonderheit.

Barbara Jakobs geht entspannt durch die Räume des Mosel-Gäste-Zentrums in Bernkastel-Kues. „Ich bin auch emotional“, sagt sie. 15 Jahre hat sie die Geschicke des Weinfestes der Mittelmosel geführt, davor war sie 15 Jahre die Assistentin des langjährigen Organisators Rene Achtermann. Beim Weinfestempfang 2018 verkündete Barbara Jakobs ihren Abschied. Die Nachfolge musste schnell geregelt werden. Denn die Organisation des größten Festes der Region erfordert fast schon ein ganzjähriges Engagement. Und so steht nun Michael Denzer vor seiner Premiere. Ein Veranstaltungsprofi ist er schon länger, aber ein Weinfest mit 200 000 Besuchern und mehr ist eine besondere Herausforderung.

„Anspannung ist da“, räumt er wenige Tage vor der Eröffnung am Donnerstag, 29. August, ein. „Es ist aber keine Angst, sondern Respekt vor der Großveranstaltung“, fügt Denzer an. Hier zum Beispiel eine bisher der Öffentlichkeit wahrscheinlich nicht bekannte Zahl: „Wir schließen etwa 100 Verträge mit Musikkapellen und Bands ab“, erläutert er. Der Wein steht natürlich fünf Tage im Mittelpunkt. Die Zahl der Verträge zeigt aber, welche Bedeutung das Musikprogramm auf den großen und kleinen Bühnen sowie im großen Festzug hat.

Das Großereignis (29. August bis  2. September) hat seine Duftmarken, die vielen Leuten geläufig sind. Donnerstag: Moselblümchen- und Winzerkittel-Treff, offizielle Eröffnung sowie Weinprobierabend; Freitag: Rummelplatzeröffnung und Empfang der Mosella; Samstag: Feuerwerk; Sonntag: Winzer-Festzug; Montag: Tag der Einheimischen. Zentrum des Frohsinns ist die 300 Meter lange Weinstraße am Bernkasteler Gestade. Dort stehen etwa 30 Weinstände. Zu ihnen kommen 16 Stände mit fester Nahrung.

Eine Frage muss Michael Denzer natürlich gestellt werden. Hat der Neue etwas am Konzept und der Organisation geändert? Es sind Nuancen, die viele Besucher gar nicht bemerken werden. Die Ordner, die beim Festzug neben den Festwagen gehen, tragen nun einheitliche blaue Westen. Im vergangenen Jahr waren sie noch orange. Damit seien die Ordner und die Orte, die die Festwagen stellen, nicht glücklich gewesen, sagt Denzer. Unter anderem weil die Westen üppig beschriftet gewesen seien. Auf den neuen Westen stehe nur „Ordner“. Es bleibe nun Platz um auf eigene Veranstaltungen im jeweiligen Ort aufmerksam  oder Werbung zu machen.

Explizit geht Denzer auf die Bedeutung der teilnehmenden Orte ein: „Es ist das Weinfest der Mittelmosel“, sagt der 54-Jährige. Ohne die Weinstände aus diesen Orten und ohne deren Festwagen und Musikkapellen, könne das Fest nicht existieren. Und so gibt es auch im Programmheft eine Neuerung. Einer Gemeinde wird eine Doppelseite mit Fotos gewidmet. Den Anfang macht das benachbarte Graach. Es wird zwar etwas dauern bis alle Orte durch sind, aber das Fest ist ja auch ein Dauerbrenner. Es findet schon zum 71. Mal statt.

Eine Veränderung werden die Besucher wahrnehmen. Nahe der Michaelskirche, und damit am Anfang der Weinstraße, wird eine fünf Mal drei Meter große LED-Wand stehen. Auf ihr laufen unter anderem die Namen der Sponsoren und wichtige Informationen zum Fest von 11 Uhr bis nachts durch. Auch Werbung ist möglich, sagt Denzer, der natürlich weitere Geldquellen sucht.

Die drei größten Bühnen (Marktplatz, Karlsbader Platz und Weinstraße) tragen erstmals die Namen von Betrieben. Die Bühne auf der Weinstraße wird an das Ende des Areals verlegt und mitten auf der Straße stehen. „Sie ist dann schon von Weitem zu sehen“, sagt Michael Denzer. „Dort spielen zum Beispiel Bands, die noch kein Repertoire für ein mehrstündiges Konzert haben“, ergänzt Elena Thul, die Michael Denzer unterstützt und vorher auch schon Barbara Jakobs zur Seite stand.

Attraktiver gestaltet werden soll die Rummelplatzeröffnung am Freitagnachmittag um 14 Uhr. Die jungen Besucher kommen am Kueser Moselufer, wo auch wieder ein Handwerkermarkt ist, nicht nur in den Genuss von Freifahrten. Auf sie warten auch Essensgutscheine und Musik mit einem DJ.

Das sichtbare Sicherheitskonzept bleibt wie es ist. An der Einfahrt von der Brücke zum Marktplatz werden schwere Trecker anderen Fahrzeugen den Weg versperren. Die Weinstraße wird am Anfang und Ende mit Containern geschützt. Eine Neuerung, die nur ein paar Stunden dauert, gilt der Sicherheit der Besucher vor, während und nach dem Feuerwerk. Die steile Treppe von der Brücke an Kueser Moselufer wird, so Michael Denzer, zur „Einbahnstraße“. Sie wird nur zum Hinaufgehen genutzt werden können. Wer ans Moselvorgelände will, muss den Weg über den Brückenkopf und die Triniusstraße gehen. Sicherheitsleute werden dies auf der Brücke regeln.

Das Zentrum der Fröhlichkeit  ist die Weinstraße. An etwa 30 Ständen wird dort ausgeschenkt. Foto: klaus kimmling (kik), klaus Kimm

Wie schon gesagt: Das Weinfest ist ein Hochfest für Weinfreunde. Und die können in dieser Hinsicht in diesem Jahr etwas Besonderes verkosten. An einem Stand wird nur Wein aus der berühmten Lage „Bernkasteler Doctor“ ausgeschenkt. Das nur 3,25 Hektar große Areal gilt als teuerste Weinlage der Welt. Einige der in der Rieslingwelt bekanntesten Weingüter haben dort Parzellen.

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