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Leichtsinn kann tödlich sein

Kommentar : Leichtsinn kann tödlich sein

Jeder Mensch, der an den Folgen einer Covid-19-Infektion stirbt, ist einer zu viel. Wenn sich bewahrheitet, worauf aktuelle Fallzahlen aus Klinken in Deutschland und weltweit hinweisen, wird die Zahl der Toten durch die mittelbaren Folgen der Pandemie aber ebenfalls hoch sein.

Wenn 25 bis 50 Prozent weniger Herzinfarkt-Diagnosen gestellt werden als in den Zeiten vor Corona, dann ist das auch ein Beleg dafür, dass vermutlich sehr viele Menschen mit akuten Infarkten derzeit den Notruf vermeiden. Ein nicht oder zu spät behandelter Infarkt kann ähnlich dramatische Folgen haben wie ein Schlaganfall, auf den nicht sofort reagiert wird. „Zeit ist Hirn.“ So lautet eine einfache Formel der Neurologen. Wer bei akuten Krankheitssymptomen aus Angst vor Corona oder aus irgendeinem anderen Grund Zeit verspielt, bis eine Behandlung beginnt, gefährdet seine Gesundheit und sein Leben. Die Sorge, sich in einem Krankenhaus mit Corona anzustecken, ist angesichts der Vorsichtsmaßnahmen in den Kliniken der Region nach Angaben der Ärzte extrem gering. Die Behandlung akuter Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems ist dort ebenso gewährleistet wie die Versorgung onkologischer Patienten. Leichtsinn kann tödlich sein, auch ohne Corona-Infektion.

r.neubert@volksfreund.de