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Dauner Tafel passt Ausgabe regelmäßig an Corona-Regeln an

Ehrenamt : Über allem steht bei der Dauner Tafel momentan der Infektionsschutz

Bei der Dauner Tafel ändert sich die wöchentliche Lebensmittelausgabe. Wegen der verschärften Covid-19-Infektionsgefahr soll das Risiko für Kunden und ehrenamtliche Mitarbeiter so gering wie möglich gehalten werden.

Die Dauner Tafel ist eine feste Institution in der Kreisstadt, doch die Kunden müssen sich gerade umstellen: An zwei Donnerstagen hatten sich im März 2020 die Türen der Einrichtung nicht wie gewohnt um 10 Uhr geöffnet, um Menschen in angespannten wirtschaftlichen Verhältnissen mit Lebensmitteln unter die Arme zu greifen.

„Wir waren auf den damaligen sehr kurzfristig ausgerufenen Lockdown ja überhaupt nicht vorbereitet“, erinnert sich Michael Lauer, der unsere Zeitung gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Rita Schmaus (siehe Info) über den aktuellen Stand informiert. Zudem hätten die Supermärkte und Einzelhandelsgeschäfte, die der Tafel regelmäßig Lebensmittel spenden, wegen der Hamsterkäufe vieler Bürger zeitweise deutlich weniger Überschüsse gehabt als üblich, erklärt der stellvertretende Vorsitzende.

Im Rückblick auf die inzwischen zehn Monate dauernde Corona-Pandemie betont Michael Lauer, dass bei der Dauner Tafel im Vergleich zu anderen Einrichtungen landauf, landab die Versorgung ihrer Kunden zu keinem Zeitpunkt in eine Krise geraten sei. Zum einen ermöglichte die 50 000-Euro-Spende des Vereins „Bürgerdienst Lepper e.V.“ das Zukaufen von Lebensmitteln (der TV berichtete).

Zum anderen konnte der Tafelladen bis auf die beiden eingangs erwähnten Ausnahmen stets offen gehalten werden – „damit die Kunden auch die Lebensmittel bekommen, die sie haben möchten“, sagt Lauer. Gleichzeitig sei aber die Verantwortung für die Gesundheit der knapp 70 ehrenamtlichen Mitarbeiter und der an jedem Donnerstagvormittag innerhalb von drei Stunden rund 100 zu bedienenden Kunden (die wiederum Lebensmittel für etwa 250 Personen mitnehmen) immens gestiegen.

   „Wenn wir auch bisher bereits akribisch auf sämtliche Hygiene- und Schutzvorkehrungen geachtet haben, so macht es die zunehmende Verschärfung der Covid-19-Infektionsgefahr erforderlich, die Lebensmittelausgabe zu verändern“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende. Und bedauert mit Blick auf nicht eingehaltenen Abstand und nachlässigen Umgang mit Mund-Nasen-Schutz: „Auch das Verhalten einiger uneinsichtiger, leichtsinniger Kunden hat uns zu diesem zeit- und arbeitsintensiven Schritt bewogen.“

    So kann ab der vierten Kalenderwoche (erstmals also am Donnerstag, 28. Januar) jeweils nur noch die Hälfte der Tafelkunden im Wechsel zur wöchentlichen Lebensmittelausgabe kommen. Damit steht mehr Zeit für den Lebensmittelempfang zur Verfügung, und die Wartezeiten draußen in der Kälte  sowie die Anzahl der wartenden Kunden werden reduziert.

Wenn nun die Kunden bis auf Weiteres zwar nur im zweiwöchentlichen Abstand zur Tafel kommen können, so ist aber davon auszugehen, dass sie dann je nach Verfügbarkeit etwas mehr Lebensmittel erhalten und für eine längere Zeitspanne versorgt sind.

Der Aufenthalt von Kunden im Tafelladen ist auf zwei begrenzt, und es darf (wie bisher schon) nur eine Person pro Haushalt zur Lebensmittelausgabe erscheinen. „Ja, es sind im Laufe der Jahre Freundschaften zwischen Kunden entstanden, und unser Laden ist auch ein wichtiger Ort für soziale Kontakte“, beschreibt Rita Schmaus eine Beobachtung.

 So sieht es im Tafel-Laden kurz vor der Öffnung mit Ausgabe der vorgepackten Tüten aus Foto: Bernd Liebler
So sieht es im Tafel-Laden kurz vor der Öffnung mit Ausgabe der vorgepackten Tüten aus Foto: Bernd Liebler Foto: TV/Bernd Liebler

„Aber das Gebot der Stunde ist die absolute Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln“, sagt sie – „und darauf achten wir sehr genau“. Michael Lauer betont:  „Dem Team der Dauner Tafel ist es wichtig, auch während der Corona-Beschränkungen die Bedürftigen mit Lebensmitteln zu unterstützen, auch wenn dies derzeit in nur eingeschränkter Weise geht. Beabsichtigt ist, wieder zur bisherigen Form der Lebensmittelausgabe zurückzukehren, sobald es die Infektionslage zulässt.“