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Aleksandar Biedermann (Worms) und sein Wiedersehen mit Eintracht Trier

Fußball-Oberliga : ,King Kong‘ Biedermann und das Wiedersehen mit Eintracht Trier

Aleksandar Biedermann ging einst für den SVE auf Torejagd, nun stürmt er für Wormatia Worms. Warum sein Einsatz im Gipfeltreffen beider Clubs am Sonntag gefährdet ist, weshalb für ihn an der Mosel vor vier Jahren schnell Schluss war – und wie er zu seinem Spitznamen kam.

An einem Wochenende war er der Held, am nächsten dann schon wieder der Buhmann. An Stürmer Aleksandar Biedermann schieden sich in der Saison 2017/18 bei Eintracht Trier die Geister. Der Angreifer, seinerzeit aus Hauenstein zum SVE gewechselt, kam schwer in die Gänge, schraubte sein Torkonto bis Saisonende aber noch auf zwölf Treffer hoch.

„So ist das: Als Stürmer wirst du an Toren gemessen“, sagt Biedermann heute im Rückblick, wobei die positiven Erinnerungen an sein Engagement an der Mosel überwiegen: „Ich fand’s schön, wie die Fans meinen Namen gesungen haben. Zu manchen Spielern habe ich noch Kontakt, vor allem zu Ömer Kahyaoglu und auch Dominik Kinscher. Es war eine coole Zeit.“ Ein anderer Mitspieler damals war Josef Cinar, inzwischen Trainer des SVE. „Ich freue mich, ihn wiederzusehen. Josef hatte schon damals bei uns das Sagen. Und er konnte gut mit den Teamkollegen umgehen“, wundert Biedermann Cinars nahtloser Übergang vom Spieler zum Coach nicht.

Biedermanns Zeit in Trier endete schon nach zwölf Monaten, obwohl er ein Angebot für eine Vertragsverlängerung vorliegen hatte. „Es kam aber erst nach dem letzten Saisonspiel“, hätte sich Biedermann ein früheres Signal gewünscht. So landete er für zweieinhalb Jahre in Luxemburg (Rosport, Mondorf), ehe er zum TuS Mechtersheim wechselte.

Von dort führte ihn der Weg in diesem Winter zu Wormatia Worms, Triers Hauptkonkurrenten um den Regionalliga-Aufstieg. Das erste Aufein­andertreffen beider Vereine in dieser Saison an diesem Sonntag in Worms elektrisiere auch bei der Wormatia und deren Umfeld. „Jeder ist heiß auf das Spiel. Ein Sieg wäre enorm wichtig für uns. Und wir sind heimstark. Jede Partie in der Meisterrunde ist wie ein K.o.-Spiel“, sagt Biedermann, der aber womöglich selbst gar nicht mitwirken kann. Eine Zahnarztbehandlung könnte ihn ausbremsen. Biedermann findet’s ärgerlich, verweist im Fall der Fälle aber schon direkt auf das noch folgende Rückspiel in Trier.

Aleksandar Biedermann (Worms) und sein Wiedersehen mit Eintracht Trier
Foto: Wormatia Worms

Wie will Worms die Eintracht knacken? Biedermann lächelt – und hält sich bedeckt: „Die Taktik bleibt geheim.“ Kein Geheimnis ist, dass die Eintracht von zahlreichen Fans nach Worms begleitet werden wird. „Ich habe das schon mitbekommen. Ich hoffe, dass die Wormser Fans auch bereit sind für das Topspiel“, sagt Biedermann, der den Spitznamen ,King Kong‘ hat. Warum? „Ich war in der Jugend immer etwas breiter als die anderen.“

Mit breiter Brust ist die Wormatia in den vergangenen Wochen nicht immer aufgetreten. Biedermann, der nach eigener Aussage nach seinem Abschied aus Trier zwischenzeitlich mehr als einmal von der Eintracht kontaktiert wurde, glaubt aber nicht, dass das am angekündigten Abschied von Trainer Kristjan Glibo zum Saisonende liegt.

Auch bei Biedermann selbst, der in Anlehnung ans Geburtsjahr seines vor nicht allzu langer Zeit verstorbenen Onkels die Rückennummer 48 trägt, läuft es nach dem Wechsel noch nicht rund. Während er für Mechtersheim in 19 Spielen 16-mal traf, stehen bei der Wormatia bislang nur drei Startelfeinsätze und ein Tor zu Buche.  „Es kann nicht immer gut laufen. Ich hoffe, dass sich meine Quote im weiteren Saisonverlauf noch verbessert“, sagt Biedermann. In diesem Punkt hat sich also nichts geändert: Als Stürmer ist man mal der Held – und mal der Buhmann.