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Handball-Länderspiele in Trier: Stress für Aufbauer, Hoffnung für 2025

Frauen-Handball-Länderspiele in Trier : Stress für die Aufbauer, Hoffnung für 2025

Die deutsche Mannschaft feiert in Trier einen Rekordsieg – und auch abseits des Feldes läuft es mit Blick auf die WM-Bewerbung rund.

Rund eine Stunde nach Ab­pfiff des 36:10-Rekordsiegs der deutschen Handballerinnen gegen Griechenland (siehe Hintergrund) war die Spielfläche der Arena schon wieder zurückgebaut. Der Handballboden war aufgerollt und auf Paletten gelagert, in den Logen und Büros bauten die Mitarbeiter des Deutschen Handballbunds (DHB) bis in die Nacht alles ab.

Am gestrigen Freitag wurde dann der Boden für das Heimspiel der Gladiators Trier, deren Spieler interessierte Zaungäste beim Länderspiel waren, am Samstagabend (19.30 Uhr) gegen die Nürnberg Falcons installiert. Und wenn das Basketballspiel über die Bühne ist, wird der Parkettboden wieder eingeräumt, und der Handballboden wird wieder ausgerollt und verklebt – denn am Sonntagmorgen um 11 Uhr soll dort wieder trainiert werden, bevor am Sonntagabend um 19.30 Uhr das zweite Handball-Länderspiel in der Arena gegen Belarus stattfindet.

Mächtig Stress also für die Auf- und Abbauer – der sich lohnt. So gab es für Trier schon viel Lob im Vorfeld, da die Arena für den Länderspiel-Doppelpack trotz Basketball zugesagt hatte. Schließlich hat man in Trier ein großes Ziel – 2025 will man wieder Spielort für zwei Vorrundengruppen der Frauen-Handball-Weltmeisterschaft werden, die der DHB gemeinsam mit den Niederlanden ausrichtet. Bereits 2017 war Trier WM-Gastgeber gewesen, hatte seinerzeit von DHB, Weltverband IHF und den teilnehmenden Mannschaften sehr gut Kritiken bekommen.

Beim Länderspiel gegen Griechenland war daher auch eine hochkarätige Delegation des DHB vor Ort in Trier, angeführt vom Vorstandsvorsitzenden Mark Schober, sowie mit Thomas Freyer, dem Verantwortlichen für die internationalen Turniere. Am Rande der Partie gab es Treffen mit den  Arena-Verantwortlichen und auch Peter Josef Schmitz, dem Präsidenten des Handballverbands Rheinland, was die Bewerbung betrifft.

„Wir hatten gute Gespräche mit den Trierer Organisatoren. Wir kennen die Halle, wir kennen die Hotels, wir kennen die handelnden Personen – da ist über die Jahre ein guter Kontakt entstanden“, sagte Schober. Noch in diesem Jahr will der DHB die Entscheidung bekannt geben, welche Stadt neben Stuttgart (Spiel­ort der deutschen Mannschaft) den Zuschlag als zweiter Vorrundenspielort der Frauen-WM 2025 erhält. Auch wenn man sich gegen Griechenland insgeheim mehr als die 518 Zuschauer gewünscht hatte, war der DHB-Vorstandsvorsitzende begeistert: „Wir haben uns gefreut, dass wir gerade in Trier die ersten Frauen-Länderspiele mit Fans absolvieren durften. Vielleicht kommen am Sonntag ja noch ein paar mehr.“

Auch Arena-Geschäftsführer Arnd Landwehr war zufrieden mit dem Treffen mit der DHB-Delegation: „Wir konnten uns noch einmal präsentieren. Die deutsche Mannschaft hat uns bestätigt, dass sie sich hier wohlfühlt. Wir hoffen natürlich, dass wir den Zuschlag für die WM 2025 bekommen. Ich denke, wir haben eine gute Bewerbung abgegeben. Der DHB kennt uns, wir kennen ihn und die IHF – ich denke, dass das ein wichtiger Punkt unserer Bewerbung sein kann.“

Was die Zuschauerzahl gegen Griechenland betrifft, sieht Landwehr die Lage realistisch: „Man sieht leider überall, dass noch bei weitem nicht so viele Zuschauer zu den Events – egal ob Sport oder Kultur - kommen wie früher. Das ist ein langer Weg zurück in die Normalität. Wir hoffen, dass wir am Sonntag mehr Fans in der Arena begrüßen können.“

Am Donnerstag waren zudem noch ganz besondere Gäste begeistert von der Moselstadt – die Mitglieder der Delegation des griechischen Handballverbands, die sich nach dem Mittagessen in der Villa Weißhaus mit dem DHB in der Arena trafen, um Details für ein gemeinsames Projekt zu besprechen: 2023 richten Deutschland und Griechenland gemeinsam die Junioren-Weltmeisterschaft aus. Der DHB stimmte dem Wunsch der IHF und der Griechen zu, die wegen der Pandemie die in diesem Jahr geplante U19-WM absagen mussten.

Auch daher wurde die Arena Trier, in der sich die Vertreter beider Verbände zu einem Gruppenfoto aufstellten, zum zweiten Mal zu einem historischen Ort. Denn noch nie wurde eine Nachwuchs-Weltmeisterschaft von zwei Ländern ausgerichtet.