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Handball-Rheinlandliga Männer: Warum es beim TuS Daun derzeit gut läuft

Regionaler Handball : Rheinlandliga Männer: Daun rahmt sich die Tabelle ein

Der TuS ist Spitzenreiter! – was ist denn da los? Trainer Markus Willems staunt selbst und nennt mehrere Gründe für den überraschenden Höhenflug.

Markus Willems ist ein Urgestein beim TuS Daun. Er war Spieler bei den Eifelern und ist jetzt im zehnten Jahr Trainer der Herrenmannschaft. Selbst der Routinier muss sich dieser Tage schon mal die Augen reiben. Der TuS rangiert auf Platz eins der Rheinlandliga-Tabelle. Schon jetzt – nach dem siebten Spieltag – hat das Team so viele Siege eingefahren wie in der gesamten Vorsaison. „Es ist super, wie es läuft. Fotos von der Tabelle werden he­rumgeschickt. Manch einer im Umfeld spricht jetzt stärker als sonst von den alten Oberliga-Zeiten“, sagt Willems, der vor allem vier Gründe für den aktuellen Höhenflug nennt:

1) Die Liga ist schwächer als in der Vorsaison: „Mit Mertesdorf hat ein Topteam zurückgezogen. Zudem haben sich mit Gösenroth und Irmenach zwei gute Mannschaften zusammengeschlossen. Andere Vereine, etwa Urmitz, haben zudem Leistungsträger verloren“, sagt Willems, der zudem darauf verweist, dass der TV Bitburg bislang zwei Spiele weniger bestritten hat.

2) Durch Neuzugänge ist frischer Wind reingekommen: „Wir haben in der Vorbereitung drei Einheiten pro Woche absolviert, die Beteiligung lag bei mehr als 70 Prozent“, freut sich Willems, dass gute Grundlagen gelegt wurden.

Und die Neuen bringen das Team weiter. Etwa Kai Lißmann – der Torschützenkönig der vergangenen Verbandsliga-Saison kam von der HSG Wittlich. Auch Trainer-Sohn Jannis Willems darf als Zugang gewertet werden, nachdem er wegen eines Auslandssemesters zuvor nicht zur Verfügung stand. Er, Lißmann und Sebastian Praeder liegen in der Torschützenliste der Rheinlandliga auf den Rängen zwei bis vier.

3) Die Chemie stimmt im Moment: Coach Willems kann derzeit auf den Teamgeist zählen – und nennt ein Beispiel: „Da Kai Lißmann meist links spielt, muss Matthis Otto auf den rechten Rückraum ausweichen. Er stellt sich dort in den Dienst der Mannschaft.“

4) Glück beim Auftaktprogramm: Laut Willems haben den Gegnern meist wichtige Spieler gefehlt – das habe dem TuS in die Karten gespielt.

Der Coach verweist darauf, dass es in den Top sechs der Liga eng zugeht. „Mit zwei Niederlagen ist man auch schnell mal wieder ein bisschen abgerutscht.“ Gleichzeitig sieht er in seinem Team noch ungenutztes Potenzial: „Mit unserer Offensive können wir ganz vorne mitspielen. Unser Manko ist noch die Abwehr, auch wenn wir in dem Bereich in der Vorbereitung viel gearbeitet haben.“ Anfang Dezember kehrt Luca Willems, zweiter Filius des Trainers, von einem Auslandsaufenthalt zurück. Anfang nächsten Jahres wird Melvin Wheaton nach einer Kreuzbandverletzung zurückerwartet. „Das wird unsere Alternativen und Möglichkeiten erweitern“, ist sich Willems sicher.

Von Oberliga-Träumereien hält er aber nichts: „Das wird in den nächsten zwei, drei Jahren kein Thema sein. Um über einen Schritt  nach oben nachzudenken, fehlt uns der Unterbau. Da bräuchten wir 15 Taltente mit entsprechendem Potenzial, aufgrund unserer Lage zwischen Trier und Koblenz haben wir aber ,nur’ drei, vier.“

Die Freude über die Momentaufnahme an der Rheinlandliga-Spitze schmälert diese Aussicht aber nicht.