1. Sport
  2. Sport aus der Region

Konz: Das Urgestein aus dem Tälchen

Fußball und Ehrenamt : Das Urgestein aus dem Tälchen

Vor einem dreiviertel Jahrhundert wurde der SV Krettnach aus der Taufe gehoben. Einer, der von der ersten Minute an dabei ist und immer noch zu den festen Größen im Verein zählt, ist Alfred Schmitt. Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten am Samstag dürfte er einer der Protagonisten sein.

Auf die ganz große Sause verzichten sie beim SV Krettnach anlässlich des 75-jährigen Vereinsbestehens. Ein wenig soll aber trotz der Corona-Zeiten auch am Samstag gefeiert werden – und das unabhängig vom Ausgang der Partien der ersten Mannschaft in der Kreisliga B Trier/Saar gegen die SG Obermosel Nittel (ab 16.30 Uhr) und der zweiten Garnitur, die zwei Stunden später in der D-Liga Saar den Nachbarn FC Kommlingen zu Gast hat: Im Rahmen des sich anschließenden Oktoberfestes im Vereinsheim auf der Sportanlage in Niedermennig werden auch einige langjährige Vereinsmitglieder geehrt, und es wird zu Festansprachen kommen.

Einer, der besonders stolz auf dieses Jubiläum sein kann, ist Alfred Schmitt. Der heute 94-Jährige Niedermenniger ist das letzte noch lebende Gründungsmitglied des Clubs aus dem Konzer Tälchen – und nimmt nach wie vor rege am Vereinsleben teil. Wenn es um die Heizung im Clubheim geht oder der Wasserhahn tropft, ist der handwerklich versierte, früher bei der Stadt Trier beschäftigte Diplomingenieur unverändert zur Stelle. Und als Beisitzer gehört Schmitt auch dem kürzlich neu gewählten Krettnacher Vorstand (siehe Extra) an. Seit rund vier Jahrzehnten zählt er schon zur Führungsriege des Sportvereins.

„Alfred ist das Herz unserer Sportanlage. Was er hier geleistet hat, und wie er sich immer noch hier einbringt, ist aller Ehren wert“, betont Präsidiumsmitglied Bernd Marx voller Anerkennung. Schmitt freut sich zwar solch lobende Worte. Ihm geht es in aller Bescheidenheit, die ihn bei seinen Vereinskameraden so beliebt macht, aber in erster Linie darum, dass es seinem Verein (weiter) gut geht.

Am 16. November 1946 zählte er zu jenen Fußballbegeisterten, die im Gasthaus Palm in Obermennig den SV Tälchen Krettnach aus der Taufe hoben. In den glorreichen Fünfzigern war er Mitglied jener Mannschaft, die sogar in der damals vierthöchsten Spielklasse, der 2. Amateurliga, vertreten war. An so manch kuriose Begebenheit aus dieser Zeit kann er sich noch bestens erinnern – besonders an ein Auswärtsspiel im Hochwald: „Der Lkw, auf dessen Ladefläche wir mitfuhren, war ein Holzvergaser. Auf einmal hatten wir keinen Nachschub mehr – und wir mussten erst mal in einem Waldstück Material sammeln, damit wir weiterfahren konnten.“

Als Vorstandsmitglied – zwischendurch war er auch über einige Jahre hinweg Kassierer – begleitete er die Mannschaft vor allem in den 80er und 90er Jahren zu vielen Spielen. Als Verbandsligist reisten die Krettnacher bis in den Westerwald. „Da waren wir sonntags von morgens zehn bis abends zehn Uhr unterwegs – und wenn wir gewonnen hatten, waren es tolle Rückfahrten, die nicht lange genug sein konnten“, schwärmt Schmitt noch heute.

Als er 1990 in Rente ging, legte er beim SV Krettnach so richtig los. Das Vereinsheim, die vier Umkleidekabinen, mehreren Funktionsräume, zwei Rasenplätze, das von Schmitt bei der Einweihung einst aufgrund seiner idyllischen Lage selbst als „Goldkäulchen“ getaufte Beachvolleyballfeld: An der Planung der für einen Dorfverein wie den SV Krettnach beachtlichen Infrastruktur hatte Schmitt entscheidenden Anteil.

Ehrenmitglied ist er schon längst beim Tälchen-Club. Man darf gespannt sein, welche Auszeichnung beim Festabend am Samstag (noch) auf Schmitt zukommt …