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Ruder-Nachwuchs-DM: Test bei den Schweren, DM-Titel bei den Leichten

Essen : Test bei den Schweren, DM-Titel bei den Leichten

Johann Kleis vom RV Treviris Trier gewinnt zweimal bei den Deutschen Ruder-Meisterschaften des Nachwuchses in Essen. Katharina Bauers U-23-Achter siegt beim WM-Test.

(teu) Benedikt Schwarz konnte nur kurz verständnislos mit dem Kopf schütteln. Viel Zeit sich über volle EM-Fußballstadien zu wundern hatte der rheinland-pfälzische Landestrainer der Ruderer während der Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften in Essen nicht. „Jeden Abend mussten wir irgendwo einen Test organisieren“, erzählt der 33-Jährige. Ein negatives Resultat war Voraussetzung, um am nächsten Tag wieder auf den Regattaplatz zu gelangen, auf dem außerdem Maskenpflicht herrschte. Der Kontrast zu den Fußballtempeln in London, St. Petersburg oder Bukarest konnte kaum größer sein.

Auch bei der DM-Vorbereitung gab es für etliche Nachwuchssportler Einschränkungen. U-19-Junior Johann Theis vom RV Treviris Trier (RVT) hatte als Leichtgewichtsruderer vor den Deutschen Meisterschaften keine Möglichkeit, sich mit der Konkurrenz in ihrer Gewichtsklasse zu vergleichen. „Die Testregatten sind sie alle mit den Schweren gefahren“, erklärt Schwarz. Wo er wirklich stand, wusste sein Schützling also nicht.

Umso größer war die Freude über die zwei DM-Titel. Im Leichtgewichts-Doppelzweier (LM2x) siegten Theis und sein Mainzer Partner Tobias Böhm auf der olympischen 2000-Meter-Distanz mit fast sechs Sekunden Vorsprung. Umso enger war es im Rennen der leichten Doppelvierer. Zusammen mit Ruderern aus München und Würzburg siegte Kleis mit 32 Hundertstelsekunden vor dem norddeutschen Doppelvierer.

„Drei Medaillen bei der U 19, davon zwei goldene, das ist schon gut“, freute sich Schwarz über die Ausbeute der Unter-19-Jährigen von Mosel und Saar. Im Südteam-Achter (zusammen mit Ruderern aus Speyer, Mannheim, Hanau, Frankfurt und Ulm) steuerte Valentin Wiering (RVT) nur von der ostdeutschen Mannschaft geschlagen eine Silbermedaille bei. Nicht so gut lief es im Zweier. Man habe gemerkt, dass Wiering und der Hanauer Ole Hanack erst zwei Wochen gemeinsam rudern, sagt Schwarz : „Da hat noch Erfahrung gefehlt.“ Das Duo verpasste als Halbfinals-Fünfte das A-Finale nach einem Einbruch auf dem letzten Rennviertel. Dass sie es eigentlich können, zeigten Wiering und Hanack im B-Finale: Sie gewann und absolvierten die zwei Kilometer dabei sogar schneller, als alle A-Finalisten. „Wir hoffe, dass es jetzt zumindest für die Nominierung für die U-19-EM im Achter reicht“, sagt Schwarz.

Für den deutschen U-23-Frauenachter war die DM ein letzter Regattatest vor der Weltmeisterschaft vom 7. bis 11. Juli in tschechischen Racice. Der Titelgewinn für das Boot mit der Triererin Katharina Bauer war quasi Pflicht. Im drittplatzierten Achter holte Bauers RVT-Vereinskameradin Annika Elsen, die die WM-Teilnahme verpasste, Bronze. Eine Überraschung gab es im Vierer mit Steuerfrau, wo das Nationalmannschaftsboot mit Bauer nur Vierte wurde, Elsen sich mit Rudererinnen aus Limburg, Bremen und Osnabrück aber erst im Endspurt den anderen Nationalmannschaftsboot geschlagen geben musste.

Weitere Ergebnisse:

Juniorinnen U 19, Leichtgewichts-Einer, B-Finale: 2. Lea Kaden (RV Treviris Trier).

U 17, Leichtgewichts-Einer, A-Finale: Emma König (RV Treviris Trier).

Junioren U 17, Doppelvierer: 6. Luca Britten (Saarburger RC; mit Ruderern aus Treis-Karden und Mainz).

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