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Trier: Regelfest in die heiße Phase der Saison starten

Fußball : Regelfest in die heiße Phase der Saison starten

Gelb bei absichtlichem Handspiel? Muss der Ball beim Freistoß freigegeben werden? Der TV klärt Regelfragen auf.

Weil wohl längst nicht alle Fußballer schon einmal selbst einen Blick ins Regelheft geworfen haben, sind auf den Plätzen einige Halbwahrheiten weit verbreitet. Pünktlich zum Wiederbeginn nach der Winterpause beleuchtet der TV häufig wahrgenommene Äußerungen einmal genauer. 

Annahme: „Für ein absichtliches Handspiel gibt es eine Gelbe Karte.“

Nicht unbedingt. Der Begriff Absicht drückt im Zusammenhang mit Handspiel lediglich aus, ob dieses überhaupt vom Schiedsrichter gepfiffen wird. Nur ein „absichtliches“ Handspiel, wird geahndet. Ist das Handspiel nämlich „unabsichtlich“, lässt der Referee das Spiel weiterlaufen (nur bei einer Torerzielung eines Angreifers wird auch ein unabsichtliches Handspiel geahndet, wenn dies dem Tor vorausgegangen war). Ob dann allerdings auch eine persönliche Strafe folgt, hängt von ganz anderen Faktoren ab: Hat ein Verteidiger zum Beispiel durch dieses absichtliche Handspiel einen aussichtsreichen Angriff unterbunden? Oder hat ein Angreifer unsportlicherweise versucht, durch ein absichtliches Handspiel ein Tor zu erzielen? In diesen Fällen würde es nach dem Pfiff auch die Gelbe Karte geben.

„Beim Freistoß muss der Schiedsrichter den Ball mit Pfiff freigeben, bevor der aufs Tor geschossen werden darf.“

Es gibt nur wenige Situationen, in denen der Pfiff des Schiedsrichters laut Regelwerk zwingend vorgeschrieben ist: beispielsweise zum Anstoß oder zum Strafstoß, aber auch nach der Behandlung eines Spielers, nach einer Auswechslung, nach dem Aussprechen einer Karte oder – und das ist in diesem Zusammenhang entscheidend – wenn der Schiedsrichter bei einem Freistoß in Strafraumnähe die Mauer stellen möchte. Dann teilt der Schiedsrichter dem Freistoß-Schützen in der Regel persönlich mit, dass dieser erst schießen darf, sobald der Unparteiische gepfiffen hat. Andersherum bedeutet das aber auch: Solange der Schiedsrichter die Freistoßausführung nicht blockiert hat, darf der Freistoßschütze auch schon sofort aufs Tor schießen. Der Torhüter sollte also genau im Blick haben, ob der Ball gesperrt ist oder nicht – sonst landet dieser möglicherweise plötzlich im Tor, weil der Keeper gerade noch damit beschäftigt war, seine Verteidiger richtig zu positionieren.

 

„Wird ein Schiedsrichter im laufenden Spiel angeschossen, gibt es einen Schiedsrichterball.“

Diesen gibt es in einer solchen Situation nur dann, wenn der Ball im Spiel bleibt und der Ballbesitz wechselt. Wird hingegen der Schiedsrichter angeschossen und die gleiche Mannschaft wie zuvor kommt erneut in Ballbesitz, gibt es keine Spielunterbrechung.

 

„Nach einem verwarnungswürdigen Foul und ‚Vorteil‘ muss ein Spieler in der nächsten Spielunterbrechung nachträglich verwarnt werden.“

Ob es auch nachträglich noch eine Gelbe Karte gibt, hängt von der Art des Vergehens ab, das vor dem „Vorteil“ passierte: War es ein taktisches Foulspiel, gibt es keine nachträgliche Verwarnung mehr – denn durch die „Vorteil“-Anwendung hatte das taktische Vergehen letztlich keine Auswirkung auf die Angriffssituation. War hingegen allein schon die Schwere des Vergehens verwarnungswürdig (zum Beispiel bei einer rücksichtslosen Grätsche), gibt es in der folgenden Spielunterbrechung dafür auch nachträglich noch die Gelbe Karte.

 

„Bei einer ‚Notbremse‘ im eigenen Strafraum gibt es keine Rote Karte mehr, weil die Dreifachbestrafung abgeschafft wurde.“

Auch dies ist abhängig von der Art des Vergehens. Hat der Verteidiger zum Beispiel erfolglos versucht, nach dem Ball zu grätschen (ein ballorientiertes Vergehen), wirkt sich dies für die persönliche Strafe strafmildernd aus (statt Rot gibt es Gelb). Hat der Verteidiger seinen Gegner allerdings zum Beispiel durch ein Trikothalten zu Fall gebracht (ein gegnerorientiertes Vergehen), gibt es auch bei einer Notbremse im Strafraum die Rote Karte.