Trierer startet bei Tischfußball-WM in Murcia

Trier : Tischfußball-WM: Tore schießen wie die Weltmeister

Ein Trierer über seine Erfahrungen bei der Tischfußball-WM in Spanien.

Die Weltmeisterschaft geht zwar erst am Sonntag zu Ende. Markus Marschall ist aber schon seit gestern zurück in Trier, die Arbeit rief. Aber seine Erinnerungen sind noch frisch: an die Tage in Murcia, im spanischen Südosten. An seine erste WM-Teilnahme – im Tischfußball. Eine tolle Erfahrung, schwärmt der 58-Jährige von der Tischfußball-Abteilung der MJC Trier, der sich mit seinem Doppelpartner Thomas Zurke (Kaiserslautern) für die WM qualifiziert hatte. „Das war ein Erlebnis. Es waren so viele Teilnehmer aus der ganzen Welt in Murcia. Da hat man gesehen, dass Tischfußball überall in der Welt gespielt wird“, schwärmt der Trierer.

Wer sich mal Spiele auf Top-Niveau angeschaut hat, weiß, dass man Tischfußball (oder eben: Kicker) zwar in mancher Kneipe spielen kann, aber dass „Kneipensport“  eine zu despektierliche Bezeichnung wäre: Es kommt auf Präzision an, auf Hand-Augen-Koordination. Eine Sportart, die viel Training braucht. Und auch bei den besten Spielern weltweit gibt es große Unterschiede – je nachdem, an welchem Tisch man zu Hause ist. Bei den Weltmeisterschaften sind mehrere Modelle zugelassen, die komplett unterschiedlich zu spielen sind. Da sind – je nachdem – die Stangen anders, die Härte der Bälle, das Spielfeld oder auch die Regeln. „Wir haben uns in zwei Disziplinen für die WM qualifiziert – auf verschiedenen Tischen, die aber in Deutschland nicht üblich sind“, sagt Marschall. Auf dem einen Tisch (beim Rollerball) hatten die Italiener klare Vorteile – es ist ihr Standardmodell. Bei dem anderen – 2Legs – die Spanier. „Wir haben es beim Rollerball ins Viertelfinale geschafft, 38 Teams waren dort gestartet“, sagt Marschall, der in der Senioren-Klasse (Ü50) angetreten war. „Den WM-Sieg haben dort die Italiener unter sich ausgemacht.“ Das Trier/Lautern-Duo wurde Fünfter. Ähnlich war es auch bei der zweiten Disziplin, wo die Spanier ihren Tisch- und Heimvorteil nutzten. „Da sind wir in der ersten Runde ganz knapp an zwei Amerikanern gescheitert“, sagt Marschall, der sich über die Deutsche Meisterschaft in Hamburg für die WM qualifizierte.

Marschall ist nach seinem ersten internationalen Turnier heiß darauf, den Sport noch populärer zu machen. Die MJC stellt inzwischen drei Mannschaften im Ligabetrieb, die erste und zweite spielen in der Rheinland-Pfalz-Landesliga: „Wir suchen noch dringend neue Spieler aller Altersklassen.“ Marschall kam selbst erst nach langer Pause wieder zum Sport: „Ich hatte Anfang der 80er ein Team in Gerolstein. Ich hatte dann aber viele Jahre lang nicht mehr gespielt, nachdem es mich nach Trier gezogen hatte.“  Seit einigen Jahren steht er nun wieder am Tisch – nicht in der Kneipe, sondern im alten MJC-Gewölbekeller.

www.kickern-in-trier.de

Mehr von Volksfreund