Weihnachten: Raus aus dem Feiertagsstress

Weihnachten : Raus aus dem Feiertagsstress

Zu Hause bleiben und sich mit den Verwandten unter dem Weihnachtsbaum streiten? Für viele ist das die Horrorvorstellung von den eigentlich friedlichsten Tagen des Jahres.

Um dem Trubel und der Hektik der Festtage zu entkommen, entscheiden sich immer mehr Deutsche dafür, über Weihnachten zu verreisen. 38,8 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren waren es 2016 laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact über Weihnachten unterwegs.

Zu verlockend ist die Aussicht auf ruhige und entspannte Feiertage. Dort lässt es sich dann zu zweit oder im kleinsten Familienkreis ruhige und entspannte Tage verbringen. Die Gans muss nicht rechtzeitig in den Ofen geschoben werden, die eigenen vier Wände müssen nicht auf Hochglanz poliert und die Besteckschublade nicht sortiert werden. Man hetzt nicht vom Krippenspiel der Tochter zum Patenonkel des Sohns, zu den Großeltern und der Cousine zweiten Grades ...

Die einen zieht es in eine Berghütte in den Alpen zum Skifahren. Dort stehen die Chancen auf eine weiße Weihnacht deutlich besser als an der Mosel. Andere zieht es in wärmere Gefilde im europäischen Raum. Zwar herrscht auch in Griechenland oder Italien kein Badewetter mehr, aber schon der Tapetenwechsel lässt Entspannung aufkommen. Und die gemütliche Weihnachtsstimmung kommt durch geschmückte Städte ebenso auf wie in Deutschland.

Wer die Nase voll von „Last Christmas“ im Radio, dem Gedränge auf dem Weihnachtsmarkt und dem trüben Schmuddelwetter hat, steuert bevorzugt Länder an, die nicht christlich geprägt sind. Da bietet sich als Alternativprogramm an, in Thailand unter Palmen zu faulenzen oder Marrakesch zu erkunden.

Eine weitere Möglichkeit, um sich um die Feiertage zu drücken: arbeiten. In einigen Branchen wie bei der Polizei oder in der medizinischen Versorgung muss auch über die Feiertage gearbeitet werden. Wem nichts an Weihnachten liegt, kann sich so eine Auszeit verschaffen – und andere Kollegen sind bestimmt dankbar für arbeitsfreie Feiertage.

Für alle, die die Weihnachtsfeiertage gerne zu Hause verbringen und sich auf die Adventszeit freuen, hat DIE WOCH die neuesten Deko-Trends und Infos zum Weihnachtsbaumkauf.

Der perfekte Baum für die Feiertage

Wer hat nicht als Kind mit großen Augen vorm Weihnachtsbaum in der guten Stube gestanden? Ringsherum leuchtende Kerzen und von den Zweigen baumeln glänzende Kugeln, bunte Figürchen und selbstgebastelte Strohsterne.

In den Wochen und Tagen vor dem Fest ziehen Familien los, um gemeinsam den perfekten Baum zu finden. Doch viele Käufer haben Bedenken, dass sich der trockene Sommer auf die Weihnachtsbäume und ihre Preise ausgewirkt hat. „In der Hauptwachstumsphase im Mai, Juni waren die Böden noch ausreichend feucht, so konnten sich die Bäume gut entwickeln“, sagt Uwe Bösen, Geschäftsführer der Pflanzenwelt Bösen, und hat eine weitere gute Nachricht: „Die Käufer müssen nicht mit höheren Preisen rechnen. Die Preise bleiben unverändert, wie schon in den letzten Jahren.“

Welcher Baum ist der richtige?

„Die beliebteste Sorte ist nach wie vor die Nordmanntanne. Der Grund liegt wohl in dem gleichmäßigen Wuchs, der schönen dunkelgrünen Nadeln und der guten Haltbarkeit“, sagt Bösen. Ihre Zweige wachsen gleichmäßig und sind stark genug für üppigen Schmuck. Die Nadeln sind außerdem weich und piksen nicht. Rund 24 Euro kostet eine Nordmanntanne mit einer Größe zwischen 1,70 und 2,20 Meter.

Auch die Edel- oder Nobilistanne hat weiche Nadeln und ist im geheizten Wohnzimmer lange haltbar. Preislich liegt sie auf ähnlichem Niveau wie die Nordmanntanne. Günstigere Alternativen sind Fichte und Rotfichte. Pro Meter kosten sie zwischen 10 und 15 Euro. Die Fichte hat nur leicht stechende Nadeln und wächst buschig. Allerdings hat sie dünne Zweige, sodass sie nur sparsam mit Kugeln behängt werden sollte. Die Rotfichte hat stechende Nadeln, ähnlich wie die Fichte kann sie nur wenig Schmuck tragen. Beide Sorten sollten erst kurz vor dem Fest geschlagen werden, da sie schon nach wenigen Tagen ihre Nadeln verlieren.

Wer es etwas Besonderes als Christbaum sucht, findet vielleicht Gefallen an Blaufichte. Farblich hebt sich die Blaufichte mit ihrem bläulichen Nadeln von den anderen Bäumen ab. Sie wächst buschig und hat dicke Zweige, die einiges an Kugeln, Figuren und Kerzen tragen können. Der Preis liegt pro Meter bei zirka 10 bis 15 Euro.

Wer nur eine kleine Wohnung und vielleicht keine Kinder hat, dem genügt häufig auch ein kleines Bäumchen. Da bieten sich kleine Nadelbäume samt Wurzel im Übertopf an. Damit er zwischen Sofa und Wand in seiner vollen Pracht zur Geltung kommt, kann der kleine Baum auf ein Tischchen, eine Kiste oder einen Holzschlitten gestellt werden. So der das liebevoll dekorierte Mini-Christbaum gut sichtbar. Wer regelmäßig gießt, hat lange etwas von seinem Baum. Das spart Kosten und schont die Umwelt. Nach den Feiertagen kann der Baum im Garten eingepflanzt werden.

Zwischen Tradition
und Klimawandel

Doch sind Weihnachtsbäume in Zeiten des Klimawandels noch zeitgemäß? Kein Baum ist im Hinblick auf dem Umweltschutz natürlich die beste Variante. Doch ein besinnliches Fest ohne Christbaum ist für die meisten Menschen nicht vorstellbar.

Wer glaubt, der Natur etwas Gutes zu tun, indem er statt einem echten Baum eine Plastik-Alternative zuhause aufstellt, hat sich geirrt. Auch wenn der künstliche Christbaum mehrfach wiederverwendet werden kann, irgendwann landet er in der Mülltonne und belastet die Umwelt.

Daher sind echte Bäume empfehlenswert. Sie lassen sich kleingehäckselt im eigenen Garten oder im Kompostwerk komplett zu Humus verarbeiten. Voraussetzung ist allerdings, dass sie komplett abgeschmückt und die Äste nicht mit Dekospray behandelt sind. Umweltschonend ist es zudem, Bäume aus regionalem Anbau zu kaufen. Die Transportwege sind kurz, der CO2-Ausstoß damit geringer.

Viele Bäume stammen aus großen Plantagen, die stark gedüngt und mit Insektiziden behandelt werden. Besser sind Weihnachtsbäume aus ökologischem Anbau. Da sich der ökologische Anbau noch nicht allerorts durchsetzt, sind Bäume aus diesen Kulturen nicht leicht zu finden. Um sicher zu gehen, dass es sich tatsächlich um einen Öko-Baum handelt, sollte er mit dem FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel gekennzeichnet sein.

Zwischen opulentem Glamour und eleganter Natürlichkeit

Warmes Kerzenlicht, der Duft nach frisch gebackenen Plätzchen steigt in die Nase und draußen fallen die ersten Schneeflocken. Während es draußen kalt, düster und nass ist, machen es sich die Menschen in ihren Häusern gemütlich. In der Adventszeit gehört nicht nur das Warten auf das Christkind oder den Weihnachtsmann dazu, sondern auch die Vorbereitungen auf das Fest wie das Backen und das Dekorieren der Wohnung. Und was wäre die Adventszeit ohne Adventskranz? Am 1. Dezember wird in diesem Jahr die erste Kerze angezündet. Wer also selbst bastelt, hat noch zwei Wochen Zeit, um selbst Hand an die Tannenzweige zu legen.

Welche Materialien und Farben 2019 bei der Deko angesagt sind, verrät Simone Groetzner von der Leyendecker Bastelstube in Trier. Um eines kommt man in diesem Jahr nicht herum: „Gold ist das dominierende Thema dieses Weihnachten“, sagt sie. „Die Deko im ganzen Haus ist golden. Wer besonders mutig ist, traut sich Gold und Schwarz zu kombinieren.“ Auf dem Adventskranz dürfen es dann opulente Kerzen mit schwarzem Glitzer sein.

Ein zweiter Weihnachtstrend 2019: Federn. „Besonders Pfauenfedern, aber auch schlichte weiße Federn tauchen in allen Variationen auf“, sagt Groetzner. Zu den Pfauenfedern passen dann Kerzen, Kugeln und Bänder in abgestuften Blau- und Türkistönen. „Goldene Elemente bilden dazu einen warmen Kontrast“, empfiehlt Groetzner, die sich um den Einkauf kümmert und Kunden berät.

Wer es etwas natürlicher und schlichter mag, greift zu gedämpften Farben. Auch dafür hat die Expertin eine Bastelidee: „Statt traditionell grüne Zweige zu nehmen, kann man auch einen Styroporkranz mit cremefarbener Wolle umwickeln. Dazu lassen sich Kerzen in Taupe kombinieren.“ Feine Holzanhängern wirken harmonisch und behalten den natürlichen Look bei. Etwas glamouröser wird der Kranz dagegen mit kleinen goldene Kugeln oder Figuren, die in diesem Jahr glitzern und funkeln dürfen.

Für einen Kranz mit echten Zweigen rät die Expertin: „Mit Nobilistannenzweigen liegt man richtig. Die sind stabil, damit die Kerzen fest sitzen, und bleiben lange frisch.“

Urlaub am Strand Foto: pixabay. Foto: pixabay

Was für die gesamte Deko gilt, gilt auch für den Christbaum: Gold ist die Farbe der Wahl. Ob matt, glänzend, glitzernd, mit Pailletten oder bedruckt: So ziemlich alles ist möglich. „Aber auch der edle Baum in Weiß und Silber liegt dieses Jahr voll im Trend“, sagt Groetzner. Und was ist mit dem Weihnachtsfarb-Klassiker Rot? „Das ist aktuell kein Trend mehr. Seit zwei Jahren gibt es nur noch wenig roten Baumschmuck zu kaufen.“

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