Kolumne Glaube im Alltag: Flucht aus dem Alltag

Kolumne Glaube im Alltag : Flucht aus dem Alltag

Eigentlich wollten wir diesen Sommer nochmal irgendwo weiter weg Urlaub machen, doch der Anstrich und andere Arbeiten am Haus erledigten sich auch nicht von selbst – wir blieben also zu Hause und machten es uns zwischendurch auf der Terrasse gemütlich…war auch ganz nett.

Jetzt ist schon wieder der halbe September rum. Die Sommerferien liegen schon fünf Wochen zurück. Der ganz normale Alltag nimmt seinen Lauf…Ich bin ein wenig deprimiert.

Ich glaube, dieses Gefühl kennen ganz viele Menschen. Wir sehnen uns immer wieder nach der Flucht aus dem Alltag, nach Erholung, Erlebnissen und neuen Welten.

Aber was ist mit Erinnerungen an den letzten Urlaub, die Ausflüge und die schönen Landschaften?

Ich nehme mir das Fotoalbum unseres Urlaubs von vor zehn Jahren aus dem Regal. Ich blättere ein wenig und bleibe bei dem Foto mit dem schönen Ostseestrand und den schäumenden Wellen hängen. Ich schaue es mir an und versinke in das Bild. Da ist ein Schiff am Horizont. Zwei Möwen streiten um eine Pomme Frite. Ich sehe den weichen Sand. Da sind Muscheln. Ich erinnere mich an das Meeresrauschen und irgendwie sogar an den Duft der Meeresluft. Ich weiß, dass sich der Sand so schön weich unter den Füßen angefühlt hat…herrlich.

Spüren und Erleben verankert sich tief in unserer Seele. Solche Momente, solche Erfahrungen können Kraft geben. Der heilige Ignatius von Loyola, dessen Leitgedanke es war, Gott in allen Dingen zu finden, hat einmal geschrieben: „Nicht das [Viele] sättigt und befriedigt die Seele, sondern das Verspüren und Verkosten der Dinge von innen her.“

Solche schönen Momente, wie zum Beispiel im Urlaub, in der Erinnerung zu bewahren, solche Erfahrungen tief in uns festzuhalten, das kann ein Lächeln auf unser Gesicht bringen, wenn wir auf sie zurückblicken und davon träumen.