1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag : Schatten und Licht

Glaube im Alltag

Ostern verstehen mag abstrakt sein. Wo empfinden wir die Schmerzlichkeit der Kartage und die tiefe Befreiung der Auferstehung nach? Läuft es doch wie immer. In diesem Jahr läuft es aber eben nicht wie immer. Und so gibt es kein abgeklärtes Osterfest. Eingeschränkt und ungewiss sind zur Zeit unsere Tage. Begrenzt und zaghaft vorsichtig unsere Möglichkeiten. Mit diesem Tenor stehen Menschen weltweit wie damals die Männer und Frauen vor den Scherben ihres Lebens- und Glaubenswerkes, als ihre Hoffnung am Kreuz hing. Und wir brauchen nicht weit zurück, mit diesem Tenor stehen wir persönlich ganz unterschiedlich betroffen in der Reihe vieler Menschen, die begrenzt, verunsichert und besorgt sind.

Lesen Sie einmal die Bibelstellen rund um die Auferstehung: Frauen fliehen aus Entsetzen von der leeren Grabstelle, bei den Jüngern trifft man auf Unglaube und Verwunderung. Alles ist noch zu frisch, um es zu verstehen. Und so manche Augenzeugin empfindet beides: Furcht und große Freude zugleich. Ostern war auch damals nicht abgeklärt. Ganz unterschiedlich und fast gegensätzlich die Erfahrungen. Nur Bruchstückhaftes bleibt als Erkenntnis dieser Tage.

Ostern erzählt davon, dass es Licht gibt. Das Licht durchbricht den schattenhaften Tenor der Begrenztheit, Unsicherheit und Sorge. Doch der Schatten wird nie ganz vertrieben, weder damals noch heute. Aber auch der Schatten hat nie ganz seine lähmende Wirksamkeit entfalten können. Denn auch da war Licht am Kreuz im Beistand, im Füreinander-Da-sein, im Glauben. Und auch diese Lichtblicke erleben wir heute. Nur Bruchstückhaftes bleibt als Erkenntnis dieser Tage.

Da ist Licht … es scheint durch … Hoffnung … Mitgefühl … Zusammenhalt … mitten im nebulösen Tenor dieser besonderen Zeiten. Ein frohes und Licht bringendes Osterfest!