Gesellschaft: Leider nur Randnotizen

Gesellschaft : Leider nur Randnotizen

Zur Meldung „UN-Rüge für Deutschland wegen sozialer Defizite“ (TV vom 21. Dezember)

Keine angemessene Pflege aufgrund des Mangels an qualifiziertem Personal. Zahllose ältere Menschen leben unter entwürdigenden Bedingungen. Vor fünf Jahren wurde im UN-Bericht die Regierung angemahnt, „unverzüglich“ mehr Geld für die Ausbildung von Pflegern bereitzustellen.

Zweieinhalb Millionen Kinder in Deutschland (knapp 20 Prozent) leben in Armut. Dies alles ist für eine Volksgemeinschaft, die sich mit dem Attribut Sozialstaat schmückt, ein Skandal. Anders kann man diese Tatsachen nicht bezeichnen. Im TV steht dies lediglich als Randnotiz auf Seite fünf. Ich finde, dass wäre mal eine Titelseite wert gewesen. Bemerkenswert: Der TV schreibt, dass die Linke die einzige Partei sei, die die Bundesregierung auffordert, Taten folgen zu lassen. Die Parteien mit den Attributen christlich und sozial werden nicht erwähnt. Walter Kubitza-Weitner, Trier

Zur Meldung „Zahl armer Kinder in Deutschland nimmt zu“ (TV vom 24./25./26. Dezember):

Unangemessener und ausgedehnter Gebrauch von Antibiotika führt bekanntlich zur Resistenz, das heißt selbst gegen ehemals harmlose Infektionen gibt es immer weniger medizinisch wirksame Mittel. So ähnlich scheint es mit einigen „Gesellschaftskrankheiten“ zu sein. Dazu gehört die zunehmende Kinderarmut „im ach so reichen Deutschland“.

In der Weihnachtsausgabe des TV findet sich nur eine mickrig kleine Meldung dazu, eine viel zu gering dosierte Arznei!

Ist man medial und konsumbedingt so überfüttert, dass selbst ausführliche Berichterstattung nicht mehr wirkt? Oder muss man vor der Resistenz der Politik und der Gesellschaft gegen dieses Problem resignieren?

Das wäre traurig und sehr bedenklich, Binsenweisheit: Kinder sind gesellschaftliche Zukunft. Selbst kapitalistische (statt sozialer) Marktwirtschaft ist auf gesunde, starke und gut ausgebildete Menschen angewiesen. Kinder zu haben ist für viel zu viele Eltern ein Armutsrisiko. Das muss sich gründlich ändern, viele kleine Almosen an diesen und jenen Stellen nützen wenig. Peter Grasmück, Taben-Rodt