Kolumne Liss: Treppenwitze

Kolumne Liss : Treppenwitze

Ich will ja nichts sagen, aber Treppen stehen eigentlich immer in der Diskussion. Entweder sind sie lästig und hinderlich. Beispielsweise bei Rollstuhlfahrern, die im Wahllokal ihre Kreuzchen machen wollen.

Oder sie sind schön und laden für ein Schwätzchen mit der Freundin ein. Das schauen sich die Bernkasteler gerade von den Wittlichern ab. Erst haben die Kreis­städter die Treppen zur Lieser gebaut. Jetzt wollen die Moselaner nachziehen. Und dafür haben die extra einen Architektenwettbewerb gebraucht. Nur, weil sie nicht zugeben wollen, dass sie in der Kreisstadt was abkupfern.

Ich bin mal gespannt, ob die Treppe in Bernkastel-Kues bombastischer ausfällt als die in Wittlich. Schließlich fließt mehr Wasser die Mosel hinunter als die Lieser. Was beide Treppen gemeinsam haben: Die Eisdielen sind nicht weit, so dass mein Hermann und ich bei einem Besuch in der Kreis­stadt immer unser Vanille-, Schokolade- und Stracciatellaeis auf der Treppe lecken. In Bernkastel können wir das dann künftig auch machen.

Wobei die Chancen, dass wir Hunsrücker für unser Nickerchen mittags eine Geheischnis-Treppe an der Dhron bekommen, deshalb massiv gesunken sind. Denn ich bin schon die ganze Dhron abgelaufen und hätte mich gerne irgendwo hingesetzt, um bei drei Kugeln Eis den Wildkatzen zuzusehen, wie sie nach den Forellen fischen. Nur sind alle Eisdielen einfach zu weit weg.

Aber wenn ich es mir recht überlege, müssen wir bei uns wirklich eine Treppe bauen? Ich finde, unser Hunsrück braucht keine gepflasterten Stufen an seinen idyllischen Bachläufen – hier ist es nämlich von Natur aus schön,

meint eure Liss