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Das Auto stehen lassen – Radel-Offensive in Stadt und Land

Stadtradeln 2020 in Trier und Trier-Saarburg : Das Auto stehen lassen – Radel-Offensive in Stadt und Land

Die Stadt Trier nimmt in diesem Sommer zum elften Mal an der bundesweiten Fahrradaktion Stadtradeln teil. Der Landkreis Trier-Saarburg trommelt erstmalig Teams zusammen. Die Stadt Konz hat für September noch eigene Pläne.

Mit dem Rad zur Arbeit, zum Einkauf oder auch zur Kita zu fahren, ist in Deutschland eher die Ausnahme. Der Anteil des Radverkehrs am Alltagsverkehr liegt bei etwa zehn Prozent, obwohl laut Klimabündnis – das ist ein Netzwerk europäischer Kommunen – rund 80 Prozent der Deutschen ein Fahrrad besitzen. Die Situation in der Stadt Trier und den umliegenden Gemeinden sieht nicht unbedingt anders aus. Fahrräder spielen in der Region, anteilig in Bezug auf den Gesamtverkehr betrachtet, eine eher untergeordnete Rolle. Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es auch anders geht, ruft das Klima-Bündnis zur Aktion „Stadtradeln - Radeln für ein gutes Klima auf“ auf. Bisher war die Stadt Trier, die zwischen dem 11. Juni und dem 1. Juli zum elften Mal teilnimmt, die einzige Teilnehmerkommune aus der Region. Diesmal ist im Sommer erstmals auch der Kreis Trier-Saarburg am Start. Die Kreisverwaltung ruft deshalb dazu auf, sich zwischen dem 9. Juni und dem 29. Juni möglichst oft in den Sattel zu schwingen und viele Kilometer auf dem Fahrrad zurückzulegen.Die Stadt Konz plant ebenfalls noch eine eigene Aktion: Diese soll aber erst vom 6. bis zum 26. September stattfinden.

Ziel sei neben dem Klimaschutz, die Förderung des Radverkehrs im Kreisgebiet und nicht zuletzt auch die Ermunterung, etwas für die Gesundheit zu tun, heißt es beim Kreis. Landrat Günther Schartz erklärt: „Der Landkreis besitzt ein gutes Radwegenetz und die Zahl derjenigen, die das Fahrrad oder auch das E-Bike in der Freizeit und verstärkt auch für den Arbeitsweg nutzen, nimmt spürbar zu. Diesen Trend wollen wir gerne unterstützen, indem wir uns als eine von mehr als 1000 Kommunen in Deutschland an dem Wettbewerb beteiligen.“

In Trier hat sich die Aktion inzwischen etabliert. Über die Internetseite www.stadtradeln.de sind schon mehr als 100 Trierer Teams registriert. Laut Stadtradel-Organisator Johannes Hill von der Trierer Stadtverwaltung sind in den Teams rund 700 Teilnehmer registriert, die in den kommenden Wochen Kilometer sammeln werden.

Im Landkreis sieht die Situation noch anders aus. Noch sind dort bisher nur drei Teams registriert. Allerdings hofft auch Landrat Günther Schartz darauf, dass es noch mehr werden. Wer mitmachen will, muss ins Internet auf www.stadtradeln.de, wo er sich bei den Kommunen beim Landkreis Trier-Saarburg registrieren müsste. Alternativ können die Teilnehmer auch die Stadtradeln-App installieren und sich so anmelden. Anmelden können sich auch Unternehmen, Gemeinden oder Vereine, die als Teams Kilometer sammeln wollen.

Neben den gesundheitlichen Vorteilen und den klimafreundlichen Aspekten des Stadtradelns gibt es aus Sicht des Kreises einen weiteren Vorteil: „Über die Bürgerbeteiligungsplattform RADar! können die Teilnehmer ihrer Verwaltung Schlaglöcher, plötzlich endende Radwege oder eine unübersichtliche Verkehrsführung melden“, erklärt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung zum Thema. Zudem würden die beim Stadtradeln per App erfassten Strecken anonymisiert von der Technischen Universität Dresden ausgewertet. Die Erkenntnisse – zum Beispiel wo wie viel und wie schnell gefahren werde oder wo der Radverkehrsfluss verlangsamt werde – könnten dann für eine bessere Verkehrsplanung genutzt werden, heißt es beim Kreis. „Insgesamt geht es darum, Radfahren in einer der schönsten Regionen Deutschlands als ein gleichberechtigtes Verkehrsmittel noch attraktiver zu machen – zum Wohle der eigenen Gesundheit und des Klimas.“