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Frankfurter Buchmesse
Wohl bekomms! Die Region bei der Buchmesse in Frankfurt

Vertreter der Region wie Rainer Breuer (Verlag Édition Trèves), Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Historikerin Tamara Breitbach und Arne Houben vom Rhein-Mosel-Verlag (von rechts) eröffnen den Rheinland-Pfalz-Stand auf der Frankfurter Buchmesse.
Vertreter der Region wie Rainer Breuer (Verlag Édition Trèves), Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Historikerin Tamara Breitbach und Arne Houben vom Rhein-Mosel-Verlag (von rechts) eröffnen den Rheinland-Pfalz-Stand auf der Frankfurter Buchmesse. FOTO: TV / Florian Schlecht
Frankfurt/Trier/Daun. Eine von Nazis getötete Jüdin, Eifel-Krimis, Fotobände: Verlage aus dem Raum Trier präsentieren ihre Werke. Von Florian Schlecht
Florian Schlecht

Die Region gibt sich bei der Frankfurter Buchmesse die Ehre. Und wie: Am Mittwoch durften der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe und die Historikerin Tamara Breitbach den rheinland-pfälzischen Stand eröffnen, an dem sich 22 Verlage einbringen. Das Buch, das beide wählten, ist kein Zufall: „Die Nacht des Eisens“ ist ein Gedichtband der Triererin Getrud Schloß, den der regionale Verlag Édition Trèves im Dezember auflegt. Mit Blick auf Rechtspopulismus der Gegenwart sagte Leibe: „Wenn in einer Gesellschaft Fehl­entwicklungen drohen, braucht es Gesichter, die davor warnen.“ Wie Gertrud Schloß.

Schloß war Jüdin, Lesbe, promovierte Ökonomin, bekennende Linke – und das in Zeiten des Nationalsozialismus. Die von den Nazis verfolgte Frau legte ihren Namen ab, tauchte in Frankfurt und später in Luxemburg unter. Ihr Leben endete tragisch: Sie wurde in das Konzentrationslager Kulmhof/Chelmo verschleppt und dort 1942 ermordet. Wo vom Schaffen der Triererin nur ein Gedichtband übrig blieb, den der Trierer Verlag 1985 erstmals auflegte, wühlte Breitbach nun in den Archiven. Sie stieß auf Rezensionen zu einem Theaterstück, das Schloß 1928 aufführte und in dem sie schon düstere Vorahnungen vor der dunklen Nazi-Zeit einbaute. Die Erstauflage ergänzte Breitbach nun um einen biographischen Essay über Schloß. „Es ist absolut falsch, wenn wir hier über eine beeindruckende Frau sprechen, die ermordet worden ist, und im Bundestag sitzt eine Partei, die diesen furchtbaren Zeitraum nur als eine Episode in der Geschichte verharmlosen will“, sagte Leibe. Zu Schloß soll es im kommenden Jahr in Trier diverse Veranstaltungen geben – dann ist der 120. Jahrestag der Jüdin.

Sieben Verlage aus der Region präsentieren sich bei der Frankfurter Buchmesse. Dabei sind auch die bekannten Eifel-Krimis des KBV-Verlages oder große Fotobände vom Eifelbildverlag. Rainer Breuer von Édition Trèves rechnet damit, dass alle rheinland-pfälzischen Verlage zusammen bis zu 150 000 Euro in ihre Stände investieren.

Die Buchmesse ist ab Samstag dem gesamten Publikum geöffnet. In diesem Jahr nehmen an der Veranstaltung 7500 Aussteller aus 110 Ländern teil.