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Luxemburgisch-Lexikon zu Kou (Kuh).

Lexikon : D‘Kou éiderzt

Eines der wichtigsten Nutztiere des Menschen ist wohl die Kuh, luxemburgisch Kou. Folglich gibt es auch im Großherzogtum viel Wortschatz sowie viele Redewendungen mit der Kou.

Beispiele:  D‘Kéi gin eraus gelooss.

Die Kühe werden auf die Weide gelassen.

D‘Kéi gin an de Park gejeet.

Die Kühe werden in den Pferch getrieben.

D‘Kou bëselt.

Die Kuh rennt wild umher.

D‘Kou gët bei de Far gefouert.

Die Kuh wird zum Stier gebracht.

D‘Kuh huet gelueden

Die Kuh ist trächtig.

D‘Kou kaleft.

Die Kuh kalbt.

Als wichtigstes Tier gemeinsam mit dem Schwein in der Landwirtschaft gibt es Hunderte Begriffe ums Decken der Kuh, um ihr Kalben, das Milchgeben  oder ihre Versorgung. Hier nur die wichtigsten Begriffe:

d‘Kou as déck

die Kuh hat Blähungen

d‘Kou as bliwen

die Kuh ist nicht eingegangen

d‘Kou éiderzt

die Kuh käut wieder

d‘Kou gët gestrach

die Kuh wird gemolken

Da die Beziehung Mensch-Kuh eine besondere ist, gibt es natürlich auch zahlreiche Namen für die Kuh:

Eine alte Kuh heißt demnach eng al Däddi oder Klafter.

Rufnamen der Kühe sind häufig Bläss, Blimmel, Bloum oder Fanni. Folgende Redensarten und Sprichwörter kennt man mit Kou:

D‘Kou lääft bis Heischterdag, da mécht se e schéinen Auder.

Die Kuh läuft bis zum Sankt-Nimmerleinstag, da bekommt sie einen schönen Euter.

Übertragen als Bezeichnung für eine Vertröstung in die ferne Zukunft.

Eng dreckeg Kou schléit esou laang mam Schwanz bis déi aner och dreckig sin.

Eine verschmutzte Kuh schlägt so lange mit dem Schwanz, bis alle anderen auch verdreckt sind.

Übertragen für eine üble Nachrede kommt von üblen Menschen.

Wann eng Kou bëselt, dann hieft déi aner de Schwanz op.

Wenn eine Kuh unruhig ist, hebt auch die andere den Schwanz hoch.

Übertragen für den Nachahmungstrieb der Kühe.

Sabine Schwadorf

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