Meinung : Vertrauen allein reicht nicht

Knapp 200 Mal hat die Trier-Saarburger-Kreisverwaltung im vergangenen Jahr Verfahren eingeleitet, weil sich Bauherren nicht an Vorgaben gehalten haben. Das zeigt, dass Kontrolle nottut. Nun kann man drüber streiten, ob 200 Verfahren pro Jahr viel oder wenig sind.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass viele weitere Regelverstöße unerkannt bleiben. Denn die Bauämter sind offensichtlich personell gar nicht in der Lage, jede Baustelle zu kontrollieren. Müssen sie derzeit auch nicht. Denn es steht der Verwaltung frei, ob jemand nachschaut oder nicht. Das ist kein hinnehmbarer Zustand. Denn neue Häuser oder andere Gebäude beeinträchtigen unter Umständen für Jahrzehnte die Nachbarschaft, wenn sie zu hoch werden, zu nah an Grenzen stehen oder aus einem anderen Grund nicht regelkonform gebaut worden sind. Deshalb müssten sich Behördenvertreter mehrmals vor Ort davon überzeugen, dass Bauherren und Architekten die in sie gesetzten Erwartungen auf freiwilliges Einhalten der Regeln erfüllt haben. Sonst droht Wildwuchs.
h.jansen@volksfreund.de