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Happy End bei DM mit zwei Rekordwürfen für Diskuswerferin Hanna Kaiser

Leichtathletik : Happy End mit zwei Rekordwürfen

Bei ihren letzten Deutschen Jugendmeisterschaften hat Diskuswerferin Hanna Kaiser von der LG Bernkastel-Wittlich die ersehnte Medaille gewonnen - und gleich die goldene! Hindernisläuferin Lilian Schmidt verbessert sich um mehr als zehn Sekunden.

Auch nach einer Nacht, in der sie (mehr oder weniger) über die Ereignisse schlafen konnte, kann Hanna Kaiser es noch nicht so richtig fassen. „Ich kann das gar nicht begreifen. Ich weiß gar nicht, wie ich das gestern gemacht habe“, erzählte die 19-Jährige von der LG Bernkastel-Wittlich am Sonntagvormittag am Telefon. Nachdem sie bereits dreimal (2017, 2019 und 2020) bei Deutschen Nachwuchsmeisterschaften den vierten Platz belegt hatte, gewann sie am letzten Juli-Samstag in Rostock nicht nur eine Medaille, sondern gleich den Titel im Diskuswurf. Es war Hanna Kaisers letzte Chance. Ab kommenden Jahr ist sie altersbedingt nicht mehr bei der Jugend startberechtigt.

Bei böigem, stets die Richtung wechselndem Wind war es an der Ostseeküste kein Wettkampf für Rekordleistungen, sagt Hanna Kaiser. „Beim Frühstück haben wir uns den Wettkampf der U 18 angeschaut und gesehen, dass es extrem stürmt“, erzählt sie. Trotzdem verbesserte die Abiturientin von der Mosel gleich zweimal ihren eigenen U-20-Rheinland-Pfalz-Rekord (bisher 48,98 Meter). Im vierten Versuch holte sich Kaiser mit 49,41 Metern die Führung zurück, die ihr Junioren-EM-Teilnehmerin Pia Northoff (TV Wattenscheid/48,20) zuvor entrissen hatte. Bei ihrem sechsten und letzten Wurf flog der ein Kilogramm schwere Diskus 49,85 Meter. „Als ich das auf der Anzeige gesehen habe, habe ich mich für eine Zehntelsekunde über die 15 Zentimeter geärgert“, erzählt sie. Dann aber war es reine Freude über ihre erste DM-Medaille.

Wie sie es geschafft als einzige der Spitzenwerferin bei den schwierigen Bedingungen persönliche Bestleistungen aufzustellen, kann Kaiser nicht ganz erklären. „Ich glaube, es war entscheidend, dass ich den Diskus flach angestellt und extrem viel Geschwindigkeit auf die Scheibe gebracht habe.“ Dadurch wurde ihr Wettkampfgerät durch Gegenwind lange oben gehalten. Bei ihren Konkurrentinnen, die den Diskus in einem größeren Winkel abwarfen, stieg die Scheibe zwar sehr hoch, fiel dann aber wie ein Stein herab, anstatt weit zu segeln.

Eine persönliche Bestleistung sprang bei ihrem DM-Debüt auch für Lilian Schmidt heraus. Die 17-Jährige vom Post-Sportverein Trier (PST) steigerte sich in ihrem erst zweiten Hindernisrennen als 16. der U-18-Konkurrenz um deutlich mehr als zehn Sekunden auf 7:21,31 Minuten. „Vorrangig war eine gute Zeit und das hat Lilly deutlich geschafft. Wir sind sehr zufrieden“, sagte PST-Coach Thomas Fusenig.

Schmidts Vereinskameraden Jan Gerth und Simon Quint belegte im 3000-Meter-Rennen der Unter-18-Jährigen (U 18) den 18. und 20. Platz. Trotzdem zeigte sich Trainer Marc Kowalinski zufrieden mit den 17-Jährigen. „Die Taktik hatten wir so abgesprochen. Sie waren mutig und haben stark gekämpft“, lobte der ehemalige Junioren-EM-Teilnehmer. Seine Schützlinge übernahmen nach dem Start resolut die Spitze des Feldes, um erst gar kein Bummeltempo entstehen zu lassen. In 3:03,02 Minuten führte Quint die Nachwuchsläufer als Erster über die Ein-Kilometer-Marke. Dass er am Ende in 9:44,52 Minuten ist für Kowalinski kein großes Problem. Gerth blieb in 9:17,84 Minuten sogar im Dunstkreis seiner Bestzeit von 9:09,07 Minuten.

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