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Wenn in der Eifel die (Grüne) Hölle los ist

Hölle, Hölle, Hölle! Audi-Pilot Thomas Mutsch aus Bitburg beim Boxenstopp am Nürburgring. Das 24-Stunden-Rennen gehört schon immer zu den anspruchsvollsten der Welt. Nur der Pfingsttermin ist neu. TV-Foto: Jürgen C. Braun
Hölle, Hölle, Hölle! Audi-Pilot Thomas Mutsch aus Bitburg beim Boxenstopp am Nürburgring. Das 24-Stunden-Rennen gehört schon immer zu den anspruchsvollsten der Welt. Nur der Pfingsttermin ist neu. TV-Foto: Jürgen C. Braun
Nürburgring. Neuer Termin, neue Zeiten, aber ungebrochene, bekannte Faszination: Erstmals am Pfingstsonntag (17 Uhr) wird auf dem Nürburgring das "größte Rennen auf der längsten Strecke der Welt" gestartet: 650 Rennfahrer aus mehr als 30 Nationen in 180 Autos nehmen die 24-stündige Herausforderung in der "Grünen Hölle" an. Jürgen C. Braun

Nürburgring. Seit Jahren fahren sie gemeinsam Mountainbike, nun bilden sie auch beim motorisierten Eifel-Marathon ein Team. In einer Corvette C6 bestreiten Arno Klasen (Karlshausen) und der Nusbaumer Joachim Kiesch gemeinsam mit Tobias Guttroff und Opel-Ikone Volker Strycek das 24-Stunden-Rennen. Doch ein Eifeler Duo reicht Klasen, der zweimal auf dem Gesamtpodium des Rennens stand (einmal Dritter, einmal Zweiter), offenbar nicht. Im Team von Dörr Motorsport aus Frankfurt gehört er mit Rudi Adams (Ahütte) zur Besatzung des McLaren MP4. "Neben der sportlichen ist es auch eine organisatorische Herausforderung. Mal sehen, ob die Kondition reicht", meinte Klasen, der seit 1999 beim "Ring-Klassiker" vor etwa 200 000 Zuschauern an den flackernden Lagerfeuern dabei ist.
Jede Menge Konkurrenz


Die Konkurrenz ist in diesem Jahr riesig. Etwa 30 Sieg-Kandidaten gibt es unter den Tourenwagen und GT-Fahrzeugen. Aus dem Quartett Audi R8 LMS ultra, BMW Z4 GT3, Porsche 911 GT R und Mercedes-Benz SLS AMG GT3 wird sich jene Besatzung rekrutieren, die am Pfingstmontag um 17 Uhr als Sieger die schwarz-weiß karierte Flagge sehen wird. Zudem sind Hersteller wie Aston Martin, Toyota, Subaru, Hyundai oder Opel werksseitig vertreten. Am Freitag werden freies Training und Nacht-Qualifying ausgetragen. Das zweite Qualifying folgt am Samstagvormittag. Die ersten 40 Startplätze werden im Einzelzeitfahren beim Top-40-Qualifying am Samstagnachmittag vergeben.
Die Nürburgring-Nordschleife ist einzigartig: 33 Linkskurven, 40 Rechtskurven, unterschiedlichste Radien und Steigungen. Die "Grüne Hölle" ist die härteste, längste und anspruchsvollste Rennstrecke der Welt. Dort zu bestehen, das streben wieder etliche Fahrer aus der Region an. Nicht nur gegen die motorsportliche Konkurrenz, sondern auch gegen die Tücken der Eifel. Welche Eskapaden sich die Wetterhexe wieder ausgedacht hat, wird sich erst dann erweisen, wenn die Nacht über die Fahrer hereingefallen ist und zwischen Hatzenbach und Döttinger Höhe das große Zittern beginnt.
Jeder, der (mindestens) einmal bei dieser Ausdauerprüfung an der Starterlinie gestanden hat, weiß: Gut vorbereitet ist man auf das 24-h-Rennen eigentlich niemals. Ganz einfach deshalb, weil man nie weiß, was auf einen zukommt. Ex-DTM-Champion Martin Tomczyk fliegt für das Rennen gemeinsam mit DTM-Auftaktsieger Augusto Farfus (Brasilien) direkt vom DTM-Lauf in Brands Hatch ein, um den BMW Z4 GT3 zum Sieg zu fahren. Für alle Beteiligten aber gilt eines: Das oberste Ziel nach dieser Tortur heißt: ankommen.
Gute Perspektive für Mutsch


Gute Aussichten, in den Ergebnislisten oben aufzutauchen, hat auch der Bitburger Thomas Mutsch. Der ehemalige FIA-GT1-Vizeweltmeister tritt für Mamerow Racing mit Chris Mamerow und René Rast in einem Audi R8 LMS Ultra an. Auf dem McLaren MP4 von Dörr Motorsport sitzt neben Klasen und Adams der Niederländer Peter Kox. Der 49-Jährige fährt für Lamborghini in der FIA-GT-Weltmeisterschaft. "Arno und ich wollten schon 2012 gemeinsam das 24-h-Rennen bestreiten. Jetzt hat es endlich geklappt. Unser Auto hat ein neues Kleid bekommen, es ist nun schwarz matt, ich hoffe, das wird eine Erfolgsfarbe", meinte Adams vor seinem 19. 24-h-Rennen. Er und Klasen hoffen jedoch, "dass wir alle ein tolles Rennen fahren und viel Spaß dabei haben werden".
In einer wunderschönen US-Ikone (Chrysler Viper) nehmen Achim Hermann und Alexander Hermann aus Schleich an der Mosel das Rennen auf. Dagegen wird der Irreler Phillip Leisen wohl zum ersten Mal seit 2008 zusehen müssen. "Unser BMW M3 aus der VLN geht nicht an den Start. Auch sonst schein kein Bedarf zu sein. Voriges Jahr kam zwar noch kurz vor Nennungsschluss ein Anruf, aber in diesem Jahr bin ich skeptisch."
Starter aus der Region beim 24-Stunden-Rennen 2013 (nach Startnummern):
2 Thomas Mutsch (Bitburg, Audi R8 LMS Ultra)
12 Oliver Kainz (Daun / Kottenheim), Porsche 911 GT3 RSR
55 Steve Jans (Luxemburg) Porsche 911 GT3 Cup; : Nr. 58 Mario Merten (Kelberg), BMW M3 GT4
61 Oliver Louisoder (Trier), Aston Martin Vantage
69 Rudi Adams (Ahütte), Arno Klasen (Karlshausen), McLaren MP4 GT3
73 Alexander Hermann, Achim Hermann (beide Schleich), Chrysler Viper
80 Alexander Köppen (Bitburg), Hyundai Genesis Coupé
81 Joachim Kiesch (Nusbaum), Arno Klasen (Karlshausen), Corvette C6
88 Christian Menzel (Kelberg), Porsche 911 GT3 Cup
106 Stefan Michels (Bleialf), Audi TTRSExtra

Schumi sagt Danke: Rekord-Weltmeister Michael Schumacher (Foto: dpa) wird unmittelbar vor dem Rennen eine Demo-Runde im F1-Fahrzeug der Saison 2012 drehen: Der siebenfache Champion möchte sich damit bei seinen zahlreichen Fans in der Eifel für deren Unterstützung während seiner einzigartigen Karriere bedanken. Es ist der erste Auftritt eines Silberpfeils auf der Nordschleife seit den Tagen von Juan Manuel Fangio in den 1950er Jahren. Chancengleichheit: Durch eine sogenannte Balance of Performance wird in den Top-Klassen (SP7, SP8, SP9) eine Chancengleichheit aller Teilnehmer gewährleistet. In der Vereinbarung sind die wichtigsten Eckdaten - Mindestgewicht, Tankinhalt, Durchmesser des Luftmengenbegrenzers - für jedes Fahrzeugmodell individuell definiert. Das Renn-Reglement lässt Tourenwagen und GT-Fahrzeuge zu. jübExtra

24-Stunden-Rennen: Alles Wichtige für Rennbesucher gibt es unter www.24h-rennen.de (Ticket-Preise, Sonderkonditionen, VIP-Arrangements); Eine Hotline (Kartenvorverkauf, Restkarten, Campinganfragen usw.) wurde eingerichtet unter 01805/570070; Auskünfte wegen fester Übernachtungen erteilt die Tourist-Information Adenau ( tourismus@adenau.de, 02691/305122, Kirchstraße 15, 52518 Adenau jüb