Musik: Singen gegen die Krise: Mehr als nur „Happy Birthday“

Musik : Singen gegen die Krise: Mehr als nur „Happy Birthday“

Zwei Mal „Happy Birthday“ singen – das gilt im Angesicht der Corona-Krise als neue Zeiteinheit fürs Händewaschen. Wer’s klassischer mag, darf es zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag auch gerne mit „Freude, schöner Götterfunken“ probieren, dauert ebenfalls eine halbe Minute.

Und auch unter den Popsongs wird sich bestimmt der eine oder andere geeignete Titel finden.

In jedem Fall: Singen im Badezimmer ist wieder „in“. Woanders geht’s ja im Moment auch schlecht – Chorproben und -konzerte fallen schließlich landauf, landab reihenweise aus. Und das betrifft so einige Rheinland-Pfälzer: Rund 5000 Chöre gibt es im Land mit insgesamt rund 145 000 aktiven Sängerinnen und Sängern, organisiert im Chorverband Rheinland-Pfalz oder in einem der Cäcilienverbände der Bistümer Trier, Limburg und Speyer.

Dass viele Chöre Nachwuchssorgen haben, ist eigentlich erstaunlich, weil doch fast überall gesungen wird und Fernsehshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „The Masked Singer“ ein Millionenpublikum erreichen. Aber selbst mal singen? Das tun viele dann doch lieber nur im Badezimmer. Dabei muss gar nicht jeder ein Startenor, jede eine Koloratursopranistin werden. Was zählt ist zuerst die Freude am Singen, der Rest kommt dann – hoffentlich – später. Übung macht schließlich den Meister.

Falls es mit der Corona-Krise noch länger dauert, wird „Happy Birthday“ bestimmt schnell langweilig. Warum also nicht beim Händewaschen häppchenweise Bachs Matthäus-Passion oder Wagners „Ring des Nibelungen“ einstudieren? Und wenn die Krise vorbei ist, gibt’s eine gemeinsame Aufführung. Das wär doch was!