Nach Verfolgungsjagd mit Audi RS 6 in Trier beginnt der Gerichtsprozess in Koblenz

Körperverletzung und Raub : Prozess in Koblenz nach Festnahme in Trier

Ein 30-jähriger Eifeler sitzt seit einer Verfolgungsjagd in Trier im Dezember in Haft. Ab 3. Juni muss er sich am Landgericht Koblenz unter anderem wegen schweren Raubs verantworten.

Es war fast wie in einem Actionfilm. Ein Hubschrauber und 30 Polizei-Einsatzfahrzeuge haben den inzwischen 30-jährigen Eifeler am Dienstag, 4. Dezember, quer durch Trier verfolgt. Der Verfolgte wurde am Ende der Fahrt festgenommen. Er muss sich ab dem 3. Juni am Landgericht Koblenz verantworten.

Im Dezember war der Eifeler, der zuletzt in den Niederlanden gemeldet war, in einem gestohlenen Audi RS 6 unterwegs. Laut den Ermittlern hatte das Fahrzeug 450 PS. Statt sich in Welschbillig (Verbandsgemeinde Trier-Land) von Polizisten kontrollieren zu lassen, raste der Angeklagte laut den damaligen Polizeimeldungen mit dem Sportwagen so schnell davon, dass die Verfolger mehrfach den Blickkontakt verloren. Sein Weg führte über die B 51 nach Trier, zur Ehranger Brücke und über die B 52/L 151 zur Mertesdorfer Mülldeponie. Von dort aus ging die wilde Fahrt ins Ruwertal und über Korlingen zurück nach Trier. Auf der Flucht verursachte der Mann laut den Ermittlern mehrere leichte Verkehrsunfälle. Später fanden die Polizisten das Fahrzeug in der Straße Im Avelertal. Den Angeklagten, der zu Fuß weitergeflüchtet war, nahmen sie laut Polizei in der Peter-Wagner-Straße in Trier-Kürenz fest.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat den 30-Jährigen laut Oberstaatsanwalt Rolf Wissen Mitte April wegen schweren räuberischen Diebstahls angeklagt. Dass die Gerichtsverhandlung in Koblenz und nicht in Trier angesetzt ist, liegt in erster Linie an diesem Teil der Anklage. Denn der Mann soll den Sportwagen, mit dem er durch Trier geflüchtet war, am 27. November bei einem Verkaufsgespräch auf einem Parkplatz in Dierdorf (Landkreis Neuwied) gestohlen haben. Der Besitzer des Wagens hatte das Fahrzeug im Internet zum Verkauf angeboten. Bei dem vereinbarten Treffen auf dem Parkplatz des örtlichen Hallenbades soll der 30-Jährige einfach weggefahren sein und dabei noch einen Passanten sowie den Verkäufer gefährdet haben (der TV berichtete).

Der zweite Teil der Anklage: gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Gefährdung des Straßenverkehrs bezieht sich auf die Vorkommnisse bei der Verfolgungsjagd. Laut Oberstaatsanwalt Rolf Wissen befindet sich der geständige Angeklagte seit seiner Festnahme am 4. Dezember in Untersuchungshaft.

Beim Landgericht in Koblenz sind bisher fünf Verhandlungstage in der Sache terminiert. Der erste Termin ist am Montag, 3. Juni, 9 Uhr (Saal 105). Die weiteren Verhandlungstage sind am 11. und 24. Juni sowie 9. und 15. Juli.

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