1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Arenrather Alexander Meyer wird zum „Held des Monats“, weil er bei einem Unfall hilft

Auszeichnung : Arenrather Alexander Meyer wird zum „Held des Monats“

Alexander Meyer aus Arenrath wurde Augenzeuge eines schweren Unfalls und befreite beherzt eine Frau aus einem auf der Seite liegenden Auto. Für seinen „durchdachten und mutigen Einsatz“ haben der Automobilclub Deutschland und das Unternehmen Goodyear/Dunlop den 36-Jährigen zum „Held der Straße“ für den Monat Mai gekürt.

Den 4. März dieses Jahres wird der Bundeswehrsoldat Alexander Meyer so schnell nicht vergessen. Er fuhr gegen 17 Uhr von seinem Dienst nach Hause. Auf der B50 neu zwischen der Hunsrückhöhenstraße und Longkamp fiel ihm ein entgegenkommendes Auto auf. „In ungefähr 200 Metern Entfernung kam mir ein Kleinwagen entgegen – etwas zu schnell in meinen Augen. In einer Kurve sah ich, wie das Heck des Autos unruhig wurde und ich dachte mir: ‚So klappt das nicht.‘“ Und die Einschätzung des 36-Jährigen war richtig. Das Fahrzeug kam, so heißt es in einer Presseerklärung der Firma Goodyear/Dunlop, nach rechts von der Straße ab und überschlug sich mehrfach in der rund 1,80 Meter tiefer gelegenen Grünfläche. Dabei war trotzdem viel Glück im Spiel, ist der Arenrather überzeugt: „Der Wagen schleuderte auf die angrenzenden Bäume zu, baute durch mehrere Überschläge jedoch sehr viel Geschwindigkeit ab, sodass das Auto relativ glimpflich auf der Fahrerseite an einem Baum zum Stehen kam. Das Ganze passierte innerhalb von drei bis vier Sekunden.“

Der Soldat reagierte sofort und verlor keine Zeit: Er lenkte sein Auto in einen Grünstreifen und rannte zum Unfallort. Dort angekommen, versuchte sich Meyer einen Überblick zu verschaffen: „Der Motor war aus. Die Frontscheibe war total zersplittert, ich konnte nicht in den Wagen hineinsehen. Ich rief: ‚Hallo, Hallo?‘ Es gab keine Reaktion. An der Beifahrerseite gab es schließlich doch eine Möglichkeit, hineinzusehen. Eine junge Frau befand sich weinend hinter dem Steuer und stammelte vor sich hin:

‚Wie konnte das nur passieren?‘ Meyer erkundigte sich, ob sie Schmerzen habe und ob sich noch mehr Menschen in dem Wagen befunden hätten. Sie sei allein im Auto, und ihr tue nichts weh. Allerdings stand sie offenkundig unter Schock. Mit diesen Informationen beauftragte der Arenrather einen an der Straße stehenden Mann, den Notruf zu verständigen.

Anschließend versuchte er, die Frau aus dem Auto zu befreien. Mit bloßen Händen versuchte er, die Frontscheibe zu entfernen, brauchte dafür aber Hilfe. Ein Passant hielt einen Teil der Scheibe mit einem Fuß weg. Meyer: So konnte ich den Zündschlüssel abziehen und die junge Dame endlich befreien.“ Dann seien eine Frau und ein Mann hinzugekommen, schildert Meyer, vermutlich Sanitäter in Ausbildung. Die beiden hätten unter anderem neurologische Tests durchgeführt. Der Rettungswagen traf ein. Die Einsatzkräfte versorgten de Patientin. Eine Notärztin habe den Helfer auf seine blutenden Hände aufmerksam gemacht, so der 36-Jährige. Der Ersthelfer hatte sich die Hände beim Entfernen der Frontscheibe verletzt. Schließlich musste er selbst noch ins Krankenhaus, weil Splitter entfernt werden mussten. Eines freute den Bundeswehrsoldaten besonders: Er bekam ein dickes Lob von der Feuerwehr Longkamp. Schließlich ist er selbst Maschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr Arenrath.

Für seinen Einsatz haben der Automobilclub Deutschland und das Unternehmen Goodyear Alexander Meyer zum „Held der Straße“ für den Monat Mai gekürt. Die Aktion wird vom Bundesverkehrsministerium unterstützt.