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Basketball: Bayer Giants Leverkusen gegen Gladiators Trier

Auswärtsspiel in Leverkusen : Gladiators verlieren am Rhein: Eine Packung, aber keine Geschenke

Unfröhliche Weihnachten für die Gladiators Trier. Am Donnerstagabend verlor der Basketball-Zweitligist bei den Bayer Giants Leverkusen verdient mit 76:90 (33:50). Wie das Spiel ablief.

Geraten die Playoff-Plätze für die Gladiators Trier ernsthaft in Gefahr? Trotz des nominell starken Kaders und der Rückkehr einiger wichtiger Spieler?

Nach den letzten Ergebnissen und nicht zuletzt nach der Vorstellung am Donnerstagabend in Leverkusen kommt man um diese Frage nicht herum. Das Team von Cheftrainer Marco van den Berg hat aktuell einige offene Flanken - und das Verletzungspech liefert diesmal keine Ausreden, auch wenn mit Dan Monteroso und Derrick Gordon weiterhin wichtige Spieler ausfallen.

Die Trierer waren beim Vizemeister chancenlos, immerhin bei der offensivstärksten Mannschaft der Liga - über 93 Punkte machen die Giants, sie treffen fast 40 Prozent ihrer „Dreier“. Aus der Distanz haben die Trierer dagegen in dieser Saison massive Probleme.

Auch in Leverkusen ging da sehr wenig. Die Rheinländer kamen besser rein ins letzte Gladiators-Spiel des Jahres vor Fans. Die Trierer suchten die schönen Anspiele unter dem Korb, die passten aber nicht immer - und die Giants machten ihre Punkte. So erhöhten sie von 5:2 auf 10:2. Anfangs schnappten sich die Gastgeber auch mehr Rebounds - damit war nicht unbedingt zu rechnen. Bei den Fouls lagen die Trierer deutlich vorne, so schaffte Luis Figge am Ende des ersten Viertels mit dem achten Freiwurf (bei acht Versuchen) die erste zweistellige Führung. Was Gladiators-Trainer Marco van den Berg richtig geärgert haben dürfte, waren die vielen Ballverluste seines Team (sechs Turnover im ersten Viertel). Da war viel Luft nach oben. 

Der Abschnitt  ging mit 25:15 an die Giants, die die Führung schnell auf 29:15 ausbauten. Vor allem Austin Wiley war in dieser Phase frustriert: Er hatte einige unglückliche Aktionen in der Offensive. Nach 13 Minuten traf Clarke den ersten Dreier für Trier - aber Leverkusen legte gleich mit einem spektakulären Alley-oop-Anspiel und zwei Dreiern nach. Van den Berg nahm die Auszeit erst nach dem 39:19 für Leverkusen - die Gladiators waren zu diesem Zeitpunkt in praktisch jeder Hinsicht unterlegen.  Brody Clarke stemmte sich dagegen, traf auch den nächsten Dreier (39:22) - auch wenn das nicht das Kerngeschäft des Kanadiers ist. DIe Giganten liefen heiß, die Gladiators rieben sich dagegen auf und blieben weit unter ihren Möglichkeiten - sie waren weder offensiv noch defensiv auf der Höhe. Dazu kam noch, dass Center Radoslav Pekovic schon vor der Pause sein drittes Foul gepfiffen bekam (das letzte dabei war fragwürdig, was auch noch van den Berg ein technisches Foul einbrachte). Kurz gesagt: Das war aus Trierer Sicht eine Halbzeit komplett zum Vergessen. Mit 50:33 gingen die Giants in die Halbzeitpause.

Die Gladiators starteten mit einem 6:0-Lauf in die zweite Hälfte, aber das war nur eine Momentaufnahme. Den Trierern fehlte auch danach die Intensität in der Defensive, die Giants kamen zu leicht zu Punkten - und waren schnell wieder im 20+-Bereich unterwegs. Die Giants hatten reichlich Platz an der Dreierlinie, trafen bis dahin auch fast bei jedem zweiten Versuch. Da konnten die Trierer nicht im Ansatz mithalten.

In dieser Form, das war auch bei einem starken Gegner klar, wird das Erreichen der Playoffs zu einer echten Herausforderung. Aktuell haben die Trierer nach 14 Spielen eine ausgeglichene Bilanz - wobei die Gladiators aber auch mit vier Siegen in die Saison gestartet waren. Schon vor dem Schlussviertel war die Partie in Leverkusen entschieden (77:53). Die Gladiators hielten zwar nun defensiv besser dagegen, aber mehr als eine Ergebniskorrektur war nicht drin. Ob aus der Distanz oder einfache Korbleger - die Trierer trafen einfach schlecht, da brachte es auch wenig, dass Leverkusen im Schlussviertel in der Offensive praktisch nicht mehr stattfand. Garai Zeeb brachte die Trierer noch auf zehn Punkte heran, aber mehr ging dann auch nicht.

Es war für die Trierer die zweite Auswärtsniederlage bei einem Titelfavoriten in Folge: Beim Auswärtsspiel zuvor beim Tabellenzweiten Rostock Seawolves hatte den Trierern weniger zum Sieg gefehlt - und das bei der „aktuell wohl besten Mannschaft der Liga“, wie Cheftrainer Marco van den Berg nach dem Spiel an der Ostsee dem TV sagte. So oder so: Für die Trierer geht es im letzten Spiel 2021 am Sonntag in der Arena gegen Bochum (17 Uhr) noch darum, das Jahr noch positiv zu beenden. Das Spiel wird am 26. Dezember coronabedingt ohne Zuschauer stattfinden, es wird bei sportdeutschland.tv live übertragen.

Statistik: Zeeb 15, van Dyke 9, Demmer 0, Wolf 6, Grof 4, Almstedt 2, Grün 4, Clarke 10, Pekovic 12, Wiley 14