| 12:59 Uhr

Laufen
Halbmarathon-Debüt mit zwei Rekorden

Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (vorn) verbesserte beim Halbmarathon in Breda in den Niederlanden den Bezriksrekord über 21,1 Kilometer auf 1:04:42 Stunden.
Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (vorn) verbesserte beim Halbmarathon in Breda in den Niederlanden den Bezriksrekord über 21,1 Kilometer auf 1:04:42 Stunden. FOTO: TV / Conny Keil / LG Vulkaneifel
Breda. Samuel Fitwi pulverisiert Bezirksrekord und führt das Team der LGV Vulkaneifel zur Rheinland-Pfalz-Bestzeit. Der 22-Jährige ist schnellster Deutscher über 21,1 Kilometer in diesem Jahr. Von Holger Teusch

Bei seinem ersten Halbmarathon-Rennen überhaupt hat sich Samuel Fitwi direkt in der nationalen und europäischen Spitze festgesetzt. Im niederländischen Breda lief der 22-Jährige von der LG Vulkaneifel als Neuntplatzierter auf Anhieb 1:04:42 Stunden. Schneller war noch kein Läufer aus dem Leichtathletikbezirk Trier über 21,1 Kilometer. Zehn Jahre lang hatte Axel Gürntke (PST Trier) mit 1:07:22 Stunden den Bezirksrekord gehalten, bevor der spätere Traillauf-Vizeweltmeister Florian Neuschwander (ebenfalls PST) die Marke 2010 auf 1:06:20 Stunden schraubte. Im vergangenen Jahr war Fitiws ehemaliger Vereinskamerad Thorben Dietz (seit Jahresbeginn LG Filstal) noch einmal 15 Sekunden schneller. Fitwi übersprang den 65-Minuten-Bereich gleich.

„Ich wollte 64:30 laufen“, erzählt der deutsche Zehn-Kilometer-Vizemeister, dass er bei dem gut besetzten Rennen in den Niederlanden (es gewann Berhane Tesfay aus Eritrea in 1:00:51 Stunden) genau das angepeilte Tempo traf. Er lief unter anderem zusammen mit dem New-York-Marathon-Sechste und zwölfmalige niederländische Meister Michel Butter. „Ich hatte ein gute Gruppe“, sagt Fitwi, meint aber auch: „Die ersten zehn Kilometer waren etwas langsam.“ Nach 30:50 Minuten für knapp die erste Rennhälfte sorgte der LGV-Läufer ab der 15-Kilometer-Marke selbst dafür, dass die folgenden beiden Fünf-Kilometer-Abschnitte in 15:20 Minuten zurückgelegt wurden. Die letzten knapp 1,1 Kilometer rannte Fitwi in 3:14 Minuten (entspricht 1000 Meter in 2:56,8 Minuten).

Mit 1:04:42 Stunden ist der zweimalige deutsche U23-Junioren-Meister (Crosslauf und Zehn-Kilometer-Straßenlauf) außer über 3000 Meter (8:03,88 Minuten), 5000 Meter (13:56,12 Minuten) und zehn Kilometer (29:27 Minuten) nun auch über Halbmarathon schnellster Deutscher unter 23 in diesem Jahr. Bundesweit waren in diesem Jahr nur fünf (ältere) Läufer schneller. In der europäischen U23-Rangliste über 21,1 Kilometer steht Fitwi auf dem vierten Platz. Den nationalen Halbmarathon-Rekord dieser Altersklasse von Hendrik Pfeiffer (1:03:40 Stunden) verfehlte er nur um gut eine Minute.

„Seine Halbmarathon-Premiere hat Samuel Spaß gemacht. Der Wettkampf war der Abschluss des ersten Trainingsblocks im Hinblick auf die Cross-EM in Tilburg“, erklärt Fitwi-Trainer Yannik Duppich. Die Europameisterschaften im Geländelauf am 9. Dezember sollen Fitwis Debüt im Nationaltrikot werden. Als Jugendlicher flüchtete er aus Eritrea über Mittelmeer nach Europa. Seit dem 8. Januar ist Fitwi deutscher Staatsbürger.

Zusammen mit Andreas Keil-Forneck und Christoph Gallo verbesserte Fitwi auch den rheinland-pfälzischen Halbmarathon-Mannschaftsrekord auf 3:24:39 Stunden. Die bisherige Bestmarke von 3:25:29 Stunden hatte das von Dietz angeführte und von Duppich und Daniel Schmidt komplettierte LGV-Team im April 2017 aufgestellt.

Keil-Forneck steigerte in Breda seinen persönlichen Rekord auf 1:09:30 Stunden. Der für die LGV startende Belgier Gallo stürzte zwar nach sieben Kilometern, rappelte sich aber auf und lief trotz einer Schulterverletzung nach 1:10:27 Stunden ins Ziel. Im Fünf-Kilometer-Rennen der Run2Day genannten Laufveranstaltung in den Niederlanden verbesserte sich der Jugendliche Tom Reuter (ebenfalls LGV) als Sechstplatzierter auf 15:48 Minuten.

Ergebnislink