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Handball in Region Trier: An Abbruch wegen Corona will keiner denken

Regionaler Handball : An Abbruch will noch keiner denken

Wie es coronabedingt in den Ligen auf Verbands- und Landes­ebene weitergeht, entscheidet sich am Dienstag und Mittwoch.

Fortsetzung? Weitere Unterbrechung? Abbruch? Über das weitere Vorgehen in den Handball-Ligen des Verbands Rheinland sowie in den Oberligen auf Rheinland-Pfalz/Saar-Ebene (RPS) wird in Sitzungen am Dienstag sowie Mittwoch beraten.

Am vergangenen Wochenende waren in den Spielklassen des Verbands Rheinland die Partien aufgrund des dynamischen Pandemiegeschehens abgesagt worden, während in den Oberligen weitergespielt wurde. In den meisten Spielklassen sind in diesem Kalenderjahr noch Partien an den kommenden beiden Wochenenden angesetzt, ehe bis Mitte Januar eine Weihnachtspause ansteht.

Ein nicht unrealistisches Szenario könnte sein, dass sowohl auf Rheinland- als auch RPS-Ebene im Jahr 2021 nicht mehr gespielt wird – um Anfang Januar auf Grundlage neuer Entwicklungen in der Corona-Pandemie sowie womöglich neuer Vorgaben über das weitere Vorgehen zu beraten.

Das Virus macht auch vor dem Handball nicht Halt. Beispiel HSG Wittlich, die schon frühzeitig auf ein engmaschiges Test-Netz gesetzt hat und deren Spielerinnen und Spieler insgesamt eine hohe Impfquote aufweisen. Am Wochenende mussten nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Axel Weinand zwei Partien von Jugend-Oberligateams coro­nabedingt verschoben werden: „Wir verfahren schon länger nach der Maxime, dass beim Auftauchen auch nur eines Corona-Falls eine Partie direkt abgesagt wird.“

Weinand war ebenso wie Michael Thomas, Handball-Abteilungsleiter beim TuS Daun, überrascht, dass auf RPS-Ebene an vergangenen Wochenende der Spielbetrieb fortgesetzt wurde. „Wir haben die Entscheidung zur Kenntnis genommen und uns ihr gefügt“, berichtet Thomas. Die erste Herrenmannschaft des TuS spielt in der Herren-Oberliga. Thomas wünscht sich nun bei den Unterredungen in dieser Woche ein einheitliches Vorgehen. Wohin die Reise gehen könnte, hat der Handballverband Rheinhessen vorgemacht: Dort ist bereits jetzt der Spielbetrieb bis 14. Januar unterbrochen.

Auch der pfälzische Handballverband lässt durchblicken, dass in dieser Woche nicht über eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs, sondern über die Dauer einer Saison­unterbrechung gesprochen wird. Ein Argument dafür: die aktuell mangelhafte Verfügbarkeit von Corona-Selbsttests sowie die lückenhafte Teststellen-Infrastruktur im ländlichen Raum.  

Zur Erinnerung: Nach der aktuell geltenden Landes-Corona-Bekämpfungsverordnung gilt für Sport im Innenbereich die sogenannte 2G-plus-Regel. Das heißt: Nur Geimpfte und Genesene, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen, dürfen Sport in der Halle betreiben. Trotz der Ausnahmen für ,Geboosterte‘ bei den Erwachsenen sowie im Kinder- und Jugendbereich braucht es Tests in großer Stückzahl für Spieler, Schiedsrichter, Offizielle, Betreuer.

Zudem verweist der pfälzische Handballverband darauf, dass sich einige Schiedsrichter aufgrund von Mehrfach-Einsätzen an einem Spiel-Wochenende theoretisch zweimal testen lassen müssen. „Falls die Spielrunde 2021/22 unter 2G-plus fortgeführt wird, wird das die Konsequenz haben, dass viele Spiele in den unteren Klassen unbesetzt bleiben“, fürchtet Verbandspräsident Ulf Meyhöfer.

Auch aus Sicht von Joachim Schmitt, Handball-Abteilungsleiter beim TuS Fortuna Saarburg, wird eine zentrale Frage sein, inwieweit bei einer längerfristigen Umsetzung  der 2G-plus-Regel der Aufwand für die Vereine leistbar ist: „Wir als Verein haben beispielsweise nicht die Kapazitäten, um ausreichend Tests zur Verfügung zu stellen.“ Außerdem müssten bei allen Entscheidungen stets auch Bedenken von Spielern und Eltern miteinbezogen werden.

An einen Saisonabbruch will noch niemand denken. „In drei, vier Wochen kann in Sachen Impfungen und Boostern viel passieren“, sagt etwa Weinand. Zudem sei es möglich, in vielen Klassen die Saison theoretisch vier bis sechs Wochen zu verlängern.

Anders erscheint die Lage in der Herren-RPS-Oberliga, die eingleisig und nicht – wie es eine andere Option vorgesehen hätte – zweigleisig ausgetragen wird. Dauns Handball-Abteilungsleiter Thomas: „Wäre die Liga in zwei Gruppen aufgeteilt worden, hätten wir jetzt mehr Spielraum.“

Viele eint die Hoffnung, dass die Handbälle nicht wieder für längere Zeit im Schrank verschwinden müssen. Fortuna-Abteilungsleiter ­Schmitt: „Es wäre eminent wichtig, dass wir es schaffen, die Saison so risikolos wie möglich für alle Beteiligten fortsetzen zu können.“